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Canonical: Ubuntu soll über eine Milliarde Nutzer haben

Es gebe zurzeit ungefähr eine Milliarde Menschen, die Ubuntu nutzten, sagt ein Produktstratege von Canonical und reagiert damit auf einen kritischen Medienbericht. Die Zählweise lässt allerdings sehr viel Raum für Interpretationen und Diskussionen.
/ Sebastian Grüner
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Hat Ubuntu mehr als eine Milliarde Nutzer? (Bild: Ubuntu.com)
Hat Ubuntu mehr als eine Milliarde Nutzer? Bild: Ubuntu.com

Nachdem der US-Mediendienst Phoronix geschrieben hatte(öffnet im neuen Fenster), dass Ubuntu sein vor vier Jahren vorgegebenes Ziel von 200 Millionen Nutzern klar verfehlt habe, hat Canonicals Produktstratege Dustin Kirkland dem nun in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) widersprochen. Er wette, dass es mehr als eine Milliarde Menschen gebe, die Ubuntu nutzten, "direkt oder indirekt".

Diese von Kirkland ans Ende seines Blogeintrags gesetzte Einordnung ist jedoch ebenso fragwürdig wie die eher vorsichtige Schätzung in dem Bericht von Phoronix. Denn statt Anwender, die Ubuntu täglich auf dem Desktop oder auch auf ihrem Smartphone nutzen, zählt Kirkland auch jene, die von den "Diensten" und der "Verfügbarkeit" der Linux-Distribution profitieren.

Dementsprechend listet Kirkland verschiedene Anbieter auf, die auf ihren Servern Ubuntu einsetzen, wie etwa Instagram, Netflix oder auch Weta Digital. Letzteres Unternehmen ist verantwortlich für die digitalen Spezialeffekte von Filmen wie Der Hobbit. Ebenso basiere das Entertainment-System in den Fahrzeugen von Tesla auf Ubuntu und nicht zuletzt verwendet das Wikipedia-Projekt Ubuntu. Dass Kirkland mit einer derartigen Zählung auf über eine Milliarde Anwender kommt, ist wenig verwunderlich.

Dieser Beitrag zeigt allerdings auch den schleichenden Wandel der Unternehmensstrategie von Canonical. Es ist wahrscheinlich, dass sich das 2011 von Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth geäußerte Ziel der 200 Millionen Nutzer tatsächlich noch auf Desktop-Anwender bezog. Ubuntu startete ja auch als Linux-Distribution, die einen einfachen Desktop-Betrieb ermöglichen sollte. Das Hauptgeschäft von Canonical ist nun aber schon länger die Server- und Unternehmenssparte.


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