Abo
  • Services:

Camdass: System für Weltraummedizin mit Augmented Reality

Die europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) hat ein Augmented-Reality-System entwickeln lassen, mit dessen Hilfe Astronauten auf interplanetarischen Reisen medizinische Untersuchungen und Behandlungen durchführen können.

Artikel veröffentlicht am ,
Camdass: medizinische Behandlung per AR
Camdass: medizinische Behandlung per AR (Bild: Esa/Space Applications Service)

Ein Flug zum Mars dauert eine Weile - der Marsrover Curiosity etwa braucht gut ein Dreivierteljahr für die Strecke. Auf dem Weg kann ein Astronaut sich schon mal verletzen oder krank werden. Der nächste Arzt ist weit, also müssen die Mitreisenden dem Patienten helfen. Das Computer Assisted Medical Diagnosis and Surgery System (etwa: Computergestütztes System für die medizinische Diagnose und Chirurgie, Camdass) soll ihnen dabei helfen.

Laien als Behandelnde

Stellenmarkt
  1. implexis GmbH, Braunschweig
  2. FC Basel 1893 AG, Basel (Schweiz)

Das System wurde im Auftrag der europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) vom belgischen Unternehmen Space Applications Services zusammen mit der Technischen Universität in München und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg entwickelt. Camdass soll es auch medizinischen Laien ermöglichen, relativ schwierige Behandlungen ohne weitere Hilfe durchzuführen.

  • Camdass soll es Astronauten ermöglichen, einen kranken oder verletzten Kameraden zu behandeln - hier ein Test des Systems in Brüssel. (Bild: Esa/Space Applications Service)
  • Der Nutzer trägt einen Datenhelm mit Infrarotkamera, untersucht wird mit einem Ultraschallgerät. (Bild: Esa/Space Applications Service)
  • Im Display werden dem Nutzer Anweisungen eingeblendet. (Bild: Esa/Space Applications Service)
  • Das System soll laut Esa nicht nur in der Raumfahrt eingesetzt werden, ... (Bild: Esa/Space Applications Service)
  • ... sondern auch in der Telemedizin auf der Erde. (Bild: Esa/Space Applications Service)
Camdass soll es Astronauten ermöglichen, einen kranken oder verletzten Kameraden zu behandeln - hier ein Test des Systems in Brüssel. (Bild: Esa/Space Applications Service)

Dafür setzt der Astronaut einen Datenhelm (Head-Mounted Display, HMD) auf. Um seinen Kameraden zu untersuchen, setzt er ein Ultraschallgerät ein. Dieses ist mit dem HMD verbunden. An dem HMD ist eine Infrarotkamera befestigt, die sieht, was der Nutzer sieht. Im Display werden Marker eingeblendet, die den Nutzer führen. Sie zeigen ihm, welche Körperstellen er untersuchen soll. Außerdem bekommt er Referenzbilder eingeblendet, die zeigen, was er sehen sollte. Eine Steuerung per Spracherkennung stellt sicher, dass der Nutzer die ganze Zeit die Hände für die Untersuchung frei hat.

Bewährte Technik

Die Wahl fiel auf die Diagnosetechnik Ultraschall, weil sie heutzutage in der Medizin vielfach eingesetzt wird. Außerdem hat sie sich auf der Internationalen Raumstation auch schon als weltraumtauglich erwiesen.

"Obwohl die Besatzung auch über gewisse medizinische Kenntnisse verfügen wird, können Astronauten nicht auf alle medizinischen Behandlungen vorbereitet und trainiert werden, die erforderlich sein könnten", erklärt Arnaud Runge, der das Projekt auf Seiten der Esa betreut. In ersten Tests, die am Universitätskrankenhaus Saint Pierre in Brüssel durchgeführt wurden, hat sich das System bereits bewährt: Ungelernte Nutzer konnten eine nicht ganz einfache Behandlung ohne fremde Hilfe durchführen. Auf Basis dieser Ergebnisse werde das System jetzt weiterentwickelt, sagt Runge. Dazu gehört unter anderem, das Gewicht des Datenhelms zu verringern.

Keine Telekonsultation

Auf einer Expedition zu einem anderen Planeten werden die Astronauten weitgehend auf sich selbst gestellt sein. Wegen der langen Signallaufzeiten - vom Mars zur Erde ist ein Funksignal in eine Richtung gut 20 Minuten unterwegs - ist in einem Notfall eine Konsultation eines Spezialisten auf der Erde kaum möglich. Mit Hilfe von Camdass soll ein Patient an Bord auch ohne Hilfe von außen medizinisch betreut werden.

Allerdings könne das System nicht nur im Weltraum eingesetzt werden. Sobald es ausgereift sei, könnte Camdass auch Teil eines Telemedizin-Systems werden, um medizinische Hilfe per Satellit an entfernte Orte zu bringen. Eine andere Möglichkeit sei, darauf basierend eine Stand-alone-Lösung für Retter zu entwickeln. "Es könnte interessant sein, weitere Tests in entfernten Regionen, etwa in Entwicklungsländern oder auf der Antarktisstation Concordia, durchzuführen", sagt Runge, bevor es schließlich im Weltraum eingesetzt werde.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (Define R6 für 94,90€ + Versand und mit Sichtfenster für 109,90€ + Versand)
  2. 105,89€ (Bestpreis!)
  3. 1.399€ (Vergleichspreis 1.666€)
  4. 84,90€ (Vergleichspreis 93,90€)

Der lächelnde... 08. Feb 2012

löschen bitte


Folgen Sie uns
       


Lenovo Yoga Book C930 mit E-Ink-Display ausprobiert (Ifa 2018)

Ein Convertible mit E-Ink-Display - das Yoga Book C930 ist ein Hingucker, aber wie bedient es sich? Wir haben es ausprobiert.

Lenovo Yoga Book C930 mit E-Ink-Display ausprobiert (Ifa 2018) Video aufrufen
Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
Lenovo Thinkpad T480s im Test
Das trotzdem beste Business-Notebook

Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
  2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
  3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


    Elektroroller-Verleih Coup: Zum Laden in den Keller gehen
    Elektroroller-Verleih Coup
    Zum Laden in den Keller gehen

    Wie hält man eine Flotte mit 1.000 elektrischen Rollern am Laufen? Die Bosch-Tochter Coup hat in Berlin einen Blick hinter die Kulissen der Sharing-Wirtschaft gewährt.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

    1. Neue Technik Bosch verkündet Durchbruch für saubereren Diesel
    2. Halbleiterwerk Bosch beginnt Bau neuer 300-mm-Fab in Dresden
    3. Zu hohe Investionen Bosch baut keine eigenen Batteriezellen

      •  /