Das sind Niantics Pläne für Web3, NFTs und Blockchain
Golem.de: Beunruhigt Sie der Gedanke an ein eher eskapistisches Virtual-Reality-Metaverse?
John Hanke: Das beunruhigt mich nur insofern, als dass viel Zeit und Geld verschwendet wird, um es zu bauen. Es würde mich beunruhigen, wenn sie wirklich populär werden und die Leute mit VR-Brillen in geschlossenen Räumen sitzen. Das wäre eine schlechte Entwicklung für die Menschheit, aber ich glaube nicht, dass das passieren wird. Diese Art von VR-Erfahrung wird so sein, wie einen Film auf einem wirklich schönen Fernseher mit einem wirklich guten Soundsystem anzuschauen. Das will man vielleicht zwei Stunden pro Woche machen.
Golem.de: Niantic hat kürzlich angekündigt, dass es Entlassungen geben wird und dass das Unternehmen in "wirtschaftlichen Turbulenzen" steckt. Warum ist die kommende Krise für Niantic gefährlicher als die Pandemie?
John Hanke: Dem Unternehmen geht es wirklich gut. Events wie heute zeigen, dass wir davon profitieren, dass die Menschen in die reale Welt zurückkehren. Beim Personalabbau ging es darum, die makroökonomische Situation zu antizipieren, die für alle gilt. Ich denke, wir sind besser aufgestellt als Unternehmen, die nicht von dieser Rückkehr profitieren.
Dennoch müssen wir uns bewusst sein, dass es zu einer Rezession kommen könnte. Wir versuchen einfach, vorsichtig zu sein und sicherzustellen, dass wir so stark sind wie möglich. Wir sind in den letzten zwei Jahren gewachsen, und wir werden abwarten, was mit der makroökonomischen Situation passiert.
Golem.de: Niantic hat auch unangekündigte Projekte gecancelt, davor wurden bereits Catan World Explorers und das Harry-Potter-Spiel eingestellt. Wieso hat Niantic noch kein anderes Spiel gefunden, das so gut funktioniert wie Pokemon Go?
John Hanke: Wir sind zufrieden damit, wie sich Ingress über einen noch längeren Zeitraum entwickelt. Es hat eine Menge Fans hier in Deutschland. Unser Ansatz bei der Entwicklung von Spielen war schon immer, viele Projekte anzufangen und deren Anzahl im Laufe des Entwicklungsprozesses zu reduzieren. Bei der Entwicklung von Spielen ist es wie bei jedem anderen kreativen Projekt: Man weiß erst, was funktionieren wird, wenn man weit genug vorangeschritten ist.
Wir haben noch vier weitere unveröffentlichte Projekte. Also konzentrieren wir die Leute hauptsächlich auf diese Projekte, von denen wir glauben, dass sie mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein werden. Ich denke, das ist ein natürlicher Teil des Spielentwicklungsprozesses.
Golem.de: In Folge des Bitcoin-Crashs wurden viele unangekündigte Mobile Games eingestellt, die mit Blockchain- und NFT-Technologie arbeiteten. Hat Niantic damit auch experimentiert?
John Hanke: Wir haben ein kleines Team namens SpotX, über das wir auf unserer Entwicklerkonferenz gesprochen haben. Es ist ein sechsköpfiges Team. Sie sind sozusagen unsere Experimentiergruppe für NFT- und Blockchain-basierte Spiele, und wir planen, in diesem Jahr mehr mit ihnen zu machen.
Aber wir befinden uns noch in einer Lernphase. Wir sind noch nicht so weit, diese Technologie in unsere Hauptspiele zu integrieren, aber es könnte passieren. Blockchain halte ich für sehr interessant. Sie könnte sehr wichtig werden, aber das wissen wir noch nicht. Als Unternehmen müssen wir uns auskennen und selbst damit arbeiten. Ich glaube nicht, dass wir nur anderen Leuten dabei zusehen können. Wir müssen die Technologie selbst in die Hand nehmen, um zu sehen, wie sie funktionieren könnte.
Golem.de: Aber Sie gehen noch nicht aufs Ganze.
John Hanke: Noch nicht. Ich habe öffentlich gesagt, dass ich denke, dass die Idee einer webbasierten Identität unsere Privatsphäre besser schützen könnte als die Anmeldung bei bestehenden Diensten, die Sie heute zum Beispiel für die Anmeldung bei einer App verwenden würden. Das könnte ein wichtiger Teil der Zukunft und des Metaverse der realen Welt sein.
Das Eigentum an digitalen Objekten fühlt sich intuitiv richtig an. Wahrscheinlich sollte es nicht nur etwas sein, das durch Nutzungsbedingungen an ein einzelnes Unternehmen gebunden ist. Eigentum in einer umfassenderen Weise fühlt sich wie eine bessere Antwort für digitale Güter an. Das ist ein Bereich, in dem die Blockchain wichtig sein könnte.
Wenn man als Gamer viel Energie und Mühe in ein Spiel investiert und einen großen Bestand an Dingen ansammelt und dann beschließt, dass man ein anderes Spiel spielen möchte, wäre es für Gamer wahrscheinlich gut, wenn man diese Dinge einfach an jemand anderen verkaufen könnte. Wenn man Ski fährt und einen Haufen Skiausrüstungen kauft und dann beschließt, dass man mit dem Radfahren anfangen möchte, kann man seine Skiausrüstung verkaufen und damit ein schöneres Fahrrad kaufen. Aber es ist noch ein weiter Weg, bis das Wirklichkeit wird.
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| Niantic-CEO John Hanke: Die Zukunft ist nicht vor dem Bildschirm | So will Niantic die Privatsphäre schützen und neue Kunden erreichen |










Also selbst mit der genannten Primax hast du nur 4k (pro Auge) bei einer Virtuellen...
Das liegt vielleicht auch daran, das die Zielgruppe kaum an passende Grafikkarten...
...während alle anderen Menschen nur für das Wohl der Mitmenschen arbeiten, oder wie? :D
Seh ich ähnlich. Zocken ist für mich "weg vom alltag". Einfach in eine andere Welt...