Cannon Lake: Intels erste 10-nm-Generation ist bereits Geschichte

Der dazugehörige NUC-Mini-PC wird nach nur wenigen Monaten eingestellt: Damit endet das Kapitel rund um Cannon Lake, der ersten 10-nm-Generation von Intel. Der Prozessor wird vom Hersteller quasi unterschlagen: In der Datenbank ist er versteckt und von Präsentationen entfernt worden.

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Crimson-Canyon-NUC mit Cannon Lake (10 nm)
Crimson-Canyon-NUC mit Cannon Lake (10 nm) (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Vor lauter Geforce GTX 1660 Super (Test) und Core i9-9900KS (Test) wäre uns doch fast das Ende des NUC8I3CYSM/NUC8I3CYSN entgangen: Hinter diesem wie üblich kryptischen Namen verbirgt sich der Crimson Canyon (Test), ein Mini-PC von Intel mit einem Cannon-Lake-Chip, also der ersten 10-nm-Generation. Diese NUCs laufen nun aus, wie der Hersteller per Product Change Notification (PDF) mitteilte.

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Wer bei Intel in der Datenbank nach Cannon Lake sucht, wird nichts finden, selbst die noch existierende Übersichtsseite ist verschwunden. Nur wer weiß, dass der einzige je veröffentlichte Chip der Core i3-8121U ist, wird in der Ark fündig. Dabei handelt es sich um einen Dualcore mit Palm-Cove-Kernen und deaktivierter Gen10-Grafikeinheit. Das ist dem Hersteller offenbar so unangenehm, dass bei einer Präsentation im Dezember 2018 auf einer Folie zur Entwicklung der iGPU-Performance direkt von Gen9 zu Gen11 übergeleitet wurde.

Auch die Performance der beiden CPU-Kerne ist mehr schlecht als recht, denn sie takten niedriger als in ähnlichen 14-nm-Modellen wie dem Core i3-8130U und schneiden bei gleicher Verlustleistung langsamer ab. Der AVX-512-Befehlssatz hilft da auch nicht, weil nur eine Pipeline verbaut ist. Abseits des NUC gibt es ergo - wenig überraschend - nur ein weiteres Gerät mit Cannon-Lake-Chip, nämlich das für den asiatischen Bildungssektor gedachte Ideapad 330-15ICN von Lenovo. Dort wird wie im Crimson-Canyon-NUC mangels iGPU eine Radeon-Grafikeinheit von AMD verlötet.

Intel betonte Ende 2018 noch, 10-nm-Prozessoren auszuliefern, außer verschwindend geringen Stückzahlen von einer Testlinie aus der D1X-Fab im US-Bundesstaat Oregon gab es aber keine weiteren Chips. Mittlerweile wird 10+ nm in der Fab 28 im israelischen Kiryat Gat gefertigt, auch diese Ice Lake U/Y genannten Modelle leiden jedoch unter niedrigem Takt und schlechter Verfügbarkeit. Mit Blick auf das Server-Segment verheißt das nichts Gutes für Ice Lake SP mit 38 Kernen, also die XCC-Version des Designs.

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