Canonical: EFF beklagt mangelnden Datenschutz in Ubuntu 12.10
Zu den Kritikern der integrierten Amazon-Suche in Ubuntu 12.10 gesellt sich auch die Bürgerrechtsorganisation EFF. Sie kritisiert den mangelnden Datenschutz. Denn die auf dem Rechner eingegebenen Suchbegriffe werden unverschlüsselt an die Amazon-Server versandt. In offenen WLAN-Netzwerken können die Daten dann abgegriffen werden. Außerdem werden Suchen mit IP-Adressen verknüpft, kritisiert die EFF.

Nach dem Abgleich der lokalen Suche mit Amazons Angeboten werden sie dann auf dem lokalen Rechner als Suchergebnisse präsentiert. Dafür sorgt die in Ubuntu 12.10 integrierte Shopping-Linse. Über deren API lassen sich auch andere Anbieter einbinden, etwa Vimeo oder Facebook, die dann ebenfalls IP-Adressen samt Suchbegriffen unverschlüsselt erhalten.
"Es ist aus Sicht des Datenschutzes äußerst problematisch, wenn die Suche auf einem lokalen Rechner plötzlich in die ganze Welt verschickt wird", schreibt Chef-Webentwickler Micah Lee von der EFF(öffnet im neuen Fenster). "Es könnte ja sein, dass jemand nach einer PDF über häusliche Gewalt, nach Scheidungsdokumenten oder als Aktivist seine Pläne durchsucht."
Deaktivierungsoptionen
In den Systemeinstellungen und Privatsphäre lässt sich die Onlinesuche abstellen – es werden dann keine Verbindungen zu Amazon-Servern mehr aufgebaut, was wir mit dem Befehl lsof -i -P feststellen konnten. Wer ganz sichergehen will, kann auch die Shopping-Linse komplett deinstallieren. Das lässt sich mit dem Befehl apt-get remove unity-lens-shopping erledigen.
Lee fordert Canonical auf, bei der Installation von Ubuntu dem Anwender eine Opt-Out-Möglichkeit zu bieten.
Canonical weist auf seiner eigenen Webseite zu den Sicherheitsrichtlinien auf die der Drittanbieter hin.
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