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Chang'e 6 und Chang'e 7: China zeigt Pläne für seine Mondmissionen

China will bis 2030 eine Mondstation errichten. Doch zunächst sind weitere Missionen geplant. Chang'e 6 und Chang'e 7 sollen 2024 und 2026 zum Mond aufbrechen.
/ Patrick Klapetz
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Eine Illustration der chinesischen Mondstation International Lunar Research Station. (Bild: CGTN)
Eine Illustration der chinesischen Mondstation International Lunar Research Station. Bild: CGTN

Chang'e-7 soll dabei den Trabanten nach der Verteilung und den Mengen von Wassereis in den ständig beschatteten Regionen (PSR; permanently-shadowed regions) absuchen. Dabei soll sie vor allem die Südpolregion des Mondes begutachten – dieser Bereich soll besonders viele Wasservorkommen beherbergen. Einige von ihnen sind als Wassereis in den schattigen Kratern zu finden, andere in Glaskügelchen gebunden , die durch Meteoriteneinschläge verursacht wurden, und auch im Mondregolith (dem Sand und Staub auf dem Mond) sollen Wasseranteile gebunden sein.

Sobald der Chang'e-7-Orbiter die Mondumlaufbahn erfolgreich erreicht hat, wird er eine Landefähre und eine Mini-Flugsonde aussetzen, wie ein Forschungsteam der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) und der Nationalen Weltraumbehörde Chinas (CNSA) in einer Studie(öffnet im neuen Fenster) erklärten. Beide mitgebrachten Raumfahrzeuge sind für In-situ-Analysen – also unmittelbar vor Ort – des Wassereises auf dem Mond vorgesehen. Der Orbiter soll hingegen Fernbeobachtungen mit einer Vielzahl von Instrumenten durchführen.

Wie die Mini-Flugsonde den Mond begutachtet

Die Mini-Flugsonde soll mit einem Wassermolekular-Analysator ausgestattet sein, mit dem sie Wassermoleküle aus dem Oberflächenfrost des Mondes sammeln soll. Die Sonde sei dazu in der Lage, von den sonnenbeschienenen Regionen des Mondsüdpols bis zum dunklen Boden der Einschlagskrater innerhalb der ständig beschatteten Regionen zu fliegen, heißt es.

Damit würde sie gegenüber Mond-Rovern einen erheblichen Vorteil haben. Denn die sind für ein solches Unterfangen bisher nicht konzipiert. Die Böschungen in den Kratern sind teilweise zu steil und können keinen Halt garantieren. Zu schnell wäre die Mission gefährdet.

Derzeit arbeitet die US-Raumfahrtbehörde Nasa jedoch an einem Rover, der genau das bewerkstelligen soll. Viper soll bereits Ende 2024 die Mondkrater nach Wasservorkommen untersuchen.

Die Mini-Flugsonde der Chinesen wird mit einem Bohrwerkzeug, einem mechanischen Arm und einem Heizofen zur Durchführung von Spektralanalysen des lunaren Wassereises ausgestattet sein. Die Flugsonde soll nämlich Wasser, Ammoniak und weitere flüchtige Stoffe am Boden dieser PSR-Krater identifizieren.

Chang'e 6 startet noch 2024

Chang'e 7 ist aber nicht die einzige geplante Mission. Derzeit befindet sich noch die Chang'e-4-Mission mit dem Rover Jadehase-2 (Yutu-2) auf der erdabgewandten Seite des Mondes und sammelt fleißig neue Daten. Ein Missionsende ist derzeit nicht in Sicht. Die Change'-5-Mission war eine erfolgreiche Proben-Rückführmission aus dem Jahr 2020. Zu den gesammelten Gesteins- und Staubproben werden immer noch Studien veröffentlicht.

Chang'e 6 soll bereits 2024 zum Mond aufbrechen. Auch sie soll auf der Rückseite des Mondes landen, Proben sammeln und diese Proben ebenfalls zur Erde befördern. Sie ist voraussichtlich ein Systemtest für Chang'e 7.

2028 soll mit Chang'e 8 bereits die nächste Mission zum Mond aufbrechen. Gemeinsam mit der Vorgängermission (Chang'e 7) soll sie Experimente zur In-Situ-Ressourcennutzung (ISRU) durchführen. Das Ziel beider Missionen ist die Errichtung einer internationalen Mondforschungsstation namens ILRS (International Lunar Research Station).

All diese Missionen sind Teil des ehrgeizigen Plans Chinas zur Erforschung des Mondes durch Roboter und Menschen. Bis 2030 sollen auch die ersten chinesischen Astronauten auf dem Mond landen.

Das liegt zwar hinter dem Zeitplan der Artemis-Mondmissionen der amerikanischen (Nasa), europäischen (Esa), kanadischen (CSA) und japanischen (Jaxa) Raumfahrtbehörden. Sie wollen mit Artemis III bereits 2025 zwei Personen auf der Mondoberfläche landen lassen. Bis zur Errichtung einer eigenen Mondbasis wird das Artemis-Projekt vermutlich länger als das chinesische benötigen.

Zur Studie

Die Studie wurde im Fachmagazin Space: Science & Technology publiziert. Der Titel lautet: Research of Lunar Water-Ice and Exploration for China's Future Lunar Water-Ice Exploration(öffnet im neuen Fenster) (Erforschung des Wassereises auf dem Mond und Exploration für Chinas zukünftige Erforschung des Wassereises auf dem Mond).


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