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Canon EOS 5D Mark IV im Test: Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz

Die Canon 5D Mark IV ist ein Profiwerkzeug mit leistungsfähiger Autofokus-Hardware und hoher Lichtempfindlichkeit, hat aber leichte Probleme im Videobereich. Richtig warmgeworden sind wir mit der neuen DSLR nicht.
/ Andreas Donath
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Canon EOS 5D Mark IV (Bild: Andreas Donath)
Canon EOS 5D Mark IV Bild: Andreas Donath

Mit dem vierten Modell der 2005 gestarteten DSLR-Serie Canon 5D Mark IV will Canon zur starken Konkurrenz aufschließen. Die neue digitale Spiegelreflexkamera soll ein Allrounder für Profis und ambitionierte Amateure sein und hat einige besondere Funktionen. Wir haben eine Zeitlang mit ihr gearbeitet – und sind trotz vieler Stärken nicht restlos begeistert.

Die Kamera sieht dem unmittelbaren Vorgänger recht ähnlich, auch wenn die Technik stark überarbeitet wurde. Sie arbeitet mit einem Kleinbildsensor in CMOS-Technik, der eine Auflösung von 30,1 Megapixeln bei ISO 50 bis ISO 102.400 erreicht. Der Sensor ist eine Neuentwicklung, der Canons Dual Pixel CMOS-AF-Technik(öffnet im neuen Fenster) beinhaltet.

Canon EOS 5D Mark IV (Herstellervideo)
Canon EOS 5D Mark IV (Herstellervideo) (03:40)

Dual-Pixel-Technik für schnellen Autofokus und nachträgliche Schärfenjustierung

Mit zwei Photodioden pro Pixel soll die Kamera im Live-Viewmodus und bei Videoaufnahmen besonders schnell scharfstellen. Das leider nicht ausklappbare Display mit 3,2 Zoll Bilddiagonale verfügt über 1,62 Millionen Bildpunkte und ist als Touchscreen ausgeführt. Bei im sogenannten Dual-Pixel-RAW-Format(öffnet im neuen Fenster) aufgenommenen Fotos kann mit Canons Spezialsoftware zudem der Fokuspunkt nach der Aufnahme leicht verändert werden. Die Hoffnung, dass sich damit Fehlfokussierungen ausmerzen lassen, erfüllt sich in der Praxis jedoch nicht. Die Unterschiede sind so fein, dass sie kaum ins Gewicht fallen.

Der Autofokus arbeitet mit 61 Messfeldern, wovon 41 als Kreuzsensoren angelegt sind. Serienaufnahmen sollen mit bis zu sieben Bildern pro Sekunde für bis zu 26 RAW-Fotos in Folge gelingen. Bei JPEGs gibt es keine Unterbrechungen wegen Speicherpausen.

Die Verschlussgeschwindigkeit liegt bei bis zu 1/8.000 Sekunde. Dabei bleibt die AF/AE-Nachführung aktiv. Die Belichtungsmessung übernimmt ein Sensor mit 150.000 RGB-Pixeln.

Unflexible 4K-Videoaufnahme produziert enorme Datenmengen

Neben Fotos kann die EOS 5D Mark IV auch Videoaufnahmen in 4K-Auflösung erzeugen, wobei bis zu 30 Bilder pro Sekunde bei 4.096 x 2.160 Pixeln (Motion-JPEG) möglich sind. In Full-HD sind bis zu 60 Vollbilder (ALL-I- oder IPB-Codierung) einstellbar und 120 Bilder pro Sekunde können mit 720p aufgenommen werden.

Der Fotograf kann aus den Videos Einzelbilder noch in der Kamera extrahieren, was bei den knapp 9-Megapixel-Aufnahmen im 4K-Modus wegen des Detailreichtums besonders interessant ist und Serienaufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde durch die Hintertür ermöglicht.

Das hört sich alles vernünftig an, doch ausgerechnet im 4K-Modus haben wir bei der Kamera eine unangenehme Überraschung erlebt.

Überall nur Tasten

Die Canon erschlägt den unvorbereiteten Anwender mit einer Vielzahl von Knöpfen, die dann auch noch durch riesige Bildschirmmenüs ergänzt werden. Der rettende Griff zum (wirklich sehr guten) Handbuch ist da schon fast obligatorisch, auch wenn die Mark IV natürlich einen Vollautomatikmodus hat, der nur noch das Drücken des Auslösers erfordert. Doch dafür ist die Kamera sicherlich in den Augen der meisten Nutzer nicht gemacht.

