CentOS: Red Hat macht RHEL teils kostenlos

Der Linux-Distributor Red Hat hat zwei neue Programme zur Lizenzierung seiner Distribution Red Hat Enterprise Linux(öffnet im neuen Fenster) (RHEL) angekündigt. Darüber soll RHEL künftig auch unter bestimmten Bedingungen kostenlos genutzt werden können, was so bisher nicht möglich war. Red Hat reagiert damit direkt auf die Umbauarbeiten an der freien Community-Distribution CentOS und der teils deutlichen negativen Kritik daran.
Das bisherige Entwicklungsmodell von Red Hat stellt Nutzern neue oder experimentelle Funktionen über die Community-Distribution Fedora bereit. Diese werden teils im Laufe von Jahren stabilisiert und in Red Hat Enterprise Linux (RHEL) integriert. Aus den Quellen von RHEL wiederum entsteht die stabile Variante von CentOS. Das soll vor allem Admins eine notwendige Stabilität für ihre Systeme garantieren.
Künftig wird diese Vorgehensweise jedoch von CentOS-Stream ersetzt. Dabei handelt es sich um eine Rolling-Release-Distribution, die als eine Art Upstream für die nächste RHEL-Version dient, mit einer Vorschau auf neue Kernel-Versionen und neue Funktionen. Der klassische RHEL-Nachbau entfällt. Kurz nach der Ankündigung durch Red Hat haben sich einige weitere Community-Projekte gegründet, die dies jedoch weiterführen wollen. Auch Konkurrent Oracle wirbt inzwischen um CentOS-Nutzer .
Gratis RHEL in kleinem Umfang
Darauf reagiert Red Hat nun also mit Gratislizenzen von RHEL. Künftig soll es möglich sein, den Developer-Account, statt nur auf einem physischen System kostenfrei nutzen zu dürfen, auch auf bis zu 16 Produktivsystemen einsetzen zu können. Damit sollen sich laut RHEL einige kleinere Anwendungsszenarien abdecken lassen. Die Nutzung soll explizit auch in Cloud-Umgebungen möglich sein.
Zusätzlich dazu erweitert Red Hat auch sein Entwicklungsprogramm für Teams. Kunden mit einer RHEL-Lizenz sollen ihre Entwicklungsteams einfach dem eigenen Abo hinzufügen und darüber RHEL kostenfrei bereitstellen können. Auch hier lässt sich RHEL ohne Lizengebühren zum Zweck der Entwicklung in Cloud-Umgebungen hosten.
Darüber hinaus will Red Hat an weiteren Programmen arbeiten, die die bisherigen Einsatzzwecke von CentOS abdecken können. Die erste Ankündigung dazu will Red Hat bereits in einem Monat vorstellen.



