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Carsharing: Vandalen machen Miles zu Milfs

Mit einem Schnitt ins Logo wird aus "Miles" scherzhaft "Milfs", was das Carsharing-Unternehmen vor die Wahl stellt: ignorieren oder umbranden.

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Ein verunstalteter Transporter von Miles (Bild: Friedhelm Greis)

Die Fahrzeuge des Carsharing-Anbieters sind zur Projektionsfläche für Scherze geworden, vor allem in Berlin. Obwohl Miles den humoristischen Charakter der Änderungen versteht, empfindet das Unternehmen die Situation inzwischen als belastend, wie ein Bericht der Süddeutschen Zeitung nahelegt.

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Miles Mobility hat die Kreativität jugendlichen Unfugs unterschätzt, was nun eine Herausforderung für das Markenmanagement darstellt: Scherzbolde schneiden einfach ein Stück des Großbuchstabens E weg und machen daraus Milfs – was für "Mothers I'd like to fuck" steht, einen derben Slang-Ausdruck.

Die vielen Verunstaltungen verursachen nicht nur zusätzliche Kosten, sondern lenken auch von der Kernbotschaft ab. Dies stellt das Unternehmen vor ein Dilemma: Soll es die unerwünschte Aufmerksamkeit akzeptieren oder sich dem mühsamen Rebranding stellen?

Was tun gegen Marken-Vandalismus?

Unternehmen wie Amazon, Pepsi und Google änderten schon früh erfolgreich ihre Namen, um die Markenidentität zu schärfen. Allerdings birgt eine Namensänderung auch Risiken, etwa den Verlust von Bekanntheit.

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Nun muss Miles Mobility Nutzen und Risiko einer Verwässerung der Marke gegeneinander abwägen. Als Kompromiss käme auch eine subtile typografische Anpassung des Namens in Betracht.

Der Fall Miles zeigt exemplarisch die Komplexität moderner Markenbildung. Er verdeutlicht, wie wichtig es ist, auch böswillige Interpretationen eines Markennamens zu berücksichtigen. Die Entscheidung von Miles – ob Beibehaltung, Umbenennung oder sanfte Korrektur – veranschaulicht die Gratwanderung zwischen Markenschutz und Anpassungsfähigkeit.