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CCS Insight, GSMA: eSIM wird gegen Roaming-Abzocke immer wichtiger

Beim internationalen Roaming treffen extrem geringe Bereitstellungskosten auf astronomische Endkundenpreise. Dies erklärt den anhaltenden Boom der Reise-eSIMs.
/ Achim Sawall
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Airalo bei der Reisevorbereitung (Bild: Airalo)
Airalo bei der Reisevorbereitung Bild: Airalo

International Reisende nutzen zunehmend eSIMs, um günstigere Alternativen zu Daten-Roaming-Paketen ihrer Mobilfunkanbieter zu finden. Analysten des Marktforschungsunternehmens CCS Insight schätzen, dass in diesem Jahr weltweit rund 134 Millionen Reise-eSIMs genutzt werden, verglichen mit 101,8 Millionen im Jahr 2025, berichtet die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster). Oft machen Reisende die Erfahrung, dass man nach Ablauf eines gebuchten Datenpakets später kurz das Datenroaming aktiviert, und dann schnell um die 150 Euro zahlt.

Marktführer im Endkundenbereich für eSIMs ist Airalo, der über 200 Länder abdeckt und finanziell von Risikokapitalgebern wie der Private-Equity-Firma CVC und internationalen Telekommunikations-Fonds unterstützt wird. Gefolgt wird Airalo von Anbietern wie Saily (Nord Security / NordVPN), Holafly (Lanzadera), Ubigi (Transatel / NTT Docomo) oder Jetpac (KDDI). Auch Unternehmen wie Revolut und Klarna bieten ihren Kunden eSIM-Datenpakete an.

Beliebt sind bei Anwendern vor allem eSiM mit Datenpaketen, mit denen man im Ausland signifikant günstiger typische Apps wie Google Maps, Airbnb oder Whatsapp nutzen kann. Meist benötigt die eSim nach Kauf und Installaton einer gewissen Zeit, bis sie genutzt werden kann.

1&1: eSIM ist bei den Nutzern angekommen

Joe Gardiner, Analyst bei CCS Insight, sagte der Financial Times, dass Mobilfunkanbieter zwischen drei und fünf Prozent ihres Umsatzes mit Roaming erzielen würden, was typischerweise mit hohen Margen verbunden ist. Wie die Betreiber "auf diese Herausforderung reagieren, durch Innovation, Preisanpassungen oder besseren Service, wird darüber entscheiden, welcher Anteil dieses Umsatzes gefährdet ist", fügte er hinzu.

Befördert wird dieses Wachstum durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones, die eSIM-fähig sind, und Nutzern, die damit umgehen können. Auch United-Internet-Chef Ralph Dommermuth erklärte bei Bekanntgabe der letzten Halbjahreszahlen, dass die eSIM auf dem Massenmarkt angekommen sei.

Laut GSMA Intelligence(öffnet im neuen Fenster), dem Marktforschungsbereich des weltweiten Mobilfunkverbands GSMA, geraten die Profite der Anbieter unter massiven Druck. Laut weltweiten GSMA-Umfragen gaben zwölf Prozent aller Auslandsreisenden an, auf ihren letzten internationalen Reisen bereits eine eSIM zur Verbindung genutzt zu haben. Über 51 Prozent aller eSIM-Nutzer sagten, dass eine Auslandsreise der Anlass war, die eSIM-Technologie zum ersten Mal auszuprobieren.

Netzbetreiber stehen laut GSMA vor der Wahl, entweder den Markt an eSIM-App-Drittanbieter komplett zu verlieren oder eigene digitale Reise-Tarife anzubieten. Eigene Tarife schützten zwar den Kundenkontakt, schmälerten die gewohnten Roaming-Einnahmen aber dennoch spürbar.

Unter 1,30 Euro/GByte und fallend

Innerhalb der EU gilt das "Roam-like-at-Home"-Gesetz. Hier ist der Großhandelspreis durch die EU schrittweise gedeckelt worden, aktuell unter 1,30 Euro/GByte und fallend bis 1 Euro/GByte.

Die riesigen Gewinnspannen betreffen daher vor allem Reisen außerhalb Europas, wie in die USA, Asien oder auch in die Schweiz. Wenn ein deutscher Urlauber in Ägypten, der Türkei oder den USA mobile Daten nutzen muss, und der Heimat-Provider beispielsweise 0,99 bis 5 Euro pro Megabyte berechnet, entspricht das einem Gigabyte-Preis von 1.000 bis 5.000 Euro. Dagegen liegen die echten Wholesale-Kosten für den Anbieter bei rund 1 bis 2 Euro pro GByte, was eine Bruttogewinnspanne von oft über 99 Prozent ergibt.

Das ist eine historisch gewachsene Goldgrube für Extraprofite der Netzbetreiber: Selbst bei speziellen Tagespässen mit etwa 10 Euro für 500 MByte liegt die Gewinnmarge noch bei deutlich über 80 bis 90 Prozent.


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