CentOS-Nachfolge: Rocky Linux will RHEL-Quellcode-Beschränkungen umgehen

Die Macher des RHEL-Nachbaus Rocky Linux äußern erste Pläne dazu, wie sie weitermachen wollen. Das Team sieht sich rechtlich gut abgesichert.

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Viele Wege führen zum Quellcode.
Viele Wege führen zum Quellcode. (Bild: Pixabay)

Die Linux-Distribution Rocky Linux will auch künftig weiter einen klassischen Nachbau von Red Hat Enterprise Linux bieten, obwohl Anbieter Red Hat die Verfügbarkeit des Quellcodes massiv eingeschränkt hat, um eben diese Nachbauten zu erschweren. Wie das Team von Rocky Linux nun schreibt, hat es andere Wege gefunden, den Quellcode für seinen Nachbau zu beziehen, und benennt diese direkt.

Dazu heißt es in der Ankündigung: "Eine Möglichkeit besteht in der Verwendung von UBI-Container-Images, die auf RHEL basieren und über verschiedene Onlinequellen (einschließlich Docker Hub) erhältlich sind. Mit dem UBI-Image ist es leicht möglich, Red-Hat-Quellen zuverlässig und unbelastet zu beziehen. Wir haben dies mit OCI-Containern (Open Container Initiative) getestet, und es funktioniert genau wie erwartet." Mit dem Universal Base Image (UBI) bietet Red Hat Container-Abbilder, zu denen das Unternehmen selbst schreibt, dass deren Pakete direkt aus RHEL stammen und auf die gleiche Art und Weise unterstützt werden wie diese.

Eine weitere Quelle für den Nachbau durch Rocky Linux sollen außerdem Cloudinstanzen mit RHEL sein, die pro Nutzung abgerechnet werden. Dazu heißt es: "Damit kann jeder RHEL-Images in der Cloud aufsetzen und so den Quellcode für alle Pakete und Errata erhalten." Das lasse sich außerdem gut und einfach automatisieren, um den Quellcode direkt in die eigenen Git-Repositorys zu überführen.

An dem Vorgehen von Red Hat wird kritisiert, dass sich das Unternehmen vorbehält, bestehende Support-Verträge beim Ausüben von Rechten im Sinne der GPL entweder einzuschränken oder ganz zu beenden. Rocky Linux schreibt dazu: "Während die Community darüber debattiert, ob dies gegen die GPL verstößt, sind wir der festen Überzeugung, dass solche Vereinbarungen gegen den Geist und Zweck von Open Source verstoßen. Daher weigern wir uns, ihnen zuzustimmen." Das Team habe deshalb eben andere Wege für den Zugriff auf den Quellcode gesucht und gefunden und sieht sich überdies rechtlich auf der sicheren Seite. Immerhin müsse auch bei der Nutzung in der Cloud oder als Container-Image die GPL eingehalten werden.

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