Mehr Rad, weniger E-Bike

Das Pedelec kam in einem großen Pappkarton und musste von uns teilweise selbst montiert werden. Das gestaltete sich recht simpel, weil lediglich das Vorderrad einzusetzen war und die Pedale und der Sattel befestigt werden mussten. Die Anleitung dazu war verständlich und der Vorgang kostete uns weniger als 15 Minuten. Das beigelegte Werkzeug, die Anleitung und die Komponenten für die STVO-Konformität machten einen guten Eindruck. Allerdings brauchten wir einiges an Platz, um alle Teile auszupacken. Leider fehlt ein Kickstand und die Möglichkeiten der Lenkerjustierung sind eingeschränkt.

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So geht es auf die erste Testfahrt, bei der wir bemerken, dass unsere übliche Fahrweise mit häufigem Wechsel der Unterstützungsstufe hier nicht funktioniert. Der gummierte Multifunktionsschalter für den Antrieb befindet sich nämlich auf dem Unterrohr des Rahmens. Er hat keinerlei haptische Anhaltspunkte außer einer Y-förmigen Erhöhung in der Mitte.

Wir fummeln vornübergebeugt ein paar Mal am Rahmen, die LED-Statusanzeigen konnten wir nicht wirklich erkennen, weil sie vom Oberrohr verdeckt wurden. So geht es schon mal nicht mit dem E-Biken.

Erst als wir uns einfahren und uns für eine Unterstützungsstufe entscheiden, beginnt der Fahrspaß. Das Prinzip des Canyon Commuter On 7 ist nämlich eher, dass man den Motor vergisst und einfach normal Fahrrad fährt. Der leise Antrieb sorgt tatsächlich dafür, dass wir zeitweise vergessen, dass wir auf einem Pedelec sitzen. Blöd nur, wenn dann ein Berg kommt - dann nestelt man natürlich wieder blind mit den Fingern am Rahmen. Es gibt aber auch eine funkbasierte Lenkerfernbedienung, die dieses Problem löst.

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Da unsere tägliche Pendelstrecke wenig bergig ist, belassen wir es bei der zweiten von drei Unterstützungsstufen. Die geringste Stufe war uns zu schwach, aber vielleicht sind wir auch nur durch jahrelanges E-Biken verweichlicht? Wir holen die Meinung eines befreundeten, sehr sportlichen Bio-Bikers (und Canyon-Fans) ein.

Schalten statt Stufen wechseln

Dieser bestätigt unseren Verdacht: In den unteren Unterstützungsstufe beseitigt der Motor lediglich das Mehrgewicht des Rades. Wer also normalerweise ein leichtes Fahrradmodell fährt, bekommt bis 25 km/h mit dem Commuter On 7 ein ähnliches Fahrgefühl. Der Übergang ins motorlose Fahren ist nur dann merklich schwierig, wenn wir in der höchsten Stufe anspurten, ansonsten bemerken wir keinen Widerstand.

Nun fühlen wir uns normalerweise eher im Cruise-Modus wohl und scheuen die sportliche Herausforderung auf unserer Pendelstrecke von insgesamt 64 km. Dafür bietet das Rad in der bereits erwähnten zweiten Unterstützungsstufe genug Kraft - und setzt diese dank Drehmomentsensor auch angemessen dosiert ein. Wenn wir stärker treten, bekommen wir auch mehr Motorleistung. Trotzdem fühlen wir uns mitunter etwas untermotorisiert und treten ordentlich nach. Nach einigen Tagen haben wir uns aber an das Fahrverhalten mit mehr Schalten und weniger Stufenwechsel gewöhnt und mögen die Reduktion auf das Wesentliche - das hier ist eindeutig ein Pedelec für Fahrradfahrer. Das Fehlen einer Federgabel können wir übrigens trotz gelegentlichem Kopfsteinpflaster verschmerzen.

