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Agil macht nicht zwingend zufrieden

Um es noch etwas plastischer zu machen, nehmen wir als Beispiel das Zusammenbauen eines Autos. Es folgt einem strikten Produktionsablauf: Erst muss die Karosserie des Autos stehen, in und an die weitere Teile angebaut werden. Es ist nicht möglich, mit dem Lenkrad anzufangen und das Fahrzeug quasi von innen nach außen aufzubauen. In der Realität des Autobaus folgt natürlich nicht ein Schritt ganz strikt auf den nächsten. Einzelne Teile können vermutlich parallel produziert werden, am Ende müssen sie aber in einer bestimmten Reihenfolge verbaut werden.

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Für ein Unternehmen ist es also wichtig, herauszufinden, welche Prozesse agil gestaltet werden können - und welche nicht. Einfach nur zu versuchen, alle Prozesse agil zu machen, kann schwerwiegende Folgen haben und zum Scheitern ganzer Produktionen und anderer Abteilungen führen.

Die Mitarbeiter nicht überfordern

Ein weiterer wichtiger Punkt im Unternehmen ist die Mitarbeiterzufriedenheit. Ohne zufriedene Mitarbeiter wird die Firma keine herausragenden Ergebnisse liefern. Agilität kann diese Zufriedenheit steigern, weil sie den Mitarbeitern mehr Freiheiten verspricht. Die Freiheit, eigene Arbeitspakete zu erstellen und diese zu bearbeiten, das Ziel selbst zu definieren und auf dem Weg dorthin maximal flexibel zu sein. Im Gegenzug verlangt sie ein hohes Maß an Verantwortung und Selbstorganisation. Das ist aber nicht überall und von jedem gewünscht.

Ich kenne aus der Praxis einige Beispiele, in denen diese Rechnung nicht aufgegangen ist. So sollte etwa in einem erfolgreichen, relativ kleinen, traditionellen Familienunternehmen auf agile Arbeitsweisen umgestellt werden. In qualitativen Interviews mit einigen Mitarbeitern stellte sich allerdings heraus, dass sie das in der Mehrheit gar nicht wollten. Sie schätzten den väterlichen Führungsstil des Inhabers, vertrauten seinem Urteil und seinen Entscheidungen, von Selbstorganisation und Selbstbestimmung hielten sie wenig. Sie fühlten sich wohl im Unternehmen - auch ohne die großen Ziele mitbestimmen zu können oder zu müssen. Zum Beispiel wollten sie gar nicht die Produkte weiterentwickeln und hatten eher Sorge, dass sie dadurch die Tradition, die das Unternehmen so erfolgreich machte, gefährden würden.

Verbesserungswünsche gab es zwar schon, allerdings hatten sie nichts mit Agilität zu tun. Also wandten wir uns von diesem Ansatz ab und verbesserten den Zusammenhalt und die Mitarbeiterzufriedenheit durch andere Dinge, zum Beispiel durch eine andere Büro-Organisation und die Umstrukturierung einiger Arbeitsbereiche. Wir setzten bestimmte Abteilungen zusammen, andere auseinander. So lief die Kommunikation im Haus gleich viel besser. Außerdem führten wir eine Kommunikationssoftware ein, so dass einige Meetings auch remote abgehalten werden konnten. Homeoffice war fortan in manchen Fällen machbar und alleine dieser Umstand führte zu einer großen Steigerung der Zufriedenheit. Agil arbeitete hinterher niemand - und vermutlich waren alle froh darüber.

Natürlich gibt es auch Fälle, in denen Mitarbeiterzufriedenheit genau dadurch erreicht wird: dass den Angestellten mehr Verantwortung und Freiheit gegeben wird. Die durch Agilität hervorgerufene dezentrale Organisation in Teams und die Selbstbestimmung der Aufgaben wirkt sicher oft positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit.

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 Change-Management: Was Unternehmen falsch machen, wenn sie agil sein wollenAgil, aber nur ein bisschen 
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Anonymer Nutzer 16. Feb 2019

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Changeling 14. Feb 2019

Rege doch einmal an nur einen von denen als Internen abzuwerben und damit 10 Externe zu...

Changeling 14. Feb 2019

Obwohl ich im ersten Moment versucht war zuzustimmen, Jein. Ja, der Ursprung der...

Changeling 14. Feb 2019

In der Realität sehe ich meist Scrum Master die ich im direkten Vergleich eher mit der...

LucaTM 14. Feb 2019

Also wenn du mal Kant, Heidegger oder irgend einen anderen der berühmten Philosophen...


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