CDU-Wirtschaftsrat: Stromnetz soll E-Autoboom nicht gewachsen sein
Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, warnt vor Euphorie und unrealistischen Erwartungen an die Elektromobilität. "In der E-Mobilität das Maß aller Dinge zur Einhaltung von Klimaschutzzielen zu sehen, wäre naiv", sagte Steiger dem Magazin Focus(öffnet im neuen Fenster). "Die Bereitstellung von Lade- und Versorgungsinfrastrukturen erfordert Investitionen in Milliardenhöhe und wird Jahre dauern." Seiner Meinung nach ist das heutige Stromnetz für das Laden von Millionen Elektroautos zu schwach.
Ganz so einfach scheint die Lage aber nicht zu sein. Eine frühere Studie von McKinsey geht davon aus, dass der zusätzliche Energiebedarf fast vollständig durch erneuerbare Energien wie Solaranlagen und Windräder gedeckt werden könnte, zumindest national gesehen. Die Studienautoren merken an, dass es lokal durchaus Lastspitzen am Abend geben könnte. Stromnetz Berlin sieht das zumindest für die Hauptstadt anders und plant keine strukturellen Erweiterungen im Hoch- und Mittelspannungsnetz. Im Niederspannungsnetz könnte es indes Probleme geben, und Hausanschlüsse müssten eventuell verstärkt werden.
"Vor allem im Straßengüterverkehr wird der Verbrennungsmotor noch lange gebraucht werden", sagte Steiger. Eine Elektrifizierung von Autobahnen durch Oberleitungen, wie sie auf Teilstrecken erprobt wird, hält der Wirtschaftsrat in einem Positionspapier für unsinnig: "Der Oberleitungs-Lkw macht nur Sinn, wenn zumindest ganz Kerneuropa seine Autobahnen elektrifiziert." Doch dafür gäbe es in Nachbarländern Deutschlands keine Pläne.
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