Das etwa 15,1 x 11,6 x 7,6 cm große Kameragehäuse aus Magnesium verfügt über mehrere Abdichtungen, damit Staub, Feuchtigkeit und Spritzwasser nicht ins Gehäuse vordringen. Bei einem Besuch im botanischen Garten in Berlin konnten wir zumindest trotz hoher Luftfeuchtigkeit und beschlagener Kamera keine Funktionsbeinträchtigungen feststellen und auch ein Platzregen brachte die Mark IV nicht aus der Fassung. Das mattiert strukturierte Gehäuse mit teilweiser Gummierung ist allerdings recht anfällig für Verschmutzungen. Die Tasten lassen sich leicht erfühlen und unterscheiden, was nach einiger Eingewöhnungszeit eine blinde Bedienung möglich macht. Lediglich das Einstellrad am Handgriff vorne ist etwas schwer zu finden. Die Kamera liegt hervorragend in der Hand und lässt sich dank der tiefen Griffmulde auch mit Handschuhen sicher halten und auslösen.

Die Canon verfügt über WLAN (IEEE802.11b/g/n, nur 2,4 GHz) , NFC und GPS. Gespeichert wird auf Compactflash-UDMA7- und SD-Karten.

Canon EOS 5D Mark IV Demovideo 1 (Golem.de)
Canon EOS 5D Mark IV Demovideo 1 (Golem.de) (00:09)

Die Anschlüsse für Kabel – Blitzsynchronisation, Mikro- und Ohrhörer sowie HDMI und USB 3.0 – befinden sich hinter Klappen an der linken Seite. Werden mehrere Kabel angeschlossen, ist es sinnvoll, den mitgelieferte Rahmen zu nutzen, damit die Kabel sich nicht gegenseitig behindern.

Wer die Mark III kennt, wird auf der Oberseite keine Neuerungen erkennen. Das Programmwählrad mit darunterliegendem Einschalter belegt die linke Seite der Oberseite und hat gleich drei Speicherplätze für eigene Einstellungen. Das ergibt durchaus Sinn: Die schier unendlichen Bildschirmmenüs mit zahllosen Möglichkeiten werden sich viele Anwender nicht merken können. Einige erprobte Einstellungen sollten daher auf die Speicherplätze C1 bis C3 wandern, die dadurch schnell abrufbar sind.

Rechts neben dem Sucher befindet sich das Kontrolldisplay, das auf Wunsch orange beleuchtet wird. Es ist bei hellem Licht schlecht ablesbar. Die Tasten vor dem Display zur Einstellung des Weißabgleichs und der Belichtungsmessung sowie zur Umschaltung zwischen Einzel- und Serienbild sowie der Lichtempfindlichkeit sind genau wie die Taste für den AF-Modus gut erfühlbar gestaltet. Am Handgriff befindet sich der Auslöser, der einen gut definierten Druckpunkt hat. Dazu kommen ein Einstellrad und eine Taste, die mit der AF-Bereichswahl vorbelegt ist.

Die Rückseite wird vom großen Display dominiert, das gut ablesbar ist, bei ungünstigem Lichteinfall jedoch spiegelt. Rechts daneben befindet sich das Einstellrad mit Set-Taste und über der Daumenablage AF- und AE-(Lock-)Tasten sowie eine einzige Taste zur Konfiguration des AF-Bereichs. Sie ist trotzdem gut erreichbar und stellt die einzige Neuheit im Layout dar. Diese Taste hätte uns bei der Canon EOS 5DS mit 50 Megapixeln auch gut gefallen.

Der Schalter für den Live-View-Modus wird in einer anderen Stellung für die Videofunktion genutzt. Außerdem gibt es einen kleinen Joystick, den wir zur Verschiebung des AF-Bereichs genutzt haben. Diese Belegung muss erst eingestellt werden. Mittels Q-Taste wird ein Schnellmenü erreicht, dessen Belegung ebenfalls frei zusammengestellt werden kann. Es eignet sich besonders zur Fingerbedienung, kann aber auch mittels Wahlrad und Settaste bedient werden. Wer effizient mit der Kamera arbeiten will, kommt unserer Meinung nach nicht umhin, viele Anpassungen vorzunehmen, um schneller an häufig benötigte Funktionen zu kommen.

