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Chang'e 5: Neues Material auf dem Mond entdeckt

Eine chinesische Forschungsgruppe hat ein neues Mineral auf dem Mond entdeckt. Es entstand vermutlich durch den Einschlag eines Asteroiden .
/ Patrick Klapetz
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Frischer Krater auf Oceanus Procellarum (Bild: NASA/GSFC/Arizona State University)
Frischer Krater auf Oceanus Procellarum Bild: NASA/GSFC/Arizona State University

Eine Forschungsgruppe der Chinesischen Akademie der Wissenschaften(öffnet im neuen Fenster) hat die Proben der Chang'e5-Mission untersucht. Dies war eine Rückführungsmission aus dem Jahr 2020, die Staub- und Gesteinsproben vom Mond zur Erde gebracht hat. Während ihrer Analyse stieß das chinesische Team auf ein neues Material: Changesite-(Y).

Das neu entdeckte Mondmineral Changesite-(Y) gehört zu den Phosphatmineralien. Es besteht aus farblosen, transparenten, säulenförmigen Kristallen. Vermutlich dauerte der Einschlag, der dieses Material formte, zwischen 0,1 und einer Sekunde an. Dabei wurde ein Höchstdruck von elf bis 40 Gigapascal erzeugt.

Laut den Berechnungen der Forschungsgruppe muss dadurch ein Krater mit einem Durchmesser von drei bis 32 Kilometern entstanden sein – je nach Einschlagswinkel.

Eine Kombination aus Kieselsäuremineralen entdeckt

Zudem fanden sie laut einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) eine "verwirrende Kombination von Kieselsäuremineralen" – also aus Hochdruckmineralen, die bei sehr hohen Druck- und Temperaturbedingungen entstehen. Diese können beispielsweise durch Asteroideneinschläge vorkommen oder im Inneren der Erde herrschen.

"Obwohl die Mondoberfläche von zehntausenden von Einschlagskratern bedeckt ist, sind Hochdruckminerale in Mondproben ungewöhnlich" , erklärt der Studienautor Wei Du. Die meisten Hochdruckminerale sind bei hohen Temperaturen instabil, führt der Forscher fort. "Diejenigen, die beim Einschlag entstanden sind, könnten daher einen retrograden Prozess durchlaufen haben."

Vermutlich stammen die Mineralien von einem Asteroideneinschlag

Changesite-(Y) und die Kieselsäuremineralen sind wahrscheinlich bei dem Einschlag entstanden, der den Aristarchus-Krater auf dem Mond mit seinen circa 40 Kilometern Durchmesser formte. Von der Erde aus kann er mit dem bloßen Auge erkannt werden. Er ist der hellste unter den großen Kratern und als helle und große Formation im Nordwesten des Mondes zu erkennen.

Jedoch ist es nicht das erste Mal, dass Hochdruckminerale im Mondregolith entdeckt wurden. Im Jahr 2020 berichtete unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR(öffnet im neuen Fenster) vom Fund eines neuen Materials, das auf den Namen Donwilhelmsit getauft wurde. Im letzten Jahr entdeckte eine chinesische Forschungsgruppe zudem Wasser auf dem Mond, das in Glasperlen eingeschlossen ist – ebenfalls in einer Probe der Chang'e5-Mission.

Zur Studie

Die Studie erschien am 6. Februar 2024 in der Fachzeitschrift Matter and Radiation Extremes: High-pressure minerals and new lunar mineral changesite-(Y) in Chang'e-5 regolith(öffnet im neuen Fenster) (Hochdruckminerale und das neue Mondmineral Changesit-(Y) im Chang'e-5-Regolith).


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