Chandrayaan-3: Vikram-Lander hat 2 Tonnen Mondstaub aufgewirbelt
Die erfolgreiche Mondlandung der indischen Raumfahrtbehörde Isro hat einer Studie zufolge eine Menge Staub aufgewirbelt(öffnet im neuen Fenster) – das soll keine Metapher sein. Die Kameras des Orbiters Chandrayaan-2 haben den Landeplatz des Vikram-Landers von Chandrayaan-3 aus der Mondumlaufbahn aufgenommen.
Dabei entdeckten sie einen Ejekta-Halo (Ablagerung von Auswurfmaterialien um einen Einschlagkrater), also eine riesige ringförmige Wolke aus Mondstaub. Als die Landefähre von Chandrayaan-3 aufsetzte, wirbelten ihre Triebwerke den Mondregolith (Mondstaub) unter sich auf.
Durch Schubdüsen verursachte Staubfahnen können bei einem Landeanflug hinderlich sein. Der Abstand zum Boden kann von den an Bordinstrumenten nicht mehr genau berechnet werden. Außerdem bleiben gefährliche Unebenheiten auf der Oberfläche unentdeckt. Die Triebwerke können sich somit zu früh abschalten oder die Landefähre kann beim Aufsetzen beschädigt werden oder umkippen.
Über zwei Tonnen Staub wurden aufgewirbelt
Das Forschungsteam schätzt, dass bei der Landung etwa 2,06 Tonnen Regolith auf einer Fläche von 108,4 Quadratmetern verstreut wurden. Dabei entstand eine neue obere Schicht von Mondstaub (Epiregolith). Der Halo wurde aufgrund der Unterschiede in der Reflektivität entdeckt.
"Der Verlust der Kohäsion [Anm. d. Red.: Bindungskräfte zwischen Atomen/Molekülen innerhalb eines Stoffes] des Epiregoliths und die daraus resultierende Freilegung des unterirdischen Regoliths könnte zu einer verstärkten fotometrischen Streuung und damit zu der Reflexionsanomalie um das Landegerät geführt haben", heißt es in der Studie.
Zur Studie
Die Studie wurde am 26. Oktober 2023 in der Fachzeitschrift Journal of the Indian Society of Remote Sensing veröffentlicht: Characterisation of Ejecta Halo on the Lunar Surface Around Chandrayaan-3 Vikram Lander Using OHRC Imagery(öffnet im neuen Fenster) (Charakterisierung des Ejekta-Halos auf der Mondoberfläche um den Chandrayaan-3-Vikram-Lander anhand von OHRC-Bildern).
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