Cast AR: "Verwandle dein ganzes Zimmer in ein Holodeck"
Früher war Jeri Ellsworth bei Valve für neuartige Hardwareideen zuständig, jetzt stellt sie gemeinsam mit ihrem Kompagnon Rick Johnson auf Kickstarter ihr Projekt Cast AR vor. Dabei handelt es sich um ein System, das Virtual und Augmented Reality auf ganz neue Art ermöglichen soll. Nach Angaben von Ellsworth ist es für Brettspiele gedacht, aber auch für Ego-Shooter und Echtzeit-Strategiespiele. Es sei aber auch für die Visualisierung von Daten oder computergestütztes Design geeignet – "und wer ein bisschen verrückt ist, kann sein ganzes Zimmer in ein Holodeck verwandeln", so Ellsworth. Einen ersten Einblick in das System hatten die beiden Mitte 2013 auf einer Erfindermesse gewährt.

Die Community hat die Idee hinter Cast AR überzeugt: Bei Kickstarter hat das Projekt(öffnet im neuen Fenster) innerhalb kurzer Zeit bereits über 250.000 US-Dollar von über tausend Unterstützern gesammelt. Das Erreichen der anvisierten 400.000 US-Dollar bis zum Stichtag 14. November 2013 dürfte so gut wie sicher sein. Das fertige VR- und AR-System soll dann im September 2014 ausgeliefert werden.
Nach Angaben von Technical Illusions(öffnet im neuen Fenster) soll Cast AR auf drei Arten funktionieren können. Im Augmented-Reality-Modus sieht der Nutzer das Geschehen auf einem mitgelieferten Surface, das über eine stark reflektierende Oberfläche verfügt. Auf diese Art lässt sich die 3D-Grafik etwa auf einem Tisch darstellen, damit ein Brettspiel gespielt werden kann. Damit das System Echtwelt-Objekte wie Spielfiguren selbst erkennen kann, müssen diese mit RFID-Markern versehen werden. Im True-Augmented-Reality-Modus soll Cast AR ohne die Surface-Oberfläche auskommen. Dann wird die Grafik von Wänden oder anderen hellen Oberflächen zurückgestrahlt.
Im Virtual-Reality-Modus blendet ein Aufsteckclip das Geschehen außerhalb der Brille aus, dann funktioniert Cast AR ähnlich wie Oculus Rift – jedenfalls grundsätzlich. Weil kein dezidiertes und lichtstarkes Display vorhanden ist, dürfte das Bild allerdings verwaschener aussehen.
Bei Cast AR sind zwei kleine Projektoren in die Brille integriert, von denen die Grafik auf eine weiße helle Projektionsfläche geworfen wird. Um die Bewegungen des Kopfes zu erfassen, sind dort Infrarotmarker angebracht, deren Position von einer Tracking-Kamera im Nasenbügel ausgelesen wird. Dadurch kann sich die Perspektive des 3D-Bildes dynamisch anpassen. Der räumliche Eindruck entsteht dann, weil zwei aktive Shutterfilter mit einer Frequenz von 120 Hertz jedem Auge ein eigenes Bild zuführen; wie das bei True-Augmented-Reality im Detail ohne das Surface funktioniert, verrät Technical Illusions auf seiner Kickstarter-Seite noch nicht.
Für die Bedienung des Programms gibt es einen sogenannten Zauberstab, dessen Position von dem System erkannt wird, und der zusätzlich über Eingabeknöpfe und einen Trigger verfügt. Die Brille erhält ihre Signale per HDMI, die Kamera wird per USB an einen PC angeschlossen; über Lösungen für mobile Endgeräte denken die Macher derzeit noch nach.
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