  • Das Commuter On von Canyon sieht nicht sehr nach Pedelec aus. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der Lenker wirkt aufgeräumt, hat aber auch keine Fernbedienung für den Motor. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die 12-Gang-Schaltung von Shimano hilft, wenn es bergig wird. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Zum Laden muss der Akku entfernt werden. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der Motor ist im Unterrohr versteckt und bildet mit dem Akku eine Einheit - so gibt es keine Beule unter der Tretkurbel. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der Multifunktionale Schalter mit Status-LEDs ist auf dem Unterrohr schlecht zu erreichen und noch schlechter zu erkennen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Trotz Beleuchtung müssen für STVO-Konformität die beigelegten Reflektoren installiert werden. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die App kann Strecken aufzeichnen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Ihr Design ist allerdings recht spartanisch gehalten. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
Das Commuter On von Canyon sieht nicht sehr nach Pedelec aus. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Zeit, die smarten Optionen des Rades zu erkunden. Die App für Android und iOS ist in wenigen Sekunden gekoppelt und sieht auf den ersten Blick aus wie von einem Mathelehrer gestaltet. Jede Menge Zahlen auf weißem Hintergrund, aber gut ablesbar.

Die Firmware des Pedelecs lässt sich hier erneuern, es gibt eine einfache Aufzeichnungsfunktion für Routen und Tacho- sowie Odometer sind enthalten. Auch die jeweils von Fahrendem und Motor eingesetzte Kraft wird vermerkt. Das alles funktioniert jedoch nur, wenn die App dauerhaft läuft. So ist die Reichweitenschätzung beispielsweise komplett nutzlos, wenn man lediglich am Ende der Fahrt das Telefon aktiviert.

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Andererseits bietet Fazua in Kooperation mit Garmin aber auch die Möglichkeit der Koppelung mit einem Fahrradcomputer - dann kann das Smartphone in der Tasche bleiben. Ebenfalls positiv bewerten wir die Möglichkeit, die Unterstützungsstufen in der App nach eigenen Vorlieben anzupassen.

Unsere 64 km Pendelstrecke schafften wir locker mit 21 Prozent verbleibender Akkukapazität - was auch daran liegen mag, dass das Rad dazu einlädt, mehr eigene Kraft zu investieren. Der Hersteller gibt 75 km Reichweite an.

Als es dann ans Laden ging, bemerkten wir einen Nachteil der Kombination aus Akku und Motor. So muss nämlich die komplette Einheit entnommen werden. Das Schloss erwies sich als Geduldsprobe, außerdem hatten wir jedes Mal die Befürchtung, dass das metallische Schutzblech beim Herausklappen des Akkus nach unten einen Kratzer abbekommt.

Ohne Motor kann das Commuter On 7 als Fahrrad genutzt werden und ist dann noch etwas leichter. Eine Schutzkappe für das Unterrohr ist beim Hersteller erhältlich. Bei Fahrten über Kopfsteinpflaster bemerkten wir mitunter ein Klappern der Akku- und Motorkombination - anscheinend ist sie nicht ganz so fest verankert und hat ein wenig Spiel.

Der Anschluss ans Netzteil ist dank magnetischer Führung hingegen gut gelöst. Der Ladevorgang dauert bis zu vier Stunden.

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 Canyon Commuter On 7: Dieses E-Bike bringt uns ins SchwitzenVerfügbarkeit und Fazit 
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Sorji62 23. Aug 2022 / Themenstart

"Am Ende aber egal, Tests der letzten Jahrzehnte sind für IMO wertlos, da wird jede neue...

lukas_b 19. Aug 2022 / Themenstart

Ich habe ebenfalls das Canyon Commuter 7 ON, und ich muss sagen, dass der Gepäckträger...

MarcusK 19. Aug 2022 / Themenstart

die Riemenspannung sollte schon regelmäßig kontrolliert, wenn sie nicht passt hat man...

theFiend 19. Aug 2022 / Themenstart

Ich wohn genau auf der anderen Seite, Eingang zur Holledau

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