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Carbon Removal: Ozeane bisher bei CO2-Aufnahme deutlich unterschätzt

Messdaten von Geomar zeigen, dass die üblichen Berechnungen um ein Sechstel abweichen. Damit wären die Ozeane eine bessere CO2-Senke als gedacht.
/ Mario Petzold
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Aufgewühltes Wasser kann Kohlenstoffdioxid besser absorbieren als bisher vermutet. (Bild: Pixabay/pixifant)
Aufgewühltes Wasser kann Kohlenstoffdioxid besser absorbieren als bisher vermutet. Bild: Pixabay/pixifant

Die Versauerung der Ozeane(öffnet im neuen Fenster) dient als Beleg dafür, dass die Weltmeere einen großen Beitrag dazu leisten, dass die CO 2 -Konzentration in der Atmosphäre nicht schon viel höher liegt. Ein Forschungsteam des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel(öffnet im neuen Fenster) und des Plymouth Marine Laboratory in Großbritannien hat durch genaue Messungen herausgefunden, dass diese Fähigkeit der Meere bisher sogar um 15 Prozent unterschätzt wurde.

Bisher ging man davon aus, dass der Mechanismus der Gasaufnahme und -abgabe symmetrisch verläuft. Dann wäre überwiegend die erhöhte CO 2 -Konzentration in der Atmosphäre für die zusätzliche Bindung im Wasser verantwortlich, was die Ozeane zu einem CO 2 -Puffer macht. Eine umgekehrte Reaktion könnte man demnach erwarten, sollte es irgendwann gelingen, die menschlichen Emissionen einzudämmen.

Druck und Blasen verantwortlich

Diese Freisetzung dürfte laut den Messdaten jedoch schwächer ausfallen als erwartet, während die Aufnahme höher ist als gedacht. Insbesondere in Regionen mit hohem Wellengang und starken Winden, zumeist auf der Südhalbkugel, nimmt der Ozean mehr Kohlenstoffdioxid auf als vermutet und speichert es in tieferen Schichten. Pro Jahr sollen es 0,3 bis 0,4 Petagramm sein, also bis zu 400 Millionen Tonnen.

Die Luft wird vom aufgewühlten Wasser aufgenommen, wo die Blasen einem erhöhten Druck ausgesetzt sind. In dieser Umgebung nimmt Wasser CO 2 wesentlich besser auf als an der Oberfläche.

Auswirkungen sind gering

Die Studie, die in Nature Communications(öffnet im neuen Fenster) erschienen ist, legt nahe, dass die Genauigkeit aktueller Klimamodelle in Zweifel gezogen werden muss. Allerdings nur minimal.

Das Forschungsteam berechnete, dass insgesamt knapp 11 Milliarden Tonnen CO 2 mehr absorbiert wurden als bisher gedacht. Jedoch wurde die gleiche Menge allein im letzten Quartal ausgestoßen.

Dennoch lassen sich mit dem neuen Modell der asymmetrischen Absorption die Vorhersagen für zukünftige Klimaveränderungen noch genauer gestalten. Auch die notwendigen Maßnahmen können in ihrer Wirkung mit Blick auf die bessere Speicherfähigkeit der Weltmeere wesentlich besser abgeschätzt werden.


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