Kamera mit elektronischem Ästhetikgefühl
Mit der Funktion "Kreative Aufnahme" lässt sich die Kamera in einen Modus versetzen, in dem sie mehrere Bilder in schneller Folge mit unterschiedlichen Effekten und Bildausschnitten aufnimmt. Die Kameraelektronik versucht dabei, besonders gelungene Varianten selbstständig auszuwählen und speichert diese. Das funktioniert gut und überraschte bei der Wahl von Bildausschnitten und hübschen Bildbearbeitungen. Vor allem die Monochrom-Funktion und die Variante mit den "markanten Farben" sind sehenswert.
Der Autofokus kann durch den Touchscreen zum gewünschten Bereich gelenkt werden, kann aber die Szene auch selbstständig erkennen und beurteilen. Auch eine Zielverfolgung ist möglich. Dazu wird ein Bildbereich angetippt, woraufhin dieser scharf gehalten wird, auch wenn er sich bewegt. Das klappte in unseren Versuchen sehr gut, selbst wenn das Motiv kurze Zeit aus dem Bild verschwand.
Automatikmodus gegen Fotografenwünsche
Bei so vielen Optionen ist allerdings ein gehöriges Maß an Übung und Gedächtnisleistung erforderlich, um schnell zielgenau die richtige Einstellung zu treffen. Das ist auch unser Hauptkritikpunkt an der Kamera: Sie soll es jedem recht machen. Das läuft dem Anspruch nach einer einfachen Bedienung entgegen und verhindert eine Reduktion auf das Wesentliche. Oft wechselt man gerade zu Beginn genervt in den Automatikmodus, weil dort die Kamera so ziemlich alles richtig macht, was man selbst vielleicht gerne manuell einstellen wollte. Fortgeschrittene werden sich wohl eher wie bei Spiegelreflexkameras die Zeitautomatik einstellen und die Blende mit dem Objektivring regulieren.
Die Effektfunktionen sind nett anzusehen und helfen, auf die Schnelle ansprechende Fotos zu erstellen, selbst ohne anschließende Bildbearbeitung. Das ist die Idee hinter der WLAN-Funktion, mit der sich die Aufnahmen auf ein Smartphone oder Tablet verschieben lassen, um sie von dort weiterzuverschicken, zu bearbeiten oder einfach zu archivieren. Die Verbindungsdaten werden bei Android-Geräten per NFC ausgehandelt, während bei iOS Handarbeit angesagt ist, um die Canon-App mit der Kamera zu verbinden. Über diese App kann die G7 X auch ferngesteuert werden, was allerdings nur in wenigen Aufnahmesituationen sinnvoll erscheint.
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