Verfügbarkeit und Fazit

Leider beherrscht die WSD-F30 nur die sogenannte Punktnavigation, sprich: Wir können ein Ziel markieren und bekommen die direkte Verbindung per Luftlinie mitsamt einem Richtungspfeil angezeigt. Das ist ausreichend, wenn wir in einer flachen Wüste stehen. Aber wer von München nach Mailand will, hat mit der Uhr von Casio so gut wie keine Chance, jemals am Ziel anzukommen. In diesem Punkt unterscheidet sich die Pro Trek am stärksten von ihrem wohl wichtigsten Konkurrenten, der Fenix-5-Plus-Serie von Garmin (Test auf Golem.de), die echtes Offline-Routing bietet, allerdings auch wesentlich teurer ist.

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Der Akku der Pro Trek hält bei normaler Nutzung aller Funktionen rund 1,5 Tage. Die Angabe stammt von Casio, beim Tragen haben wir trotz eher intensiver Nutzung auch der GPS-Funktion sogar zwei Tage ohne Probleme geschafft. Es gibt noch zwei weitere Modi: Der eine heißt Erweiterungsmodus, er ist für Wanderungen und Ähnliches gedacht und auf rund drei Tage ausgelegt. Der Modus verwendet primär das monochrome Display, während WLAN und Bluetooth deaktiviert sind. GPS läuft, aber allzu oft sollte man dabei nicht auf das Farbdisplay blicken. Der zweite Modus bietet nur Zeitmessung über die LCD-Anzeige, damit soll die Pro Trek rund einen Monat lang laufen.

Die Menüs der Pro Trek wirken wegen der genannten mehrfach vorhandenen Funktionen etwas überladen, davon abgesehen macht es aber Spaß, die Uhr zu bedienen. Die Eingabe per Touchsteuerung funktioniert prima, alles reagiert sehr schnell und sieht gut aus, insbesondere die vielen von Casio mitgelieferten digitalen Zifferblätter für den OLED-Bildschirm. Die Uhr beherrscht über Wear OS auch Funktionen wie Schrittzählung, außerdem kann sie Kalender und Kontakte anzeigen und bei gekoppeltem Smartphone auf Benachrichtigungen hinweisen (nur unter Android).

Richtig gut gefällt uns die Hardware. Zwar ist die Pro Trek relativ groß, aber dank der nicht übertriebenen Bauhöhe sitzt sie auch an schlanken Handgelenken gut. Das Armband (Anstoss 23 Millimeter) aus Kunststoff ist anfangs relativ steif, nach ein paar Tagen gibt sich das aber. Die Lünette ist aus einfachem Kunststoff - wenn sie zu viele Schläge abbekommen hat, gibt es Ersatz für rund 25 Euro. Die drei seitlichen Tasten sind griffig und verfügen über gute Druckpunkte.

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An Sensoren sind ein barometrischer Höhenmesser, ein Beschleunigungsmesser, ein Gyrometer und ein magnetischer Kompass integriert, außerdem verfügt die Uhr über ein Mikrofon zur Spracheingabe für Google Assistant. Ein Herzfrequenzmesser ist nicht verbaut, allerdings können etwa externe Brustgurte gekoppelt werden.

  • Das LC-Display der WSD-F30 ist immer sichtbar und spart dennoch Energie. (Bild: Golem.de/Katja Höhne)
  • Auf der Pro Trek stehen mehrere Zifferblätter zur Auswahl. (Bild: Golem.de/Katja Höhne)
  • Größenvergleich mit der Fenix 5X Plus von Garmin (unten). (Bild: Golem.de/Katja Höhne)
  • Die Smartwatch von Garmin wird mit Tablets oder Smartphones gekoppelt. (Bild: Golem.de/Katja Höhne)
  • Bei Sonnenlicht muss der Nutzer das Farbdisplay irgendwie abdecken, um etwas erkennen zu können. (Bild: Golem.de/Peter Steinlechner)
Größenvergleich mit der Fenix 5X Plus von Garmin (unten). (Bild: Golem.de/Katja Höhne)

Die Casio Pro Trek WSD-F30 ist in drei Farben für rund 550 Euro erhältlich, die Belieferung des Handels erfolgt derzeit - das Wearable ist aber noch nicht überall verfügbar. Es ist mit Maßen von 60,5 x 53,8 x 14,9 Millimeter etwas kleiner und mit einem Gewicht von 83 Gramm etwas leichter als der Vorgänger. Casio bietet für rund 50 Euro ein langes Stoffarmband an, mit dem die F30 auch über einer Jacke getragen werden kann.

Fazit

Wenn wir einen Uhrenwunsch frei hätten, dann hätten wir gerne das Gehäuse der Casio Pro Trek WSD-F30 und im Inneren eine Software aus einem Guss - idealerweise sogar so, dass wir das Wearable ohne Smartphone benutzen können. Die Hardware inklusive dem monochromen Zifferblatt der WSD-F30 gefällt uns. Am Arm sieht beides zusammen super aus, und wir können die Zeit sogar bei hellem Licht hervorragend ablesen.

Auch der OLED-Bildschirm macht eine gute Figur. Selbst kleine Details auf Karten sind perfekt ablesbar. Allerdings gilt das nur, solange die Sonne nicht zu stark scheint. Spätestens bei direkter Einstrahlung wird es fast unmöglich, etwas zu erkennen.

Auch was die Software angeht, ergibt sich ein zwiespältiger Eindruck: Natürlich ist Wear OS inzwischen gut, und die Casio-eigenen Apps machen ebenfalls einen überzeugenden Eindruck. Aber wir wollen statt doppelt vorhandener Funktionen lieber ein kompaktes, in sich schlüssiges und vor allem anwenderfreundlicheres Bedienkonzept.

Es kann doch nicht sein, dass Casio mit seiner langen digitalen Uhrmachertradition so etwas nicht besser hinbekommt! Außerdem ist Punktnavigation statt Routing auf einem Outdoor-Wearable wie der Pro Trek nicht gut genug, weil dann doch kein Weg am Smartphone oder dem Navi vorbeiführt. In der aktuellen Form ist die neue Pro Trek vor allem für Anwender interessant, die eine sehr robuste Wear-OS-Smartwatch im Outdoor-Look wollen. Für echte Abenteurer muss Casio noch nachbessern.

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 Casio Pro Trek WSD-F30 im Test: Wem die Stunde doppelt schlägt
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