Cebit-Eröffnung: Merkel für Kooperationen mit chinesischer IT-Industrie

Digitalisierung wird die deutsche Wirtschaft grundlegend verändern - das erwartet Bitkom-Präsident Kempf. Bundeskanzlerin Merkel forderte zur Eröffnung der Computermesse in Hannover eine enge Zusammenarbeit mit dem Partnerland China - aber auch verlässliche Regeln.

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Kanzlerin Angela Merkel mit Chinas Vizepremierminister Ma Kai (links) und Alibaba-Gründer Jack Ma bei der CeBit-Eröffnung.
Kanzlerin Angela Merkel mit Chinas Vizepremierminister Ma Kai (links) und Alibaba-Gründer Jack Ma bei der CeBit-Eröffnung. (Bild: Morris MacMatzen/Reuters)

Die diesjährige Cebit ist im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Alibaba-Chef Jack Ma sowie dem chinesischen Vizepremier Ma Kai eröffnet worden. In diesem Jahr ist China das Partnerland.

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Chinas IT-Markt soll laut einer Studie des EITO (European Information Technology Observatory) dieses Jahr um 8,8 Prozent wachsen.

Merkel sprach sich für eine enge Zusammenarbeit mit der IT-Industrie in China aus, forderte aber auch faire Spielregeln im Umgang miteinander. "Es bieten sich Kooperationen geradezu an", sagte die Bundeskanzlerin in ihrer Eröffnungsrede zum Start der Messe am Sonntagabend in Hannover. "Unternehmen und Investoren haben ein natürliches Interesse daran, dass sie wissen, in welchen Rahmenbedingungen sie arbeiten: Berechenbarkeit, Verlässlichkeit, Gleichbehandlung der verschiedenen Unternehmen in unseren Ländern."

Das geplante Investitionsschutzabkommen zwischen der EU und China soll dafür den Weg ebnen. Dabei geht es um die Frage, wie ausländische Investoren im Gastland vor staatlicher Bevormundung bewahrt bleiben, und wie verlässlich etwa die gesetzliche Basis der Vorgaben ist. Dabei stehen der Schutz geistigen Eigentums und ein transparenter Wettbewerb nach marktwirtschaftlichen Kriterien im Vordergrund. Derzeit können ausländische Investoren in wichtigen Branchen nur mit lokalen Partnern auf dem chinesischen Markt agieren.

Der chinesische Vize-Ministerpräsident Ma Kai sicherte zu, Handelshemmnisse abzubauen und warb für ein internationales Regelwerk für die IT-Sicherheit.

Datensicherheit, Industrie 4.0 und Big Data

Dieter Kempf, Chef des Branchenverbands Bitkom sagte, dass die Digitalisierung auch den kleinen Einzelhändler und Handwerker zum Umdenken zwingen werde. "In der Wirtschaft wird kein Stein auf dem anderen bleiben", betonte Kempf. Der Tischler könnte beispielsweise Konkurrenz vom 3D-Drucker bekommen. Der Umsatz der IT- und Telekommunikationsbrache in Deutschland soll laut Bitkom um 1,5 Prozent auf 155,5 Milliarden Euro wachsen. Zuvor war mit einem Anstieg um 0,6 Prozent gerechnet worden. Laut IHK-Unternehmensbarometer versprechen sich zwar 50 Prozent der industriellen Großunternehmen, aber nur 27 Prozent der mittelständischen Unternehmen durch die Digitalisierung ihrer Prozesse Umsatzzuwächse. "Dieses Deutschland der zwei Geschwindigkeiten können wir uns auf Dauer nicht leisten", sagte Microsoft-Manager Klaus von Rottkay.

Jack Ma, Gründer von Alibaba, der größten chinesischen IT-Firmengruppe, die Handelsplattformen und ein Zahlungssystem betreibt, zeigte bei der Eröffnungsrede, wie er per Smartphone eine 67 Jahre alte Briefmarke mit Messemotiv aus Hannover kaufte. Den Kauf schloss Ma per Gesichtserkennung, ab, die über die Kamera des Smartphones durchgeführt wurde. Die Eingabe eines Kennworts war nicht erforderlich.

Wichtige Themen der Messe sind die Datensicherheit, Industrie 4.0 und Big Data. Die Deutsche Telekom und Vodafone wollen für die vernetzte Wirtschaft als Dienstleister tätig sein und versprechen sich ein gutes Geschäft. "Wir werden in den nächsten Jahren das industrielle Internet bauen und damit ein Tor für ganz neue Wertschöpfungsketten aufstoßen", sagte Vodafone-Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum. Die Telekom will laut einem dpa-Bericht Standards setzen, Plattformen bauen, Daten analysieren, Sicherheit bieten und Konnektivität herstellen. T-Systems-Chef Reinhard Clemens hob hervor, dass hiesige Unternehmen zwar aktuell im Maschinen- und Anlagenbau oft Weltmarktführer seien, doch diese Position könnte mit der Digitalisierung in Gefahr geraten.

Auf den traditionellen Messerundgang muss Merkel dieses Jahr verzichten und lässt sich auf der Messe von Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) vertreten.

Die Cebit 2015 findet vom 16. bis 20. März statt.

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