CES 2021: So geht eine Messe in Pandemie-Zeiten

Nach anfänglichem Zögern fand die CES 2021 rein virtuell statt - eine Entscheidung, die für viele Hersteller funktioniert hat. Ohne Nachteile ist das dennoch nicht.

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Die CES fand 2021 nur virtuell statt - und nicht wie gewohnt in Las Vegas.
Die CES fand 2021 nur virtuell statt - und nicht wie gewohnt in Las Vegas. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Die CES 2021 ist vorbei - und damit auch die erste rein virtuelle Consumer Electronics Show. Aufgrund der Coronapandemie musste der Veranstalter CTA die physische Veranstaltung absagen. Für Technikinteressierte ist das die richtige Entscheidung gewesen.

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Nach vier Tagen virtueller Messe stellen wir fest: Es wurden gefühlt mindestens so viele Fernseher, Monitore, Grafikkarten, Chipsätze, PC-Komponenten, Autos und Gadgets vorgestellt wie während der CES 2020, die noch kurz vor Bekanntwerden der Corona-Pandemie stattfand. Damit steht die CES 2021 in starkem Gegensatz zur Ifa 2020, die im Nachhinein betrachtet ein Reinfall war.

Das liegt am konsequent virtuellen Konzept der CES 2021. Hersteller mussten inmitten einer sich aktuell weiter verschlimmernden Pandemie keine Mitarbeiter quer über den Globus schicken. Entsprechend gab es keine Absagen: Unternehmen wie Samsung, LG, Sony, AMD und Nvidia zeigten ihre neuen Produkte in digitalen Pressekonferenzen und teilweise an virtuellen Messeständen.

Keine Geistermesse wie die Ifa 2020

Aufgrund des halbgaren virtuellen Teils und der Fixierung auf Pressekonferenzen mit Präsenz und einer Art Ausstellungsfläche scheuten dieselben Unternehmen im Spätsommer 2020 vor einer Teilnahme an der Ifa 2020 zurück - was wir verständlich finden. Die Messe Berlin kann sich damit rühmen, die wohl einzige Präsenzmesse während der Coronapandemie veranstaltet zu haben - und gleichzeitig auch die langweiligste, wie wir feststellten.

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Die CES 2021 dürfte langfristig eine größere Nachwirkung haben: Interessierten Beobachtern werden Samsungs neue Micro-LED-Fernseher in Erinnerung bleiben, LGs Mini-LED-Fernseher oder auch Nvidias, Intels und AMDs zahlreiche Laptop-Chips. Bezüglich der Ifa 2020 können wir uns eigentlich nur noch daran erinnern, dass der Publikumsmagnet ein Stand mit Sexspielzeug war.

Eine rein virtuelle Messe wie die CES 2021 hat aber auch Nachteile. So fehlt mehr oder weniger komplett die kritische Betrachtung der vorgestellten Produkte. Ein Fernseher, ein Notebook, ein Smartphone mag auf Pressebildern des Herstellers toll aussehen und auf dem Papier eine gute Ausstattung haben - es ist aber möglich, dass das Gerät einer genauen Begutachtung von Journalisten nicht standhielte.

Keine schrägen Entdeckungen und wirtschaftliche Nachteile

Auch ist es viel schwerer oder gar unmöglich, schräge Dinge während eines Messerundgangs zu entdecken. Wir erinnern uns noch gut an die smarte Kartoffel, die wir auf der CES 2020 entdeckten - so etwas war in diesem Jahr nicht möglich.

Außerdem kommen mehrere wirtschaftliche Aspekte zu kurz: Hersteller können im direkten Kontakt mit Einkäufern neue Vertriebskanäle aufbauen - eine Messe ist in erster Linie ein Treffen von Herstellern und Verkäufern. Zudem entgehen bei virtuellen Messen lokalen Unternehmen wie Hotels und Restaurants Millioneneinnahmen.

Diese wirtschaftlichen Aspekte dürften auch die Gründe dafür sein, warum wir in Post-Corona-Zeiten wieder große Messen haben werden - möglicherweise immer noch mit mehr Abstand, mehr Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken. Denn so erfolgreich die diesjährige CES inhaltlich auch gewesen sein mag: Dem Veranstaltungsort Las Vegas entgingen Einnahmen, die wohl nur schwer zu beziffern sein dürften.

Die nächste Präsenzmesse im Technikbereich soll der MWC 2021 Ende Juni in Barcelona sein - zumindest, wenn es nach den Veranstaltern geht. Wir warten ab, zumindest aber jetzt mit dem Wissen, dass eine virtuelle Messe funktionieren kann.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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