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Chang'e-7: China sucht nach Wasser auf dem Mond

Chinesische Forscher haben Standorte für die Suche nach Wassereis auf dem Mond zusammengestellt. Im Sommer soll Chang'e-7 zum Südpol aufbrechen.
/ Patrick Klapetz
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Die Suche nach Wasser auf der chinesischen Chang'e-7-Mondmission. (Bild: Jie Zhang, Yang Liu, Dijun Guo, et all.)
Die Suche nach Wasser auf der chinesischen Chang'e-7-Mondmission. Bild: Jie Zhang, Yang Liu, Dijun Guo, et all.

Die chinesische Robotermission Chang'e-7 soll im Sommer 2026 zum Mondsüdpol aufbrechen und mittels Fern- und Naherkundungen nach Wassereisvorkommen suchen. Um die Suche möglicherweise zu beschleunigen, veröffentlichte eine Forschungsgruppe unter dem Dach der chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) ein Modell mit wahrscheinlichen Standorten(öffnet im neuen Fenster) und untermalte dieses mit illustrativen Karten.

Zur Erstellung des Modells nutzte das Team hochauflösende Geländedaten des LRO-Mondorbiters (Lunar Reconnaissance Orbiter) der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Anschließend simulierte das Forschungsteam, wie Sonnenlicht, reflektierte Weltraumstrahlung und die Wärme aus dem Inneren des Mondes zusammenwirken, um die Temperaturen im und um den Shackleton-Krater am Mondsüdpol zu bestimmen.

Wassereis im Shackleton-Krater erwartet

Diese Temperaturen wurden dann mit Messungen des Instruments Diviner des LRO-Raumfahrzeugs sowie früheren Nachweisen von Wassereis an der Oberfläche durch die indische Raumsonde Chandrayaan-1 abgeglichen. Anschließend stellte das Team eine Theorie darüber auf, wie schnell Wassereis und andere gefrorene Chemikalien in verschiedenen Tiefen unter der Oberfläche verdampfen und wo sie langfristig bestehen würden.

Zu den Chemikalien, die im Shackleton-Krater erwartet werden, gehören Wassereis (H₂O), Ammoniak (NH₃), Schwefeldioxid (SO₂) und Cyanwasserstoff (HCN) auf oder direkt unter der Oberflächenschicht.

Fundgrube Kraterboden

Die Fachwelt geht davon aus, dass sich diese Chemikalien in permanent im Schatten liegenden Regionen befinden, aber auch in anderen Wassereis-Lagerstätten und Kältetaschen wie an den Kraterwänden und in der Nähe in kleineren Kratern. Ebenso können einige dieser Chemikalien je nach den örtlichen Bedingungen nebeneinander vorkommen.

Aufgrund ihres Modells geht das Team davon aus, dass es im Shackleton-Krater eine beträchtliche Menge an potenziellem Wassereis gibt. Dieses könnte von den Robotern der bevorstehenden Chang'e-7-Mission aufgespürt und untersucht werden, um den Mond sowie andere theoretisch vermutete Chemikalien besser zu verstehen.

"Der größte Teil der Oberfläche des Mondregoliths im Shackleton-Krater weist günstige Bedingungen für die stabile Erhaltung von Wassereis auf. [...] Identifizierte Kältespeicher könnten eine reichhaltige Geschichte der Anreicherung flüchtiger Stoffe bewahren und als Ziele für die In-situ-Erforschung von Wassereis während der Chang'e-7-Mission dienen", heißt es in der Studie des Teams.

Durch die Erkundung der Raumfahrzeuge von Chang'e-7 könnte die vorhandene Menge an Wassereis und anderen Chemikalien im Krater und dem umliegenden Gebiet bestätigt werden. Mit einer geplanten Lebensdauer von acht Jahren dürfte die Wassereisforschung rund um Shackleton bis weit in die 2030er Jahre hinein andauern – wobei nur die Landefähre und der Orbiter für diese Missionsdauer konstruiert wurden. Die beiden mobilen Erkundungsmodule für die Mondoberfläche sind auf wenige Wochen Betriebszeit ausgelegt.

Zur Studie

Die Studie wurde am 7. Februar 2026 in der Fachzeitschrift The Planetary Science Journal veröffentlicht: Thermal Stability of Ice at Shackleton Crater: Implications for Water Ice Detection for the Chang'E-7 Mission(öffnet im neuen Fenster) (Thermische Stabilität des Eises am Shackleton-Krater: Auswirkungen auf die Erkennung von Wassereis für die Chang'E-7-Mission).


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