CCS-Technologie vermeidet nie die kompletten Kohlendioxidemissionen

Die Möglichkeit, mittels der Abscheidung von Kohlendioxid die Nutzung von fossilen Rohstoffen klimafreundlicher zu gestalten, wird schon lange diskutiert. Auch in Deutschland gab es vor einem Jahrzehnt heftige Konflikte um Pläne, Kohlekraftwerke mit CCS-Technologie auszustatten, was zu heftigen Protesten führte und nie umgesetzt wurde.

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Doch CCS ist nicht nur in Deutschland umstritten. Bisher ist die Bilanz von CCS weltweit sehr enttäuschend, nur eine kleine Zahl von Projekten wurde überhaupt je gebaut und häufig wurde viel weniger Kohlendioxid eingelagert, als geplant war.

Bei der Dampfreformierung entsteht an mehreren Stellen Kohlendioxid

Bei der Nutzung von blauem Wasserstoff ist die Sachlage noch komplizierter, da an mehreren Stellen Kohlendioxid entsteht. Zum einen entsteht bei der Umwandlung von Erdgas in Wasserstoff selbst Kohlendioxid, das relativ rein ist und vermutlich vergleichsweise gut abgeschieden werden kann. Zum anderen wird Erdgas auch als Energieträger genutzt, um die für den Prozess notwendige Wärme bereitzustellen.

Bei den bestehenden blauen Wasserstoffprojekten, von denen es bisher laut den Autoren weltweit nur zwei gibt, werden lediglich die Prozessemissionen abgefangen. Das Kohlendioxid, das bei der Gasverbrennung entsteht, entweicht komplett in die Atmosphäre.

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Dazu kommt noch, dass der Kohlendioxid-Abscheidungsprozess selbst noch einmal Energie benötigt. Hier nehmen die Autoren an, dass diese ebenfalls aus Erdgaskraftwerken stammt, die wiederum ohne CCS betrieben werden. Das ist so bei existierenden CCS-Projekten auch häufig der Fall. In ihrer Berechnung nehmen Jacobson und Howarth zunächst an, dass die Prozessemissionen zu 85 Prozent und die Emissionen der Wärmeenergie zu 65 Prozent abgefangen werden.

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Auch hier führen die beiden Wissenschaftler zahlreiche Berechnungen mit unterschiedlichen Werten und höheren Abscheidungsraten durch. Als optimalen Fall nehmen die Autoren Kohlendioxid-Abscheidungsraten von 90 Prozent an. An der Gesamt-Klimabilanz ändert das allerdings kaum etwas, was daran liegt, dass höhere Abscheidungsraten auch mit einem höheren Energieverbrauch für die CCS-Technologie einhergehen.

Die Autoren nehmen an, dass das unterirdisch eingelagerte Kohlendioxid dort dauerhaft verbleibt und es nicht zu Austritten des Treibhausgases kommt. Jacobson und Howarth weisen allerdings darauf hin, dass dies keineswegs selbstverständlich und somit eine eher optimistische Annahme für den blauen Wasserstoff ist.

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 GWP20 oder GWP100?Für den blauen Wasserstoff wird es eng 
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