Links neben dem Display gibt es Tasten zum Aufruf des Menüs und der Wiedergabemodi, zum Zoomen, Löschen und Bewerten von Aufnahmen. Sie lassen sich ebenfalls, wie auch die meisten anderen Tasten, frei mit anderen Funktionen belegen.

Wer 4K will, braucht viel Geduld, Speicher und die richtigen Karten

4K-Videos werden immerhin mit 500 MBit/s (4:2:2) aufgezeichnet, Full-HD-Videos mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde mit Intra- oder Interframe-Kompression (180 bzw. 60 MBit/s) und HD-Videos mit 120 Vollbildern pro Sekunde mit Intraframe-Kompression (160 Mbit/s).

Canon EOS 5D Mark IV Demovideo 2 (Golem.de)
Canon EOS 5D Mark IV Demovideo 2 (Golem.de) (00:13)

Leider versucht die Kamera, auch auf SD-Karten Videos aufzuzeichnen, was definitiv nicht zu empfehlen ist. Selbst mit mehreren sehr schnellen SD-Karten gelang es nicht, zuverlässig 4K-Aufnahmen anzufertigen. Schon das Antippen des Autofokus-Knopfes brachte die Kamera während der Aufnahme dazu, selbige abzubrechen. Vermutlich ist die Datenrate zu hoch, doch reduzieren lässt sie sich nicht, was für uns, wie auch die Verwendung des ineffizienten Motion-JPEG-Codecs, absolut unverständlich ist. Zudem wird natürlich viel Speicher benötigt. So bleibt nur, eine teure UDMA7-Karte im Compactflash-Format mit möglichst hoher Kapazität zu verwenden, und siehe da: Es gibt keinerlei Unterbrechungen mehr.

Einen Rolling-Shutter-Effekt(öffnet im neuen Fenster) gibt es dennoch. Das bedeutet, dass Kameraschwenks nur sehr langsam erfolgen dürfen, wenn das Bildmaterial in Form von Standbildern benötigt wird. Sonst kommt es zu Verzerrungen im Bild. Bei 1080p-Bildmaterial tritt der Effekt deutlich schwächer auf. Über HDMI wird nur Full-HD-Video unkomprimiert für einen externen Festplattenrekorder ausgegeben.

Automatisches Scharfstellen kann die IV

Die Dual-Pixel-Autofokusfunktion wird nicht nur bei Fotos, sondern auch beim Filmen verwendet und funktioniert dabei besonders gut, auch wenn Puristen sicherlich weiterhin manuell scharfstellen werden. Die Autofokusfunktion beim Filmen kann auch Objekte verfolgen, was erstaunlich präzise auch dann funktioniert, wenn sich das Objekt vom Nutzer wegbewegt. Das sonst üblichen Ruckeln und die Suche nach dem Fokuspunkt haben wir nicht feststellen können. Wie schnell sich der Fokus ändert, kann in der Kamera eingestellt werden.

Die 5D Mark IV kann HDR in Full-HD mit 1080/30p aufnehmen, was nur bei der IBP-Einstellung möglich ist, weil die Kamera intern zwei Videos im Interleaved-Modus aufnimmt und dann kombiniert. Einer der Clips nimmt Spitzenlichter auf, der andere Schatten. So entstehen Bilder mit erheblich höherem Dynamikumfang. Leider gibt es in keinem einzigen Aufnahmemodus die Möglichkeit, Videos mit Log-Gamma-Profil(öffnet im neuen Fenster) aufzunehmen.

Und eine wichtige Einschränkung beim Filmen darf nicht vergessen werden. Die 5D Mark IV arbeitet bei 4K-Filmen mit einem Ausschnitt des Sensors mit 4.096 x 2.160 Pixeln. Dadurch ergibt sich ein Crop-Faktor von 1,75x, was wiederum bedeutet, dass mit der Canon EOS 5D Mark IV Weitwinkelvideoaufnahmen fast unmöglich sind. Das Mischen von Fotos und Videos im gleichen Film dürfte dann auch ganz schön schwer werden, weil sich der Betrachtungswinkel zwischen beiden Modi stark verändert.

