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Campus Party: Krach am Tempelhofer Flughafen

Wir müssten den Code Europas neu schreiben, fordert Paco Ragageles, der Initiator der diesjährigen Campus Party Europe 2012 , die erstmals in Deutschland stattfindet. Das Publikum ist international und muss kalt duschen.
/ Jörg Thoma
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Die Campus Party Europe 2012 startet in Berlin am Tempelhofer Flughafen. (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)
Die Campus Party Europe 2012 startet in Berlin am Tempelhofer Flughafen. Bild: Jörg Thoma/Golem.de

Die bislang in Deutschland weitgehend unbekannte Campus Party Europe startet am heutigen Mittwoch, dem 22. August 2012 im stillgelegten Tempelhofer Flughafen in Berlin. Sie findet erstmals hierzulande statt. Zwischen Haupthalle und Rollfeld erstrecken sich die zehn Veranstaltungsbühnen über mehrere hundert Meter. Ohne Zwischenwände und mit viel Stahl hallt es ziemlich, die Geräuschkulisse ist enorm.

Die Veranstaltung setzt viel auf Offenheit, Creative Commons und Open Source, will sich gleichzeitig als Hackerveranstaltung und für Technikfreaks präsentieren. Workshops zur App-Programmierung, zur Bash-Shell auf Mac-Rechnern, zum Basteln mit dem Raspberry Pi oder dem Arduino begleiten die zahlreichen Vorträge, die auch 3D-Modelling mit Blender, Robotik oder Open Government abdecken.

Krise überwinden mit neuem Code

Denn Europas Krise kann nur mit aktiver Bürgerbeteiligung gelöst werden, sagt Initiator Ragageles. Das soll mit dem Motto der Veranstaltung an die Teilnehmer kommuniziert werden: Der Code Europas muss neu geschrieben werden.

Viele Sponsoren haben sich auf ebenso vielen Transparenten verewigt. Siemens Nokia Networks hat zusammen mit Telefónica Germany (O2) ein LTE-Netz aufgespannt, um möglicherweise Berlin zumindest vorübergehend vom letzten Platz bei der Abdeckung mit der neuen Mobilfunktechnik zu hieven.

Keynotes von Paolo Coehlo und Sir Tim Berners-Lee

Der Autor Paulo Coehlo(öffnet im neuen Fenster) hält die erste Keynote-Rede und spricht vor internationalem Publikum von Offenheit und davon, dass Informationen frei zugänglich gemacht werden sollen. Er selbst habe mehr Bücher verkauft, seit er sie auch verschenke, sagt er.

Die Vielfalt der Themen ist zunächst ebenso unübersichtlich wie die Webseite(öffnet im neuen Fenster) , auf der sich die nach eigenen Angaben ausverkaufte Veranstaltung präsentiert. 10.000 Besucher sollen die 700 Verträge und Workshops in vier Tagen ansehen. Viele der angereisten Teilnehmer wohnen in einer Zeltstadt und mussten dort am Morgen auf warmes Wasser beim Duschen verzichten.

LAN und LTE

Dafür ist die Technik fast perfekt. An jedem Tisch gibt es schnellen Zugang zum Internet per LAN-Kabel, und Arbeitstische gibt es viele. Ein WLAN-Netz haben die Veranstalter nicht aufgespannt, sie verlassen sich auf das LTE-Netz der Sponsoren. Selbst internationale Stecker für die Stromversorgung liegen auf den Tischen für diejenigen bereit, die Adapter vergessen haben.

Am Samstag geht die Campus Party 2012 zu Ende. Dann soll noch Sir Tim Berners-Lee über die Vergangenheit und die Zukunft des Internets sprechen.


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