Capcom: Pragmata erfindet Action neu - auf dem Mond

Als ich die Demo zu Pragmata starte, wirkt alles wie in einem vertrauten Science-Fiction-Actionspiel: ein Raumfahrer in schwerem Anzug, eine verlassene Mondbasis. Doch schnell wird klar, dass sich unter dieser Oberfläche eine ungewöhnliche Mischung verbirgt.
Statt reiner Action erwartet mich ein Mix aus klassischem Ballern und taktischem Hacking – Reflexe und Genauigkeit in direkter Verbindung mit Denksport.
Hugh Williams, der Astronaut, den ich steuere, ist nach einem Mondbeben von seinem Team getrennt, schwer verletzt und auf sich allein gestellt. Jedenfalls, bis ihn ein mysteriöses Mädchen namens Diana findet.
Sie ist kein normales Kind, sondern ein sogenanntes Pragmata, erschaffen aus Lunafilament, einem hoch entwickelten Material, das nicht nur Formen, sondern auch Eigenschaften und Funktionen kopieren kann.
Welche Rolle das im späteren Verlauf der Handlung spielt, weiß ich noch nicht. Was ich aber sofort erlebe: Diana kann die feindlichen Roboter hacken. Das bedeutet, dass transparent über den Gegnern eine Matrix eingeblendet wird, die vage an Schieberätsel erinnert.
Gleichzeitig friert das Geschehen ein, und ich kann in diesem Feld innerhalb von wenigen Sekunden eine Linie bis zu einem grünen Feld ziehen; am Playstation-5-Controller mache ich das mit den Symboltasten (Kreis springt nach rechts und so weiter).






Wenn ich erfolgreich bin, werden die Schilde des Roboters kurz deaktiviert und ich richte mit meiner Strahlenkanone massiven Schaden an – ein paar Schüsse reichen, um als Sieger aus der Schlacht zu gehen.
Im Spielverlauf wird das ganze immer komplexer: Es gibt Spezialfelder, die den Gegner zusätzlich abbremsen oder die Schilde besonders lange ausschalten. Das System bekommt dann auch eine taktische Komponente, weil ich gezielt Systeme deaktivieren oder auf einen Frontalangriff setzen kann.
Wunderschöne Mondbasis
Mich hat das Hacking erst abgeschreckt – ich hätte zumindest bei den ersten paar Gefechten schlicht lieber geballert. Erstaunlich schnell fand ich das System aber erst interessant und dann einfach gut!
Das Hacking geht sehr schnell und komfortabel von der Hand, es bringt Abwechslung ins Spiel und fühlt sich vor allem bei großen Gegnern wie ein Vorteil für mich an statt wie eine zusätzliche Barriere.
In einem Bosskampf gegen einen riesigen Mech entfaltet es sich besten. Erst durch das Hacken wird die schwere Panzerung durchlässig, dann zwingt mich die Action, blitzschnell zu reagieren.
Wenn ich im sogenannten Overdrive-Modus schließlich gleich mehrere Feinde gleichzeitig manipuliere, wirkt das wie der Höhepunkt einer perfekt getakteten Choreografie.
Neben diesem zentralen Element entfaltet sich die Handlung in Fragmenten. Die Mondbasis, ursprünglich ein Forschungszentrum für Lunafilament, wirkt verlassen und zugleich unheimlich belebt durch Hologramme und Simulationen. Wände flackern auf, als wären sie nur Projektionen, und alte Möbel stehen wie Fremdkörper in den sterilen Gängen.
Während Hugh und Diana versuchen, einen Weg zurück zur Erde zu finden, werden sie von einer feindseligen KI verfolgt, die die Station kontrolliert. Dieser Rahmen verleiht dem Spiel eine zusätzliche Ebene: Ich kämpfe nicht nur gegen mechanische Gegner, sondern immer auch gegen die Frage, wer die Kontrolle über diese Umgebung hat.
Technische Basis von Pragmata ist die RE Engine (Resident Evil) von Capcom, allerdings in einer angepassten Version. Wenn sich die Kuppelwände einer Station auflösen und der Blick auf die ferne Erde frei wird, wirkt das so eindrucksvoll, dass ich fast vergesse, in einem Spiel zu sein.
Pragmata(öffnet im neuen Fenster) erscheint 2026 für Playstation 5, Xbox Series X/S und Windows-PC. Nach meinem ersten Anspielen bleibt ein Bild haften: eine ungewöhnliche Mischung aus packender Story, schicker Grafik und einem ungewöhnlichen Flow, der entweder viele Spieler verlieren oder sie komplett für sich gewinnen wird.