• IT-Karriere:
  • Services:

Canonical: "Warum wir Mir entwickeln"

Auf Google+ haben Canonical-Mitarbeiter nochmals detailliert erörtert, warum sie Mir entwickeln, und sich erneut beim Wayland-Projekt für einige irreführende Informationen entschuldigt. Canonical wird weiterhin vorgeworfen, die Community zu spalten.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Linux-Community ist über Canonicals Mir-Projekt verärgert.
Die Linux-Community ist über Canonicals Mir-Projekt verärgert. (Bild: Canonical)

Canonical-Entwickler Christopher Halse Rogers hat nochmals zusammengefasst, warum sein Arbeitgeber einen eigenen Display-Server namens Mir entwickeln will. Mir solle eigentlich so werden wie Wayland, aber doch ganz anders, schreibt Halse Rogers. Mirs Ansatz hätte daher fundamentale Änderungen am Wayland-Code bedeutet. Deshalb habe Canonical zunächst von einer Mitarbeit abgesehen. Vor allem Canonicals Arbeit an der Integration der Treiber solle aber auch den Wayland-Entwicklern zugute kommen. Ohne die Unterstützung für den X-Server werde auch Mir nicht auskommen, schreibt Halse Rogers, denn für den Anwender solle sich nichts ändern. Sämtliche Desktops, ob Gnome, Xfce, KDE oder Mint, sollten auch weiterhin mit Mir funktionieren.

Stellenmarkt
  1. ekom21 - KGRZ Hessen, Kassel, Darmstadt
  2. Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Köln, Potsdam

Halse Rogers entschuldigte sich nochmals bei den Wayland-Entwicklern für die Aussage, die Protokolle von Wayland seien unsicher. Diese Behauptung sei falsch. Im Gegenteil: Wayland löse Sicherheitsprobleme, die es in X gebe.

Fünf Punkte für Mir

In fünf Punkten handelte Halse Rogers die Gründe für die Entwicklung von Mir ab:

Canonical wolle etwas Ähnliches wie Wayland, denn die Entwicklung einer Desktop-Shell mit X sei frustrierend.

Canonical habe nicht Waylands Referenz-Compositor Weston verwenden wollen, denn Weston sei keine Desktop-Shell, sondern diene lediglich der Entwicklung der Wayland-Protokolle. Canonicals Entwickler hätten ein Fork von Weston entwickeln und es für ihre Zwecke umschreiben können, aber es sei schwierig, Testroutinen für eine existierende Code-Basis zu schreiben.

Als Canonical mit der Entwicklung von Mir begonnen habe, habe es keinen Input-Stack für Wayland gegeben.

Für die Unterstützung der ARM-Plattform wollten Canonicals Entwickler eine serversetige Speicherverwaltung. Diese solle langfristig überall in Ubuntu umgesetzt werden. Die Wayland-EGL-Plattform in Mesa und Weston verwende hingegen eine clientseitige Puffer-Allozierung. Zwar sei das auch in den Wayland-Protokollen möglich, allerdings sei die Umsetzung äußerst schwierig und vermutlich nicht im Interesse des Wayland-Projekts.

Und schließlich wollten die Mir-Entwickler eine andere Semantik für die Fensterverwaltung, als die, die in Waylands wl_shell und wl_shell_interface umgesetzt sind.

Letztendlich hätte die Weiterentwicklung von Wayland und Weston für Canonical bedeutet, dass dessen Entwickler einen Input-Stack entwickeln, Patches für die EGL-Plattform in Mesa schreiben und die Umsetzung der Fensterverwaltung in allen Toolkits umschreiben müssten. Zusammen mit der Neuentwicklung sämtlicher Testverfahren sei das ein größerer Aufwand, als einen eigenen Display-Server zu entwickeln, resümiert Halse Rogers.

Weiterhin für X

Canonical werde auch weiterhin den X-Server unterstützen, schreibt Halse Rogers in einem zweiten Posting. Applikationen, die auf X11 basieren, sollten von der Umstellung auf Mir nichts bemerken. Lediglich die Nutzung alternativer Display-Manager wie GDM oder KDM müsste beim Systemstart definiert werden und nicht wie bisher im Anmeldefenster. Aber auch diese Einschränkungen seien langfristig lösbar.

Auf Desktop-Systemen werde sich der Treiber-Stack von XMir nur geringfügig von dem von XWayland unterscheiden, schreibt Halse Rogers außerdem, um die Befürchtungen zu zerstreuen, Mir werde die Treiberentwicklung unter Linux fragmentieren. Mirs EGL-Plattform werde sich ebenfalls kaum von der für Wayland oder sogar X11 unterscheiden. Daher würden Entwicklungen, die Canonical zusammen mit Nvidia und AMD für ihre proprietären Treiber anstrebt, auch den anderen Projekten nützlich sein.

Das große Drama

In den Kommentaren zu seinen Postings erntete Halse Rogers abermals die Kritik, Canonical wolle mit seinem Alleingang die Linux-Community spalten. Ein Poster fasste zusammen: "Ich bin nur wegen des Dramas hier. Hauptsache, es funktioniert."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

Thaodan 19. Jun 2013

Nicht verallgemeinern, das Arch und das Ubuntuers Wiki ist super, genau so wie dessen Foren.

Thaodan 14. Mär 2013

Wollte das nicht sogar KWin im gewissen Sinne?

Thaodan 14. Mär 2013

Klar, aber diese sollte sich nicht untereinander parasitär verhalten.

Thaodan 12. Mär 2013

Hoffen wir das es KDE 4.11 sein wird.

Thaodan 12. Mär 2013

Trägt Mark jetzt auch so schöne Rollkragen Polover and presentiert " the next big...


Folgen Sie uns
       


Xiaomi Mi 10 Pro - Test

Das Mi 10 Pro ist Xiaomis jüngstes Top-Smartphone. Im Test überzeugt vor allem die Kamera.

Xiaomi Mi 10 Pro - Test Video aufrufen
Unix: Ein Betriebssystem in 8 KByte
Unix
Ein Betriebssystem in 8 KByte

Zwei junge Programmierer entwarfen nahezu im Alleingang ein Betriebssystem und die Sprache C. Zum 50. Jubiläum von Unix werfen wir einen Blick zurück auf die Anfangstage.
Von Martin Wolf


    Bundesregierung: Ministerien ziehen rote Linien beim Leistungsschutzrecht
    Bundesregierung
    Ministerien ziehen "rote Linien" beim Leistungsschutzrecht

    Die Bundesregierung streitet sich über die Umsetzung des Leistungsschutzrechts. Die Urheber könnten darunter leiden.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

    1. Medienfinanzierung Facebook hält News-Inhalte für verzichtbar
    2. Leistungsschutzrecht VG Media zieht Klage gegen Google zurück
    3. Australien Google und Facebook sollen Medien bezahlen

    Telekom, Vodafone: Wenn LTE schneller als 5G ist
    Telekom, Vodafone
    Wenn LTE schneller als 5G ist

    Dynamic Spectrum Sharing erlaubt 5G und LTE in alten Frequenzbereichen von 3G und DVB-T. Doch wenn man hier nur LTE einsetzen würde, wäre die Datenrate höher.
    Ein Bericht von Achim Sawall

    1. Telekom Große Nachfrage nach Campusnetzen bei der Industrie
    2. Redbox Vodafone stellt komplettes 5G-Netz in einer Box vor
    3. 5G N1 Telekom erweitert massiv das 5G-Netz mit Telefónica-Spektrum

      •  /