CEO Andy Jassy: Amazon-Preise steigen wegen Trumps Zöllen

Der CEO von Amazon, Andy Jassy, hat im Gespräch mit dem Nachrichtensender CNBC(öffnet im neuen Fenster) von steigenden Preisen beim Onlinehändler in den USA berichtet. Die von Donald Trump verhängten Zölle hätten langsam Auswirkungen auf die Preisgestaltung, wie Jassy erklärt.
"Wir beginnen zu beobachten, dass sich einige der Zölle in einigen Preisen und einigen Artikeln niederschlagen. Und wir sehen, dass einige Verkäufer beschließen, diese höheren Kosten in Form von höheren Preisen an die Verbraucher weiterzugeben" , sagt Jassy. "Einige entscheiden sich dafür, die Kosten zu absorbieren, um die Nachfrage anzukurbeln, andere wählen einen Mittelweg."
Die Verzögerung von fast einem Jahr nach Verkündung der ersten Zölle erklärt Jassy damit, dass viele Händler sich rechtzeitig mit einem Inventar eingedeckt hätten. Diese Vorräte seien aber mittlerweile ausverkauft, weshalb sich die Zölle nun langsam auf die Preise niederschlügen.
Einige Amazon-Händler haben Preise bereits erhöht
CNBC berichtet von Amazon-Sellern, die dem Sender erklärt hätten, die Preise erhöhen zu wollen – oder dies schon getan hätten. Donald Trump hatte mehrfach erklärt, dass die Strafzölle nicht von US-amerikanischen Konsumenten gezahlt werden müssten, was Experten direkt anzweifelten.
Einer jüngsten Studie zufolge zahlen US-amerikanische Konsumenten 96 Prozent der anfallenden Zolllast. Gleichzeitig haben sich die weltweiten Exporte in die USA verringert, weshalb dem Kiel Institut für Wirtschaft zufolge beide Seiten Nachteile haben.
Jassy zufolge versucht Amazon, die Preise so niedrig wie möglich zu halten. In einigen Fällen seien aber Preiserhöhungen unausweichlich: "Der Einzelhandel ist ein Geschäft mit Margen im einstelligen Bereich. Wenn die Kosten für die Händler um 10 Prozent steigen, gibt es nicht viele Möglichkeiten, dies zu kompensieren" , erklärt Jassy.



