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Moving: etwas in den Köpfen bewegen

In der Moving-Phase werden die Prozesse umgestellt - und zwar ohne Ausnahmen im vorher definierten Rahmen. Ich habe oft erlebt, dass alte Prozesse zu lange noch parallel mitverwaltet wurden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, kleinere Pakete zu schnüren, wie etwa die Testphase im Sportverein, und diese mit voller Überzeugung umzusetzen. Eine Übergangsphase, in der Altes und Neues parallel läuft, ist in der Praxis wohl oft notwendig, das krampfhafte Festhalten an alten Prozessen jedoch nicht. Wenn ein Prozess nicht vollständig umgestellt werden kann, dann besteht die Gefahr, dass der Change nur teilweise oder gar nicht stattfindet.

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Moving bedeutet vor allem aber, die Köpfe der Prozessbeteiligten zu bewegen. Das wird meiner Erfahrung nach häufig vernachlässigt. Wichtiger als das Umstellen einer Maschine ist die Schulung und Erklärung für diejenigen, die sie am Ende bedienen müssen beziehungsweise den neuen Prozess leben werden. Warum wird dieser Change vollzogen? Diese Frage muss immer wieder von verschiedenen Standpunkten beantwortet werden (Kunde, Mitarbeiter und Management).

Wichtig bei der Moving-Phase ist, dass Change-Projekte nie ohne Erklärung für die Mitarbeiter durchgedrückt werden dürfen. Passiert dies, sind sie oftmals zum Scheitern verurteilt. Statt Angst vor einem Blockieren durch die Mitarbeiter zu haben, möglichst lange zu schweigen und dann alle vor den Kopf zu stoßen, sollte das Management die Mitarbeiter vielmehr dazu motivieren, am Änderungsprozess aktiv teilzunehmen und diesen selbst mitzugestalten.

In meinem Sportverein sind viele Angestellte selbst aktive Sportler dort. Sie wurden in die Umstellung auf digitale Schrankschlösser aber nicht einbezogen, die Entscheidung wurde ihnen einfach mittgeteilt. Den Mehraufwand, der jetzt durch Updates und unnötige Änderungen entsteht, hätte man durch eine bessere Kommunikation wesentlich geringer halten können.

Gegen Ängste und Vorurteile ankommunizieren

Wie das gelingen kann, zeigt einer meiner Fälle sehr deutlich. In einer Marketingagentur wurden einige Softwareentwickler als Festangestellte eingekauft. Viele Mitarbeiter verstanden diesen Schritt nicht, denn derartige Ressourcen hatte man zuvor immer extern und zeitlich begrenzt eingekauft. Einige Angestellte hatten Sorge, dass sich das Marketingunternehmen zu einem Softwareentwickler wandeln würde und dadurch viele Jobs im Marketingbereich wegfallen würden. Diese Überzeugung der Mitarbeiter wurde auch dadurch genährt, dass im Fortbildungsprogramm des Unternehmens auch Softwareentwicklungs-Schulungen angeboten wurden, ohne genauer zu benennen, für wen und warum dieses Angebot nun Einzug gefunden hat.

Die Strategie, dass dieser Schritt vielmehr eine Investition in die Zukunft war und alle Mitarbeiter dazu aufgefordert waren, mit eigenen Ideen diesen Wandel zu treiben, wurde nicht ausreichend kommuniziert. Dass Softwareentwicklung in vielen Fällen auch ein kreativer Schaffensprozess ist und daher gar nicht so weit von Marketing entfernt ist, wurde ebenfalls nicht ausreichend kommuniziert. Das Ziel des Change war es, aus kreativen Marketingmitarbeitern und kreativen Softwareentwicklern eine Einheit zu formen, die gerne und produktiv zusammenarbeitet. In meinem Projekt haben wir daher einige Software-Piloten entwickelt - ein Mix aus kreativer Idee und Softwareentwicklung.

Es fanden sich im Kundennetzwerk der Agentur schnell Unternehmen, die diese Idee gut fanden. Mit den entwickelten Anwendungen konnten wir allen Mitarbeitern zeigen, wie fruchtbar das Zusammenspiel zwischen Marketing und Softwareentwicklung unter einem Dach sein kann. Als das Management den Mitarbeitern dann noch zusicherte, dass es Raum für eigene Ideen und Projekte gäbe, dass Entwicklungsressourcen auch für ihre eigenen Umsetzungen abrufbar wären, konnte die Akzeptanz der Umstellung wesentlich erhöht werden.

In der dritten Phase nach Kurt Lewin geht es darum, die neuen Prozesse zum neuen Standard zu machen. Um gleich vorweg jede Illusion zu nehmen: Das ist harte Arbeit.

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mark.wolf 21. Okt 2019

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mark.wolf 21. Okt 2019

gibt es noch mehr Bullshit? Veränderung kann man nicht managen (steuern). Man kan Dinge...

mou1337 17. Okt 2019

Heißt es nicht "never change a running system"? Das hat sich zumindest in der IT so...

VigarLunaris 12. Okt 2019

Meist ist ein Change garnicht so schlecht, wenn denn die Vorarbeit richtig gemacht wird...

PerilOS 08. Okt 2019

Was mich immer etwas ratlos lässt, ist wan man seine Stakeholder involvieren sollte. Und...


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