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Carrier Aggregation: O2 Telefónica macht 5G Stand Alone schneller

5G Stand Alone ist deutlich langsamer als 5G mit dem LTE -Kern. Das haben Telefónica und Nokia bei einem Testlauf mit Frequenzbündelung überwunden.
/ Achim Sawall
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Testaufbau in Potsdam (Bild: O2 Telefonica)
Testaufbau in Potsdam Bild: O2 Telefonica

O2 Telefónica hat durch die Bündelung von vier Frequenzbändern im 5G-Stand-Alone-Modus Datenübertragungsraten von rund 1,7 Gigabit pro Sekunde im Download erreicht. Das gab der Mobilfunkbetreiber am 2. Oktober 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . "Dies ist ein Vorgeschmack auf die weiteren technologischen Entwicklungen und den Netzausbau der Zukunft" , sagte Matthias Sauder, Director Networks bei O2 Telefónica.

Für den aktuellen Test in Potsdam gemeinsam mit dem Netzausrüster Nokia nutzte O2 Telefónica die bestehenden 5G-Frequenzen bei 3,6 GHz und 700 MHz. Zusätzlich wurden die Bereiche bei 1800 MHz und 2100 MHz, die von dem Netzbetreiber für 4G verwendet werden, für 5G eingesetzt. "Für den Test kam zusammengenommen eine Bandbreite von rund 120 MHz für 5G Stand Alone zum Einsatz" , sagte Unternehmenssprecher Florian Streicher Golem.de auf Anfrage. Dies waren 10 MHz bei 700 MHz, 20 MHz bei 1.800 MHz, 20 MHz bei 2.100 MHz und breite 70 MHz bei 3600 MHz.

Mit dem genutzten Spektrum waren in Laborumgebung bis zu 2 GBit/s erreichbar. Für die Messungen kam ein Samsung S24 Ultra mit spezieller Firmware zum Einsatz.

Datenrate geht zurück

Der Start von 5G Stand Alone im Live-Netz bedeutet für Nutzer zunächst einen Rückgang bei der Datenübertragungsrate, weil 4G-Kapazitätsbänder nicht mehr zugeschaltet sind. Chef-Netzplaner Guido Weissbrich von dem Konkurrenten Vodafone sagte dazu im April 2021 : "Wir verschweigen auch die Einbußen nicht. Bisher wurden Datenraten von 1 GBit/s und mehr mit den 4G-Kapazitätsbändern erreicht. Die fallen jetzt weg und wir kommen auf 600 bis 700 MBit/s."

Für 5G SA wird nur noch das NR-Band N78 für Upload und Download genutzt. Daher ist es langsamer. Weil aber nur eine Technik statt zwei genutzt wird, kann bei der Akkunutzung gespart werden.

Die Core-Software für ein 5G-Stand-Alone-Netz läuft meist in einem Rechenzentrum, in dessen Nähe das Netz am besten ist. Rund zehn Zentren sind bundesweit für den Betrieb nötig.


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