Abo
  • Services:

CEO-Fraud: Autozulieferer Leoni um 40 Millionen Euro betrogen

Mit dem sogenannten Chef-Trick erbeuten Kriminelle oft Millionenbeträge von Unternehmen. Mit fingierten E-Mails und Zahlungsanweisungen werden illegale Geldtransfers eingeleitet. Jetzt hat es einen großen deutschen Automobilzulieferer getroffen.

Artikel veröffentlicht am ,
Leoni stellt Kabelinfrastruktur her.
Leoni stellt Kabelinfrastruktur her. (Bild: Leoni AG)

Der deutsche Automobilzulieferer Leoni ist um rund 40 Millionen Euro betrogen worden, wie das Unternehmen am Dienstag selbst bekanntgegeben hat. Die Angreifer nutzten dabei offenbar eine als Chef-Trick oder CEO-Fraud bekannt gewordene Masche, um sich Zugriff auf die Zahlungen zu sichern.

Stellenmarkt
  1. Deloitte, verschiedene Einsatzorte
  2. CSP GmbH und Co. KG, Deutschland

Die Kriminellen operierten offenbar mit gefälschten Dokumenten und fingierten Identitäten und nutzten "elektronische Kommunikationswege", um die betrügerischen Zahlungen anzuweisen. Den Begriff Chef-Trick nutzt das Unternehmen nicht selbst, dies sei "eine Interpretation verschiedener Medien, weil in der Vergangenheit ähnliche Vorfälle so bezeichnet wurden", sagte ein Sprecher.

Gelder ins Ausland transferiert

Die Gelder wurden dem Unternehmen zufolge auf Zielkonten im Ausland transferiert. Der Sprecher konnte mit Verweis auf laufende kriminalpolizeiliche Ermittlungen im Gespräch mit Golem.de keine genaueren Angaben zu vermuteten Tätern, Zielland und zeitlichem Ablauf des Angriffes machen.

Der Vorfall wurde der Mitteilung des Unternehmens zufolge am 12. August 2016 erkannt, daraufhin seien sofort interne Ermittlungen aufgenommen, außerdem sei die Polizei eingeschaltet worden. Derzeit würden außerdem auch Schadenersatz und Versicherungsansprüche geprüft.

Eine Zusammenarbeit mit dem BSI oder einem Cert findet derzeit nicht statt, wie der Sprecher sagte. Dies sei nicht notwendig, weil die IT-Infrastruktur des Unternehmens nicht kompromittiert sei. "Wir haben das durch unsere interne IT-Security-Abteilung untersuchen lassen, es gibt keinerlei Hinweise für einen Einbruch", sagte der Sprecher.

Die Leoni AG ist ein börsennotiertes Unternehmen und muss entsprechende Vorfälle daher öffentlich berichten. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich der Automobilindustrie als Zulieferer tätig und erzielt dort nach eigenen Angaben rund 80 Prozent der Umsätze. Leoni stellt Kabel- und Bussysteme für die Bordelektronik zur Verfügung.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Leoni einen Umsatz von rund 4,5 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von etwa 151 Millionen Euro ausgewiesen. Das aktuelle Geschäft laufe "prognosekonform", die Liquidität des Unternehmens sei von dem aktuellen Vorfall "nicht wesentlich beeinträchtigt", heißt es in der Pressemitteilung.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 34,99€

My1 19. Aug 2016

ich persönlich kenn da nicht so ganz den unterschied aber fakt ist dass es nicht ernst war

Moe479 18. Aug 2016

naja deren it und rechnungswesen bzw. deren leitung imho schon ... ich meine wenn bei...

ChurchOfDatacenter 18. Aug 2016

Klassisches social Hacking. Telefonisch gibt sich der Betrüger sich als Mitarbeiter der...

Nr.1 18. Aug 2016

Ich bin mal gespannt, wann das Unternehmen Kevin oder Chantal auf diese Masche...

Porterex 17. Aug 2016

Als zusätzliche Sicherheit könnte man auch die eigenen Mails mit PGP/GNUPG Signieren bzw...


Folgen Sie uns
       


HTC U12 Life - Hands on (Ifa 2018)

HTC hat mit dem U12 Life ein neues Mittelklasse-Smartphone vorgestellt, das besonders durch die gravierte Glasrückseite auffällt. Golem.de konnte sich das Gerät vor dem Marktstart anschauen.

HTC U12 Life - Hands on (Ifa 2018) Video aufrufen
iOS 12 im Test: Auch Apple will es Nutzern leichter machen
iOS 12 im Test
Auch Apple will es Nutzern leichter machen

Apple setzt mit iOS 12 weniger auf aufsehenerregende Funktionen als auf viele kleine Verbesserungen für den Alltag. Das erinnert an Google und Android 9, was nicht zwingend schlecht ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple Siri-Kurzbefehle-App für iOS 12 verfügbar

Energietechnik: Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus
Energietechnik
Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus

Ein Akku mit der Energiekapazität eines Benzintanks würde viele Probleme lösen. In der Theorie ist das möglich. In der Praxis ist noch viel Arbeit nötig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Elektroautos CDU will Bau von Akkuzellenfabriken subventionieren
  2. Brine4Power EWE will Strom unter der Erde speichern
  3. Forschung Akku für Elektroautos macht es sich im Winter warm

Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


      •  /