Videofilmer dürften aus oben genannten Gründen (sperriges 4K-Format, Crop, Rolling-Shutter, Speicherprobleme, HDMI-Out nur mit 1080p) in der Mark IV nicht unbedingt ihre Traumkamera sehen, auch wenn sie HDR-Video unterstützt, einen hervorragenden Autofokus besitzt und leicht handhabbar ist.

Fotoaufnahmen: Wenig Rauschen, dafür mehr Details

Die Bildqualität ist zu Recht die wichtigste Eigenschaft einer Kamera. Bei der 5D IV kann der Nutzer wie üblich JPEGs oder Rohdaten speichern. Letztere bieten ein höheres Nachbearbeitungspotenzial, benötigen aber mehr Speicherplatz und bereiten mehr Mühe, da sie noch am Rechner bearbeitet werden müssen. Die Kamera kann auch beide Formate parallel aufnehmen.

Die höhere Auflösung des Sensors sorgt, im Vergleich mit der Mark III, für mehr Details in den Bildern. Der vermutlich recht starke Tiefpassfilter vor dem Sensor trägt leider dazu bei, dass die Bilder in der 1:1-Ansicht leicht schwammig erscheinen. Viele DSLRs und spiegellose Systemkameras verzichten mittlerweile auf diesen Filter, auch auf die Gefahr hin, dass ein Moiré-Effekt(öffnet im neuen Fenster) auftritt. Bei der Mark IV entsteht er nicht.

Was rauscht denn da?

Bei hohen ISO-Werten kann die Kamera mit den meisten Konkurrenten mithalten. Ihre Fotos sind bei hohen ISO-Werten – noch problemlos bei ISO 12.800 – auch für große Abzüge ohne Nachbearbeitung nutzbar, auch wenn hier schon leicht beherrschbare, sprich korrigierbare Rauschartefakte auftreten, die die Auflösung heruntersetzen. ISO 25.600 lässt sich bei verkleinerten Fotos wie sie oft im Web vorkommen, problemlos verwenden, bei voller Auflösung fällt das Bildrauschen aber auf. Fotos mit höheren ISO-Werten haben nur noch dokumentarischen Charakter. Hier hilft es oft, einfach ein Schwarzweißbild daraus zu generieren, bei dem das Rauschen weniger stark auffällt.

Die JPEGs wirken etwas überschärft, doch das lässt sich mit einen Griff in die Einstellungen ändern. Einige Feindetails werden durch die Rauschreduktion bei JPEGs entfernt, doch das ist bei anderen Kameras ähnlich. JPEGs beeindrucken durch ausgewogene und natürliche Farben, so dass das Bildmaterial oft auch ohne zusätzliche Bearbeitung verwendet werden kann. Bei sehr hohen ISO-Werten sinkt zudem die Farbgenauigkeit.

Weniger ausgefressene Lichter als früher

Der Dynamikumfang, der bei der Canon 5D Mark III weniger gut ist und bei der Canon EOS 5DS Probleme bereitete, hat bei der Mark IV deutlich zugelegt. Ganz so gut wie bei der Sony A7r II oder der überragenden Nikon D810 ist er jedoch nicht. Er liegt bei etwa 13,6 Blendendstufen. Dennoch ist der Sensor für Canon ein großer Schritt nach vorn und gestattet es, hervorragende Bilder auch bei schlechten Lichtverhältnissen aufzunehmen.

Objektive gibt es für die Canon

Canon bietet das vermutlich reichhaltigste Objektivsortiment aller Kamerahersteller, doch auch zahlreiche Fremdanbieter haben kompatible Linsen im Sortiment. Wir haben die Kamera mit folgenden Objektiven getestet: EF 100/2.8L IS USM Macro (960 Euro), EF 17-40/4.0L USM (765 Euro), EF 50/1.4 USM (390 Euro) und EF 70-200/4.0L IS USM (1.315 Euro).

Der Objektivpark kostet zusammen einen Listenpreis von 3.430 Euro. Alles in allem wiegt die Ausrüstung inklusive Body 3.065 Gramm und lässt sich auch vom Volumen her in einer Fototasche oder einem Rucksack problemlos transportieren, wenn man vom Wert (rund 7.500 Euro) einmal absieht.

