Casio Mofrel angeschaut: Leder, Stein und Bambusmatten aus dem Drucker

Auf der Ceatec 2017 hat Casio seinen Mofrel-Drucker gezeigt, der auf speziellem Granulatpapier Oberflächenstrukturen druckt. Diese können anschließend noch farblich bedruckt werden und fühlen sich mitunter sehr realistisch an.

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Ein Reliefdruck aus Casios Mofrel-Drucker
Ein Reliefdruck aus Casios Mofrel-Drucker (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Auf den ersten Blick sieht das Stück Holz am Stand von Casio auf der Messe Ceatec 2017 in Tokyo aus wie ein normales Stück Holz. Auch die Steinoberfläche daneben sieht aus wie herkömmlicher Stein und fühlt sich auch so an. Erst bei genauerem Hinsehen ist sichtbar, dass es sich nicht um diese Materialien handelt, sondern um Drucke.

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Erstellt wurden diese Drucke mit Casios Mofrel-Drucker, dessen Druckverfahren der Hersteller als "2,5D" bezeichnet. Dabei werden Strukturen wie herkömmliche zweidimensionale Prints auf Papier gedruckt, aufgrund einer im Papier eingelassenen speziellen Schicht sind sie aber zumindest ein bisschen dreidimensional: Maximal 1,7 mm können die Strukturen hoch sein.

  • Der Mofrel-Drucker von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein fertiger Reliefdruck aus dem Mofrel (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Dank eines im Papier eingelassenen Granulats kann der Mofrel ertastbare Strukturen drucken. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Gesteuert wird der Drucker über einen großen Touch-Bildschirm. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Die Struktur wird über eine Heizplatte auf das Papier gebracht, anschließend kann das Papier noch farblich bedruckt werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Verschiedene, mit dem Mofrel gedruckte Strukturen (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Verschiedene, mit dem Mofrel gedruckte Strukturen (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Verschiedene, mit dem Mofrel gedruckte Strukturen (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Der Mofrel-Drucker von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Das vom Mofrel-Drucker verwendete DIN A4 große Papier besteht aus einer Basis, auf der eine dünne Granulatschicht aufgebracht ist. Diese besteht je nach verwendetem Papier aus Materialien wie PET oder PVC. Über dem Granulat ist eine weiße Schicht aufgebracht, die bedruckt werden kann. Auf diese Weise entstehen Strukturen, die verblüffend echt aussehen.

Substrat reagiert auf Hitze und dehnt sich aus

Der Mofrel-Drucker arbeitet in drei Phasen: In der ersten wird das gewünschte Muster in Graustufen auf das Papier gedruckt. Möglich ist dabei vieles: Holz, Stein, Bambusmatten, Ornamente oder auch Leder mit Ziernähten. Anschließend wird das so bedruckte Papier auf eine Art Heizplatte gelegt. Das Substrat im Papier reagiert auf die Hitze und dehnt sich aus - je dunkler die Stelle bedruckt ist, umso stärker ist die Ausdehnung. Danach wird die Schicht mit dem Vordruck entfernt, fertig ist der Reliefdruck.

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Auf diese Weise ist nahezu jedes denkbare Material von der Form her imitierbar. Die Illusion wird anschließend durch die Bedruckung des Reliefs komplettiert, der dritte Arbeitsschritt. Dafür wird der Reliefdruck erneut in den Mofrel-Drucker gegeben. So entsteht nicht nur der haptische Eindruck eines bestimmten Materials, sondern auch der optische.

Druckprozess dauert nur wenige Minuten

Gesteuert wird der Druckprozess über einen großen, im Drucker eingebauten Touchscreen. Der Mofrel selbst ist nicht gerade klein: Die gesamte Maschine ist in etwa so groß wie ein Couchtisch. Der Druckprozess dauert insgesamt nicht lange, in wenigen Minuten ist ein Bogen Papier fertig gedruckt.

Das Endresultat ist stellenweise beeindruckend. Insbesondere Holz und raue Strukturen wie Stein lassen sich mit dem Mofrel gut imitieren. Auch die Struktur einer Tatami-Matte lässt sich gut imitieren, ebenso Leder.

Drucke eignen sich noch nicht für Autointerieur

Besonders Leder aus einem derartigen Drucker würde sich für die Autoindustrie eignen - anstelle von herkömmlichem Kunstleder oder Stoff. Die vom Mofrel-Drucker gedruckten Ziernähte wirken überraschend realistisch und können dank des Farbdrucks gut von der Lederoberfläche abgehoben werden. Aktuell ist es aber noch nicht möglich, einen Autositz mit Mofrel-Druck zu erstellen: Das Material hält maximal ein paar Jahre, was für ein Auto natürlich zu wenig wäre.

Praktisch könnte der Mofrel-Drucker aber für das Erstellen von Prototypen sein, insbesondere aufgrund der möglichen Vielfalt an Materialien. Anstatt teure, echte Materialien zu verwenden, können Entwickler stattdessen auf die Drucke zurückgreifen. Auch im kreativen Bereich könnte das Mofrel-System praktisch sein.

Preise ab 38.000 Euro

Für den Hausgebrauch dürfte der Mofrel-Drucker nicht nur zu groß, sondern auch zu teuer sein. Der Preis beginnt bei umgerechnet fast 38.000 Euro.

Offenlegung: Golem.de war auf Einladung von Mitsubishi Electric in Tokyo. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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