Cern: Verlässlichkeit und Spaß mit freier Hardware

Das europäische Kernforschungszentrum Cern(öffnet im neuen Fenster) arbeitet gemeinsam mit Herstellern und der IEEE an einer Ethernet-basierten Netzwerktechnik mit der sich über 1.000 Geräte mit einer Genauigkeit von unter einer Nanosekunde über bis zu 10 Kilometer lange Glasfaserkabel synchronisieren lassen. Das alleine wäre schon etwas besonderes, wenn die White Rabbit(öffnet im neuen Fenster) getaufte Technik nicht auch noch auf offener Hardware basieren würde. Dabei arbeiten mehrere wissenschaftliche Institute und Unternehmen, darunter auch große Halbleiterhersteller zusammen – unter der Leitung des Cern.

Die Unternehmen vom Design und der Produktion offener Hardware zu überzeugen ist laut Cern-Mitarbeitern Evangelia Gousiou nicht immer einfach. Nicht nur kleine, auch große Hersteller würden das für sie noch neue Konzept mittlerweile interessant finden. Gousiou bot in ihrem Vortrag auf der noch jungen Tüftler-Veranstaltung Exceptionally Hard & Soft Meeting (ESHM)(öffnet im neuen Fenster) einen kleinen Überblick über die Open-Hardware-Bemühungen des Cern. Doch gerade bei Langzeitprojekten wie dem Large Hadron Collider (LHC) sei es wichtig, verlässliche und auch Jahrzehnte lang ersetzbare Hardware-Komponenten einzusetzen.
Zukunftssicherer
Mit offener Hardware sei es beispielsweise weniger problematisch, wenn ein Hersteller pleite gehe, Produkte aus dem Programm nehme oder die Preise deutlich anhebe. Zudem wirke sich das offene Design positiv auf die Qualität der Hardware aus. Die Hersteller würden für ihre Arbeit gut bezahlt, so dass sich laut Gousiou für alle Seiten eine Win-Win-Situation ergebe. Und oben drauf noch das gute Gefühl entstehe, gemeinsam etwas zu bewirken – es macht Spaß, so Gousiou.
Das Open Hardware Repository (OHWR)(öffnet im neuen Fenster) des Cern umfasst mittlerweile 100 aktive Projekte, 70 davon wurden vom Cern initiiert, 30 von anderen Organisationen. Insgesamt 60 Hardware-Designs werden dort bereits gepflegt. Mit seiner eigenen Open-Hardware-Lizenz, der Cern OHL(öffnet im neuen Fenster) , will das Cern seit 2011 den notwendigen juristischen Rahmen dafür bieten, um Hardwarespezifikationen und die dazugehörende Dokumentation als Open Source zu veröffentlichen.
In einem weiteren Vortrag auf EHSM wird Gousiou am Samstag, dem 29. Dezember 2012 auf das Open-Hardware-Projekt White Rabbit eingehen. Der Vortrag startet um 10:15 Uhr, dauert eine halbe Stunde und wird live gestreamt(öffnet im neuen Fenster) . Die EHSM findet vom 28. bis zum 30. Dezember 2012 im Mathematikgebäude der Technischen Universität Berlin statt.



