Abo
  • Services:

CCC und die AfD: Wie politisch darf ein Hackertreffen sein?

Droht eine Republicanisierung des Chaos Communication Congress? Der CCC nutzte das Tagungsmotto "Refreshing Memories", um auf dem 35C3 über den Umgang mit rechten Parteien und die Bedeutung der Hackerethik zu erinnern.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Eindeutiges politisches Statement gleich am Eingang des 35C3 in Leipzig
Eindeutiges politisches Statement gleich am Eingang des 35C3 in Leipzig (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Schon am Eingang zum 35. Chaos Communication Congress (35C3) war deutlich zu sehen, dass auf dem Leipziger Messegelände Vertreter von rechten Positionen nicht gerne gesehen waren. Eine überdimensionale Fahne der Antifaschistischen Aktion empfing die Besucher des diesjährigen Hackertreffens. Dennoch gab es auf dem 35C3 plötzlich eine Debatte "über die vielen Feminismus-Inhalte und die Anti-AfD-Positionen", wie es Fefe in einem Blogbeitrag formulierte. Ist der Kongress inzwischen zu politisch und nicht mehr nerdig genug?

Inhalt:
  1. CCC und die AfD: Wie politisch darf ein Hackertreffen sein?
  2. Vortrag über Netzpolitik der AfD

Fefe störte sich ebenfalls daran, dass sehr viele Vorträge von Mitarbeitern des Blogs Netzpolitik.org auf dem diesjährigen Programm standen. Dabei stelle sich die Frage, "wieso die das nicht auf der Republica machen, sondern beim CCC" und ob dadurch andere Projekte weniger beachtet würden. Droht daher aus dem Hackerkongress ein Bloggertreffen zu werden, eine Art Republica im Winter?

Viele Themen für Einsteiger

In der Tat fiel auf, dass auf dem 35C3 etliche Vorträge im Programm waren, die sich explizit an Einsteiger richteten. "Datenschutz für Neulandbürger", "How does the Internet work" oder "Die EU und ihre Institutionen" klingen nicht unbedingt nach typischen Hackerthemen. Doch der Chaos Computer Club (CCC) sieht darin kein Indiz, dass sich der Kongress von früheren Schwerpunkten entfernt. "Wir dürfen als Hacker-Community nicht vergessen, Leute da abzuholen, wo sie sich befinden", sagte CCC-Sprecher Nexus im Gespräch mit Golem.de.

Es stehe dem Verein nicht zu, zu sagen: "Wir sind die technischen Profis in jedem Bereich und wir machen jetzt die hochkomplexen Vorträge zu verschiedenen Themen." Es gebe auch Leute, die in ein bestimmtes Thema reinschnuppern und über neue Bereiche etwas lernen wollten. Passend zum Tagungsmotto "Refreshing Memories" bot CCC-Sprecher Frank Rieger daher eine Einführung in die Hackerethik an.

Unvereinbarkeit mit rechtsextremen Positionen

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Berlin
  2. OKI EUROPE LIMITED, Branch Office Düsseldorf, Düsseldorf

Für Nexus liegt das Interesse an Einsteigerthemen auch in dem ständigen Anstieg der Teilnehmerzahlen begründet. Seit 2013, dem Jahr der Snowden-Enthüllungen, nahm die Zahl von 9.000 auf mehr als 16.000 in diesem Jahr zu. Ein Anstieg um gut 80 Prozent in fünf Jahren. Darunter waren auch in diesem Jahr wieder viele Erstbesucher. So gingen bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstag im größten Saal fast alle Hände in die Höhe, als die Moderatoren wissen wollten, wer zum ersten Mal am Kongress teilnehme. Das sei wichtig für den CCC, sagt Nexus: "Wir brauchen Impulse von außen, um nicht stecken zu bleiben."

Verwundert hat ihn allerdings die Debatte, dass der CCC plötzlich "zu links" sein soll. "Der Club ist im Zusammenhang mit der Kommune 1 gegründet worden, das haben wir auch nie verschwiegen", sagte Nexus und fügte hinzu: "Wir haben eine Vorstellung, wie diese Welt funktionieren muss, die einen ganz stark politisch orientierten Hintergrund hat und die mit einem rechten Weltbild absolut nicht vereinbar ist." Er verweist auf eine im Jahr 2005 beschlossene Unvereinbarkeitserklärung, in der es unter anderem heißt: "Der CCC erklärt das Vertreten von Rassismus und von der Verharmlosung der historischen und aktuellen faschistischen Gewalt für unvereinbar mit einer Mitgliedschaft. Dazu gehören insbesondere die Mitgliedschaft in oder Unterstützung einer rechtsextremen oder rechtsradikalen Organisation."

Vortrag über Netzpolitik der AfD 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 5,99€
  2. 34,99€ (erscheint am 14.02.)

throgh 08. Jan 2019 / Themenstart

Stimmt, hinsichtlich des gutbürgerlichen "rechten" Spektrums meinte ich Herrn Danisch, da...

tonictrinker 07. Jan 2019 / Themenstart

Die Sorgen machst Du Dir nach der NSU-Geschichte? Sauberer Kommentar.

Dvija 07. Jan 2019 / Themenstart

Besonders deutschräumige Nerds waren schon immer gegen rechtes und egokapitalistisches...

quark2017 07. Jan 2019 / Themenstart

Witzigerweise gilt die Meinungsfreiheit weder in Gegenwart von Rechts- als auch...

sfe (Golem.de) 07. Jan 2019 / Themenstart

Bevor der Thread noch weiter abrutscht wird er geschlossen. Sebastian Fels (golem.de)

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Odroid Go - Test

Mit dem Odroid Go kann man Doom spielen - aber dank seines ESP32-Mikrocontrollers ist er auch für Hard- und Softwarebastler empfehlenswert.

Odroid Go - Test Video aufrufen
Europäische Netzpolitik: Schlimmer geht's immer
Europäische Netzpolitik
Schlimmer geht's immer

Lobbyeinfluss, Endlosdebatten und Blockaden: Die EU hat in den vergangenen Jahren in der Netzpolitik nur wenige gute Ergebnisse erzielt. Nach der Europawahl im Mai gibt es noch viele Herausforderungen für einen digitalen Binnenmarkt.
Eine Analyse von Friedhelm Greis


    Datenleak: Die Fehler, die 0rbit überführten
    Datenleak
    Die Fehler, die 0rbit überführten

    Er ließ sich bei einem Hack erwischen, vermischte seine Pseudonyme und redete zu viel - Johannes S. hinterließ viele Spuren. Trotzdem brauchte die Polizei offenbar einen Hinweisgeber, um ihn als mutmaßlichen Täter im Politiker-Hack zu überführen.

    1. Datenleak Bundestagsabgeordnete sind Zwei-Faktor-Muffel
    2. Datenleak Telekom und Politiker wollen härtere Strafen für Hacker
    3. Datenleak BSI soll Frühwarnsystem für Hackerangriffe aufbauen

    Kaufberatung: Den richtigen echt kabellosen Bluetooth-Hörstöpsel finden
    Kaufberatung
    Den richtigen echt kabellosen Bluetooth-Hörstöpsel finden

    Wer sie einmal benutzt hat, möchte sie nicht mehr missen: sogenannte True Wireless In-Ears. Wir erklären auf Basis unserer Tests, was beim Kauf von Bluetooth-Hörstöpseln beachtet werden sollte.
    Von Ingo Pakalski

    1. Nuraphone im Test Kopfhörer mit eingebautem Hörtest und Spitzenklang
    2. Patent angemeldet Dyson soll Kopfhörer mit Luftreiniger planen

      •  /