Makro: Präzise aber nicht fix

Nicht jedes Objektiv fokussiert an einer DSLR gleich schnell. Besonders gut gefielen uns in dieser Hinsicht das Weitwinkelzoom und die Normalbrennweite, während das Makro zwar sehr präzise aber nicht unbedingt fix arbeitet. Überragend ist bei ihm jedoch die Bildstabilisierung, die auch diagonale Bewegungen abfangen kann.

Ebenfalls sehr gut arbeitet die optomechanische Stabilisierung der Linsenelemente im Telezoom, das so trotz der langen Brennweite recht gute Freihandaufnahmen auch noch in der Dämmerung ermöglichte, obwohl es nicht besonders lichtstark ist. Sicherlich wird jeder Fotograf seine eigenen Lieblingsobjektive auch abhängig vom Anwendungszweck haben, doch als Allround-Kombination haben die beiden Zooms durchaus ihre Berechtigung.

Verfügbarkeit und Fazit

Die Canon EOS 5D Mark IV kostet 4.065 Euro Listenpreis und ist im Netz ab etwa 3.820 Euro zu haben. Das ist viel Geld und wie wir finden im Vergleich zur Konkurrenz etwas zu viel. Dennoch erhalten Nutzer, die gute Canon-Objektive besitzen und von der Mark III kommen, mit der IV ein hervorragendes Upgrade und müssen nicht auf ein anderes System umsteigen, um wieder vorne mit dabei zu sein.

Fazit

Mit der 5D-Baureihe adressiert Canon den Profi und den ambitionierten Amateur, die für die meisten fotografischen Herausforderungen gerüstet sein wollen. In diesem Bereich herrscht ein gesunder Wettbewerb mit Nikon, aber auch mit Herstellern wie Sony und Fujifilm. In den vergangenen Jahren zeigten diese Unternehmen, was für Potential im High-ISO-Bereich in Hinblick auf die Bildqualität steckt. Hier musste Canon nachlegen, und das ist durchaus gelungen.

Canon versucht mit der EOS 5D Mark IV, eine Allround-Kamera anzubieten, doch trotz vieler Stärken wird die Kamera dem Anspruch nicht ganz gerecht. Große Innovationen sucht man vergebens. Die Dual-Pixel-RAWs zur nachträglichen Schärfenverlagerung sind entgegen vieler Erwartungen nicht besonders nützlich, wenngleich auch technisch interessant. Es ist beispielsweise nur schwer möglich, den Fokuspunkt von den Wimpern eines Auges auf die Iris zu verlagern. Der Dynamikumfang des Sensors ist ausreichend gut für viele Aufnahmesituationen, könnte jedoch noch etwas besser sein. Der Autofokus ist, richtig eingestellt, zielsicher aber nicht unfehlbar. Dennoch ist die Ausbeute scharfer Fotos auch bei hektischen Situationen deutlich höher als beim Vorgängermodell.

Videofreunde müssen gut überlegen

Beim Filmen kann die Autofokusfunktion der Kamera begeistern, doch es gibt auch einige Kritikpunkte an der Mark IV. Das 4K-Format verbraucht zu viel Speicherplatz und erfordert schnelle Speicherkarten. Der Rolling-Shutter vermiest die eigentlich geniale Extraktion von Einzelbildern in einigen Aufnahmesituationen. Dennoch: Wer bereits gute Canon-kompatible Objektive besitzt, sollte die "4" in Betracht ziehen. Es ist ein solides und zuverlässiges Arbeitstier aber – man verzeihe den Vergleich – in unseren Augen kein begehrenswertes Rennpferd.

Wie immer stellen wir unbearbeitetes Video-, JPEG- und RAW-Bildmaterial zum Download für eigene Experimente zur Verfügung.

Beispielvideos:
720p-Video mit 120 fps (125 MByte)(öffnet im neuen Fenster)
720p-Video mit 120 fps (200 MByte)(öffnet im neuen Fenster)
4K-Video (625 MByte)(öffnet im neuen Fenster)
4K-Video (873 MByte)(öffnet im neuen Fenster)
Full-HD-Video (467 MByte)(öffnet im neuen Fenster)

Fotos:
JPEGs (140 MByte)(öffnet im neuen Fenster)
RAWs (447 MByte)(öffnet im neuen Fenster)


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