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Die Plus- und Minuspunkte des Origin

Das modulare Konzept ist im Moment einzigartig auf dem Markt der Smart-Teleskope. Einzelne Teile können ausgetauscht und ergänzt werden, um das System auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. Gerade bei einem doch sehr hohen Einstiegspreis müssen Kunden so nicht das komplette Gerät nach wenigen Jahren austauschen.

Einen EQ-Modus gibt es zwar auch für andere Smart-Teleskope, allerdings sind diese deutlich kleiner und leichter. Das macht es technisch einfacher. Das Origin ist das erste große Teleskop, das diese Möglichkeit der langen Belichtungszeiten anbietet.

Dazu kommt das Autoguiding-System, das die Genauigkeit bei langen Einzelbelichtungen verbessert. Das macht das Origin zu einem professionellen Astrofotografie Set-up.

Das Stativ und die Montierung sind massiv und stabil und auch für größere Teleskope geeignet. Da es keine speziellen Komponenten für das Origin-Teleskop sind, kann die Montierung auch mit anderen Teleskopen verwendet werden, was zusätzliche Investitionen erspart.

Die Möglichkeit, unterschiedliche Kameras und Filter zu verwenden, spricht ebenfalls für die Flexibilität des Systems.

Die Software unterstützt aktiv das Erstellen von Kalibrierungsbildern wie Dark- und Flatframes, die bei der professionellen Bearbeitung der Bilddaten helfen.

Was noch nicht so gut funktioniert

Die Hardware des Celestron Origin ist solide, aber die Software hat auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial. Das Origin ist ein komplexes Gerät mit sehr vielen Einstellungsmöglichkeiten. Gerade deshalb ist es wichtig, einen strukturierten und bestenfalls nach Erfahrungsgrad (Einsteiger, Fortgeschrittene, Experten) gefilterten Zugang zu geben. Einstellungen, deren Sinn ein Nutzer (noch) nicht versteht, sollte er auch erst einmal nicht anpassen.

Im aktuellen Zustand ist die Steuerung eher verwirrend. Für erfahrene Nutzerinnen fehlen dagegen Funktionen wie ein Mosaik-Modus, bei dem das Bildfeld durch überlappende Aufnahmen vergrößert wird. Das kann man auch von Hand durch Anpassen des Framings in der Kameraansicht machen, aber das ist recht umständlich.

Auch das Erstellen der Zeitpläne ist noch recht rudimentär.

Eine weitere Funktion, die erfahrene Anwender vermissen werden, ist das sogenannte Dithering. Dabei wird zwischen den Einzelaufnahmen das Teleskop um wenige Pixel bewegt, damit nicht immer die gleichen Kamerapixel die exakt gleiche Stelle vom Himmel aufnehmen. Das reduziert das Bildrauschen und verhindert typische Rauschmuster im Bild (Walking Noise).

Auch die generelle Stabilität der App lässt noch zu wünschen übrig. In einem Fall ließ sich das Teleskop erst nach einem Reboot initialisieren. Davor kam es immer wieder zu einem Fehler. Hat man den Nebelfilter installiert und das in der App eingestellt, fragt die App extrem häufig nach, ob der Filter noch installiert ist. Das ist eher störend als hilfreich.

Der Zugriff auf die gespeicherten Daten des Teleskops erfolgt durch Anschließen eines USB-Sticks an den verbauten Raspberry Pi. In der App können dann die Ordner der einzelnen Aufnahme Sessions kopiert werden. Allerdings gibt es keine richtige Fortschrittsanzeige oder Bestätigung für den Kopiervorgang. Auch die deutsche Übersetzung ist hier teilweise missverständlich.


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