Carbon Removal: Der zähe Weg zur CO2-Speicherung
Northern Lights(öffnet im neuen Fenster) , ein Tochterunternehmen der drei Erdölkonzerne Equinor, Shell und Total Energies, hat ein Pilotprojekt gestartet, um die Möglichkeiten und Kapazitäten zur Einlagerung von CO 2 zu testen. In einer ersten Stufe sollen bis zu 7.000 Tonnen des Treibhausgases per Pipeline in einen natürlichen Speicher 2.600 m unter dem Meeresgrund der Nordsee eingelagert werden – pro Jahr.
Gespeichert wird im sogenannten Aurorareservoir, das über eine 100 km lange Pipeline mit dem norwegischen Festland verbunden ist. In dem salzhaltigen Tiefenwasser fast 3 km unter der Erdoberfläche sollen in Zukunft bis zu 5 Millionen Tonnen CO 2 pro Jahr gelagert werden.
In der ersten Projektphase, die im August 2025 angekündigt wurde und mit einer Testeinspeicherung startete(öffnet im neuen Fenster) , sind zunächst 1,5 Millionen Tonnen als Ziel ausgegeben. Die Pilotphase deckt 0,5 Prozent davon ab.
Gewinnung und Transport problematisch
Anders als die endgültige Einlagerung via Pipeline dürfte die Strecke vor dem finalen Weg in den Untergrund den schwierigsten Abschnitt darstellen. Die Filterung von CO 2 in relevanten Mengen ist ein material- und energieintensiver Prozess.
Das Kohlendioxid für das aktuelle Projekt stammt deshalb aus einer Kläranlage, die einen großen Teil Oslos abdeckt und wo das Gas dank hoher Konzentration leichter abgeschieden werden kann. An die Kläranlage sind etwa 800.000 Menschen angeschlossen. Die abgefangenen 9 kg pro Person stellen aber kaum ein Promille des jeweiligen CO 2 -Ausstoßes dar.
Hinzu kommt, dass diese 7.000 Tonnen pro Jahr oder annähernd 20 Tonnen am Tag von Oslo per Lkw an die Westküste Norwegens transportiert werden. Grob überschlagen wird dabei wiederum 1 Tonne CO 2 freigesetzt – jeden Tag. Wie aufwendig die Extraktion des CO 2 in der Kläranlage ist, ist nicht bekannt.
Bis zur geplanten Vollauslastung des Speichers dürfte es noch ein langer Weg sein. Auch die nötige Infrastruktur muss noch weiter aufgebaut und die Technik effizienter werden.
Lohnen könnte sich das Projekt irgendwann trotzdem. Steigt der CO 2 -Preis auf 300 Euro je Tonne, wären 5 Millionen Tonnen Jahreskapazität bereits 1,5 Milliarden Euro wert. Aktuell sind es immerhin schon 300 Millionen Euro.
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