Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Cellforce: Porsche schließt unter anderem Batterie-Tochterunternehmen

Im Rahmen des unternehmensweiten Strategiewechsels und schlechter Geschäfte in den USA und China will Porsche sparen – rund 500 Mitarbeiter sind betroffen.
/ Tobias Költzsch und dpa
10 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Porsche wickelt insgesamt drei Tochterunternehmen ab. (Bild: Porsche)
Porsche wickelt insgesamt drei Tochterunternehmen ab. Bild: Porsche

Der kriselnde Sportwagenbauer Porsche will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und schließt drei Tochterunternehmen. Die Batterietochter Cellforce, die eBike Performance GmbH sowie die Softwaretochter Cetitec sollen nicht weitergeführt werden, wie das Stuttgarter Unternehmen mitteilte(öffnet im neuen Fenster). Das hätten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen.

Insgesamt sind den Angaben nach etwa 500 Beschäftigte betroffen. Erst vor zwei Wochen hatte Porsche angekündigt, unter anderem seine Beteiligung an der Luxus-Sportwagenschmiede Bugatti verkaufen zu wollen. Porsche muss sich nach Angaben von Vorstandschef Michael Leiters wieder auf das Kerngeschäft fokussieren. Das sei die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung.

"Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten – auch bei unseren Tochtergesellschaften", sagte Leiters. Bis wann die Unternehmen abgewickelt werden sollen, war zunächst unklar. Erst im vergangenen August hatte Porsche einen Personalabbau bei Cellforce mit Sitz im baden-württembergischen Kirchentellinsfurt angekündigt. Nach früheren Informationen der Deutschen Presse-Agentur waren damals mehr als zwei Drittel der 280 Mitarbeiter betroffen.

Porsche hat Elektrostrategie verworfen

Grund für den Schritt war ein Strategiewechsel – weg von den ambitionierten E-Auto-Zielen, wieder hin zu mehr Verbrennern. Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung mit einer technologieoffenen Antriebsstrategie besteht für Cellforce keine ausreichend tragfähige Perspektive mehr, teilte Porsche nun mit. Rund 50 Mitarbeiter seien vom Personalabbau betroffen.

Die Porsche eBike Performance GmbH wurde einst zur Entwicklung von E-Bike-Antriebssystemen gegründet. Die Aktivitäten werden den Angaben nach wegen grundlegend veränderter Marktbedingungen eingestellt. Die Betriebsschließung an den Standorten Ottobrunn und Zagreb betreffe rund 350 Mitarbeiter. Bei der Softwarefirma Cetitec mit Sitz in Pforzheim sind etwa 60 Mitarbeiter in Deutschland und 30 in Kroatien von der geplanten Abwicklung betroffen. Dort wird die Geschäftsleitung Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen.

Aus Porsche, früher erfolgsverwöhnt und Gewinnbringer der Konzernmutter VW, ist im Laufe des Jahres 2025 ein Unternehmen im Krisenmodus geworden. Das Konzernergebnis betrug nur noch 310 Millionen Euro – und damit gut 91 Prozent weniger als im bereits schwächeren Jahr 2024. Ein Ende ist aktuell nicht in Sicht: Auch im ersten Quartal sackte der Gewinn um fast ein Viertel ab.

Geschäft in China und den USA belasten das Unternehmen

Ursachen für die schwierige Lage gibt es viele: Die Geschäfte in China stocken deutlich, die US-Zollpolitik kostete Hunderte Millionen Euro, und die E-Modelle von Porsche finden deutlich weniger Anklang als erwartet. Allein der Schwenk bei den Elektro-Zielen von Ex-Porsche-Chef Oliver Blume kostete Porsche rund 2,4 Milliarden Euro. Die Cellforce-Abwicklung belastete bereits 2025 mit rund 700 Millionen Euro. In diesem Jahr rechnet das Management mit Kosten in Höhe von 900 Millionen Euro für den Unternehmensumbau.


Relevante Themen