Abo
  • Services:

Certificate Transparency: Webanwendungen hacken, bevor sie installiert sind

Mit Certificate Transparency werden HTTPS-Zertifikate in öffentlichen Logs gespeichert. Das bringt mehr Sicherheit im TLS-Ökosystem, es führt aber auch zu überraschenden Gefahren für Webanwendungen wie Wordpress.

Artikel von Hanno Böck veröffentlicht am
Certificate Transparency ist ohne Zweifel ein sinnvolles Sicherheitsfeature für TLS - aber es hat unerwartete Konsequenzen für andere Bereiche.
Certificate Transparency ist ohne Zweifel ein sinnvolles Sicherheitsfeature für TLS - aber es hat unerwartete Konsequenzen für andere Bereiche. (Bild: Certificate Transparency / Google)

This text is also available in English.

Inhalt:
  1. Certificate Transparency: Webanwendungen hacken, bevor sie installiert sind
  2. Webanwendungen mit ungesicherten Installationsroutinen
  3. Nur Joomla hat bisher reagiert

Das von Google entwickelte System Certificate Transparency ist inzwischen zu einem wichtigen Teil des TLS-Ökosystems geworden. In öffentlichen und kryptographisch verifizierbaren Logs werden Webseitenzertifikate gespeichert und können von jedem dort eingesehen werden. Das hat viel zur Aufklärung von Vorfällen wie den falsch ausgestellten Zertifikaten von Symantec beigetragen.

Doch Certificate Transparency hat auch Auswirkungen, die bislang kaum bedacht wurden. Die Zertifikate enthalten Informationen, die aus vielerlei Hinsicht interessant sein können - auch für Angreifer.

Hostnamen lassen sich nicht mehr geheim halten

Ein Webseitenzertifikat enthält üblicherweise einen Hostnamen. Damit kann es Aufschluss über Subdomains geben. So kann man beispielsweise die Certificate-Transparency-Suchmaschine crt.sh nutzen, um nach Subdomains einer Domain zu suchen. Hilfreich, wenn man beispielsweise nach allen Subdomains einer Firma suchen möchte, um sie nach Sicherheitslücken abzuklappern.

Stellenmarkt
  1. Hirschvogel Holding GmbH, Denklingen
  2. BWI GmbH, Nürnberg

Ganz praktisch heißt das, dass Subdomains in aller Regel nicht mehr geheim sind - mit der Ausnahme von Wildcard-Zertifikaten oder wenn man die umstrittene Möglichkeit von Redacted-Labels in Certificate Transparency nutzt.

Interne Services unter nicht zu erratenden, "geheimen" Subdomains zu betreiben, war zwar schon immer eine schlechte Idee, da Subdomains immer unverschlüsselt im Datenverkehr mitgelesen werden können, aber durch Certificate Transparency wird das noch mal verdeutlicht.

Manche Zertifizierungsstellen tragen schon heute alle Zertifikate automatisch in öffentliche Logs ein. Symantec wurde von Google nach den ersten größeren Sicherheitsvorfällen 2015 dazu gezwungen. Sogenannte Extended-Validation-Zertifikate müssen sowieso in Logs eingetragen werden. Let's Encrypt trägt ebenso wie Cloudflare freiwillig alle ausgestellten Zertifikate in Logs ein.

Doch auch, wer nicht selbst loggt, findet üblicherweise seine Zertifikate schnell in den Logs wieder, denn der Crawler der Google-Suchmaschine trägt Zertifikate automatisch dort ein.

Bald werden sowieso alle Zertifikate geloggt. Ursprünglich hatten die Chrome-Entwickler angekündigt, das ab September zu verlangen, inzwischen die Deadline aber auf April 2018 verschoben. In der Praxis landen aber schon heute sehr viele Zertifikate schnell in Logs.

Webanwendungen mit ungesicherten Installationsroutinen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 125,99€
  2. (u. a. Ni No Kuni 2 29,99€, Dark Souls 3 25,49€)
  3. 199,00€
  4. Code 100SGS3

RipClaw 31. Jul 2017

Das mit dem "erst im Heimnetz installieren" machen leider die wenigsten. Die meisten...

JustSnipy 30. Jul 2017

Ist das Unternehmen groß genug, dass sich ein CEO-Fraud lohnen würde, wird in der Regel...

Vogel22 30. Jul 2017

Man kann den Prozess ja recht einfach mit einem Zwischenschritt absichern. Man benötigt...

thomas.pi 30. Jul 2017

Ich möchte ja erreichen, dass nicht jeder einen Mangento Shop aufsetzten kann und damit...

User_x 29. Jul 2017

und solange nix passiert, kräht auch kein hahn danach. mein vermieter ist kein...


Folgen Sie uns
       


Cinebench R20 auf Threadripper 2950X ausprobiert

Cinebench R20 soll mit bis zu 256 Threads umgehen können.

Cinebench R20 auf Threadripper 2950X ausprobiert Video aufrufen
Thyssen-Krupp Testturm Rottweil: Herr Fetzer parkt die Aufzugkabine um
Thyssen-Krupp Testturm Rottweil
Herr Fetzer parkt die Aufzugkabine um

Ohne Aufzüge gäbe es keine Hochhäuser. Aber inzwischen sind Wolkenkratzer zu hoch für herkömmliche Systeme. Thyssen-Krupp testet derzeit einen neuartigen Aufzug, der beliebig hoch fahren kann. Inspiriert ist er vom Paternoster und dem Transrapid. Wir waren im Testturm.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Ceramic Speed Hätte, hätte - Fahrrad ohne Kette
  2. Geheimdienste und Bundeswehr Masterstudiengang für Staatshacker gestartet
  3. Sonitus Technologies Zahnmikrofon sorgt für klare Kommunikation

Microsoft: Die ganz normale, lautlose Cloud-Apokalypse
Microsoft
Die ganz normale, lautlose Cloud-Apokalypse

Wenn Cloud-Dienste ausfallen, ist oft nur ein Server kaputt. Wenn aber Googles Safe-Browsing-Systeme den Zugriff auf die deutsche Microsoft Cloud komplett blockieren, liegt noch viel mehr im Argen - und das lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten.
Von Sebastian Grüner

  1. Services Gemeinsames Accenture Microsoft Business arbeitet bereits
  2. Business Accenture und Microsoft gründen gemeinsame Service-Sparte
  3. AWS, Azure, Alibaba, IBM Cloud Wo die Cloud hilft - und wo nicht

Flugzeugabsturz: Boeing 737 MAX geht wegen Softwarefehler außer Betrieb
Flugzeugabsturz
Boeing 737 MAX geht wegen Softwarefehler außer Betrieb

Wegen eines bekannten Softwarefehlers wird der Flugbetrieb für Boeings neustes Flugzeug fast weltweit eingestellt - Die letzte Ausnahme war: die USA. Der Umgang der amerikanischen Flugaufsichtsbehörde mit den Problemen des neuen Flugzeugs erscheint zweifelhaft.

  1. Boeing Rollout der neuen 777X in wenigen Tagen
  2. Boeing 747 Der Jumbo Jet wird 50 Jahre alt
  3. Lufttaxi Uber sucht eine weitere Stadt für Uber-Air-Test

    •  /