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Der EQ-Umbau

Mit der optionalen Polhöhenwiege kann das Origin auf eine äquatoriale Montierung umgebaut werden.

Dabei wird die vertikale Rotationsachse und damit die Basis der Montierung um einen bestimmten Winkel geneigt, der abhängig vom Breitengrad des Standortes ist. Diese Achse wird genau auf den geografischen Nordpol (für die Nordhalbkugel) oder den geografischen Südpol (Südhalbkugel) ausgerichtet. Damit ist diese Rotationsachse dann parallel zur Erdachse und beim Nachverfolgen von Objekten am Himmel bei langen Belichtungszeiten muss nur noch eine statt beider Achsen bewegt werden.

Das Teleskop folgt damit genau der Kreisbahn des Objektes am Himmel und es kommt nicht mehr zu einer Rotation des Objektes innerhalb des Bildfeldes wie bei einer azimutalen Montierung. Somit sind deutlich längere Belichtungszeiten möglich. Nachteil ist der deutlich größere Aufwand beim Aufstellen und initialen Ausrichten der Montierung.

Das Origin greift hier auf die für das Nexstar bereits vorhandene und bewährte Technik zurück. Der Anbau erfordert ein wenig Arbeit und ist mit etwas technischem Verständnis gut zu erledigen. Für Unerfahrenere könnte der Umbau aber schon eine gewisse Hürde darstellen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Polhöhenwiege aus Platzgründen für den Transport nicht komplett zusammengebaut ist und somit zusätzliche Arbeiten notwendig sind, die dann allerdings nur einmal anfallen. Der Arbeitsaufwand beim ersten Zusammenbau beträgt rund 30 bis 45 Minuten.

Die NexStar Montierung selbst wird mit den gleichen Rändelschrauben an der Polhöhenwiege befestigt wie vorher an der Basisplatte des Stativs. Aufgrund des Gewichts ist es besser, wenn man das zu zweit macht. Mit etwas Übung klappt es aber auch alleine.

Celestron hat auf seinem Youtube-Kanal eine ganze Serie von Videos(öffnet im neuen Fenster) zum Origin veröffentlicht. Die englischsprachigen Videos erklären die wichtigsten Aufbau- und Bedienkonzepte recht gut, unter anderem auch den Aufbau und Betrieb im EQ-Modus.

Da das Teleskop nun auch über den ursprünglichen Zenitpunkt der Nexstar-Montierung hinaus bewegt wird, gibt es einen zusätzlichen Winkeladapter, damit das Kabel nicht an der Montierung hängenbleiben und beschädigt werden kann. Das ist wohl ein Hinweis darauf, dass der EQ-Modus beim ursprünglichen Design nicht eingeplant war.

Ist das Teleskop im EQ-Modus aufgebaut, muss dieser in der App auch aktiviert werden, da sich damit auch einige Anforderungen an die Bewegung und das Anfahren von Objekten ändern. Zusätzlich muss man einmal das sogenannte Polar-Alignment durchführen, um die Montierung möglichst genau auszurichten. Das ist in der App recht gut gelöst. Das Stativ wird mit der Seite der Azimut-Schrauben in Richtung Norden ausgerichtet.

Beim Initialisieren merkt das Teleskop, dass die Ausrichtung nicht passt, und schlägt den Alignmentprozess vor. Nach dem Starten wird ein Fadenkreuz angezeigt, das die Abweichung anzeigt. Ziel ist es jetzt, durch Einstellen des Azimutwinkels und der Polhöhe an den entsprechenden Schrauben den Punkt genau in die Mitte des Kreuzes zu bewegen. Dabei misst das Teleskop kontinuierlich die Abweichung und zeigt sie in der App an.

Ist der Vorgang abgeschlossen, kann wie vorher auch ein Objekt angefahren und belichtet werden. Dabei sind nun aber deutlich längere Belichtungszeiten als die sonst maximal 10 Sekunden möglich. Das reduziert nicht nur die Datenmenge auf dem internen Speicher, sondern ermöglicht es, auch schwach leuchtende Objekte in einzelnen Aufnahmen schon sichtbar zu machen.

Problematisch sind nur sehr helle Sterne, da diese in der Regel komplett überbelichtet werden, selbst mit dem Nebelfilter.


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