Canva-Studie: Unternehmen erhöhen KI-Budgets trotz Kundenskepsis
Unternehmen investieren verstärkt in künstliche Intelligenz, stoßen dabei jedoch auf erhebliche Skepsis aufseiten der Verbraucher. Das zeigt eine aktuelle Studie des Design-Unternehmens Canva(öffnet im neuen Fenster). Demnach planen 98 Prozent der Marketing-Verantwortlichen der Studie, ihre Budgets für KI-Anwendungen im Jahr 2026 zu erhöhen. Die Studie befragte insgesamt 1.415 Marketing-Verantwortliche in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sowie 3.547 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland, USA, Großbritannien, Australien, Frankreich, Japan und Indien.
Diese Entwicklung steht laut Caretrialog(öffnet im neuen Fenster), einer Medien- und Vernetzungsplattform für die Pflegebranche, in starkem Kontrast zur Wahrnehmung der deutschen Konsumenten: So bewerten 67 Prozent der Befragten KI-generierte Werbemaßnahmen als seelenlos. Viele Konsumenten empfinden den Einsatz der Technologie zudem als offensichtlich und wenig überzeugend. Für eine erfolgreiche Werbewirkung erachten weiterhin 80 Prozent der Studienteilnehmer die menschliche Komponente als entscheidend. Marken stehen somit vor dem Problem, dass eine gesteigerte Effizienz durch technologische Hilfsmittel mit einer sinkenden emotionalen Reichweite einhergeht.
Effizienzgewinn führt zu austauschbaren Inhalten
In Marketingabteilungen gehört die Technologie allerdings bereits zum Standard. Laut der Untersuchung nutzen 88 Prozent der Marketing-Fachkräfte künstliche Intelligenz regelmäßig. In Deutschland betrachten die Verantwortlichen KI primär als ein Werkzeug zur Prozessleitung und seltener als einen strategischen Partner. Durch den Einsatz von KI lassen sich messbare Zeitersparnisse erzielen.
Die Befragten gaben an, damit mehrere Stunden pro Woche oder sogar einen vollständigen Arbeitstag einzusparen. Diese Optimierung bringt jedoch qualitative Nachteile mit sich. Die Menge an generischen Inhalten nimmt zu. Sogenannter AI Slop, womit austauschbare und lieblos gestaltete Inhalte gemeint sind, tritt vermehrt auf und stellt ein wachsendes Problem für die Branche dar.
Konsumenten fordern Regulierung und Datenschutz
Die Einstellung der Verbraucher zum Thema ist indes geteilt: Einerseits akzeptieren 64 Prozent der Konsumenten den Einsatz von KI in der Werbung, sofern die gezeigten Inhalte für sie eine Relevanz besitzen. Andererseits bevorzugt die Mehrheit der Befragten weiterhin Werbeanzeigen, die von Menschen gestaltet wurden.
Aus der Studie geht zudem ein steigender Bedarf nach gesetzlichen Rahmenbedingungen hervor. 61 Prozent der Teilnehmenden würden KI-Werbung eher akzeptieren, wenn dafür klare Richtlinien existieren. Die Befragten fordern darüber hinaus mehr Kontrollmöglichkeiten über ihre Daten, beispielsweise durch einen Datenschutz-Schieberegler für personalisierte Werbekampagnen. Technologischer Fortschritt allein schafft demnach kein Vertrauen; dieses erfordert Transparenz, Datensicherheit und kreative Qualität.
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