Cariad: Aufsichtsrat greift bei VWs Softwareentwicklung durch

Die Sorge um die Volkswagen-Softwarefirma Cariad hat den Aufsichtsrat veranlasst, ein überarbeitetes Konzept für die ehrgeizigen Pläne vorzulegen.

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Volkswagen-Logo auf einem ID.3
Volkswagen-Logo auf einem ID.3 (Bild: Andreas Donath)

Gravierende Managementfehler werden der VW-Tochter Cariad seitens des Aufsichtsrats vorgeworfen. Das Kontrollgremium fürchtet laut einem Artikel des Spiegel, dass VW im Wettlauf um die Mobilität der Zukunft von chinesischen und kalifornischen Rivalen abgehängt werden könnte.

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Die Aufseher sehen Probleme bei der Umsetzung der ehrgeizigen Pläne, die Firma zum größten europäischen Softwarekonzern nach SAP aufbauen. Der Aufsichtsrat von VW verlangt bis Anfang Juli 2022 ein überarbeitetes Konzept für Cariad, das auch eine organisatorische Neuaufstellung der Softwaretochter bedeuten könnte.

Bei Cariad sollen dem Bericht nach Abläufe vereinfacht und Entscheidungen beschleunigt werden. Kompetenzrangeleien zwischen den Marken VW, Audi und Porsche verursachten aus Sicht der Aufsichtsräte zuletzt immer wieder Verzögerungen. Auch die Vertreter der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch seien alarmiert, heißt es. Sie störe, dass die E-Version von Porsches Kompakt-SUV Macan mit etwa zweijähriger Verspätung auf den Markt komme.

Cariad-Vertreter wiederum beklagen, ihnen fehlten die personellen Kapazitäten, um die neue Software zu entwickeln. Eine von Audi beauftragte Studie der Unternehmensberatung McKinsey habe etwa ein Dutzend Probleme offengelegt, berichtet der Spiegel.

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Dirk Hilgenberg, Chef von Cariad, hatte zuvor in einem Brief an die Mitarbeiter noch Kritik zurückgewiesen, derzufolge es Probleme und Personalabwanderungen gebe.

Schlechte Kommunikation gefährdet Marktstarts von Autos

Die verschiedenen Prozessbeteiligten täten sich schwer, miteinander zu kommunizieren, heißt es in dem Spiegel-Bericht. Das gefährde die Zeitpläne. So werde das Audi-Projekt Artemis wohl nicht vor 2027 auf die Straße kommen. Ursprünglich sollte das autonom fahrende E-Auto 2024 marktreif sein. Statt Artemis soll das VW-Projekt Trinity den ersten Zugriff auf die neue Software erhalten und von 2026 an produziert werden. Doch auch dieser Zeitplan ist wackelig, befürchten Strategen.

Cariad könnte auch für Konzernchef Herbert Diess zum Problem werden, denn er hat die Verantwortung für Cariad von Audi-Chef Markus Duesmann übernommen. Von Diess erwarteten die Aufsichtsräte, dass er sein Versprechen, den VW-Konzern auf Augenhöhe mit Tesla oder Google zu bringen, zügig in die Tat umsetze, heißt es dem Bericht nach.

Diess erklärte vor Kurzem, Cariad gewinne an Fahrt. Dabei soll eine Kooperation mit dem US-Chiphersteller Qualcomm helfen. Von 2026 an soll ein entsprechendes SoC (System on a chip) weltweit über alle VW-Marken hinweg eingesetzt werden.

Einem Bericht des Handelsblatts von Anfang Mai 2022 zufolge sollen die Qualcomm-Chips bereits für hochautomatisierte Systeme (Level 3) zum Einsatz kommen, die Cariad zusammen mit Bosch programmiert. In einem zweiten Schritt könnte diese auch für vollautomatisierte Fahraufgaben (Level 4) eingesetzt werden.

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OutOfCoffee 22. Mai 2022 / Themenstart

McKinsey hilf dir sowieso niergends. Die sind meistens nur noch als Leichenfledderer da...

Gole-mAndI 22. Mai 2022 / Themenstart

Viele Teamleiter haben Angst vor dem Schritt zurück. Leider ist das keine Seltenheit. Ich...

lvds 22. Mai 2022 / Themenstart

Aber die UI-Entwickler könnten doch schon komplett die Benutzeroberfläche entwickeln...

warhammer 22. Mai 2022 / Themenstart

Das die ursprüngliche ID Software gar nicht von der Cariad ist, ist Dir bewusst...

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