Abo
  • Services:

Cambridge Analytica: Wahlkampf für Trump mit 50 Millionen Facebook-Profilen

Über eine bezahlte Studie haben Nutzer eine App installiert, welche die Daten ihrer Facebook-Profile und die der Facebook-Kontakte sammelte. Ein Analysetool konnte dann ihre Vorlieben und Ängste vorhersehen. Trump konnte das wohl zu seinem Vorteil nutzen. Ein Gründer von Cambridge Analytica verriet Details.

Artikel veröffentlicht am ,
Cambridge Analytica sammelte Nutzerdaten von Millionen Facebook-Nutzern.
Cambridge Analytica sammelte Nutzerdaten von Millionen Facebook-Nutzern. (Bild: Pixabay.com/CC0 1.0)

Datenanalysten der Organisation Cambridge Analytica haben 2014 etwa 50 Millionen private Nutzerdaten des sozialen Netzwerks Facebook gesammelt und darauf aufbauend eine Analysesoftware entwickelt. Diese sollte das Verhalten von US-Wählern vorhersagen und deren Vorlieben und Ängste herausfinden, um den damaligen Präsidentschaftskandidaten und heutigen US-Präsidenten Donald Trump beim Wahlkampf zu unterstützen. Die Daten seien jedoch unrechtmäßig weitergegeben worden, wie Online-Magazine der New York Times und auch Facebook selbst mitteilten.

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke München GmbH, München
  2. abilex GmbH, Böblingen

Über eine separate App mit Namen thisisyourdigitallife konnten die Datenanalysten an die eigentlich geschützten persönlichen Daten gelangen. Dazu wurden mehrere Hunderttausend US-Bürger für eine Studie bezahlt, die ihre Daten preisgaben. Die App musste als Teil der Studie auf den Geräten der Nutzer installiert werden und arbeitete wie Spyware. Sie sammelte die Daten der Facebook-Freunde der Probanden unbemerkt und ohne Erlaubnis. Die App wurde vom Informatiker Aleksandr Kogan neben seiner Arbeit an der Cambridge University entwickelt.

In einem Statement versuchte Facebook, die Behauptungen zu widerlegen. Demnach handelte es sich nicht um ein unerlaubtes Datenleck. Die Nutzer hätten unterschrieben und in ihrem Einversändnis die App installiert. Es seien keine Passwörter gestohlen oder Systeme infiltriert worden. Allerdings ging das Unternehmen nicht weiter auf die Rechte der unwissenden Facebook-Kontakte ein - außer, dass die Weitergabe von gesammelten Daten an Dritte gegen die Richtlinien verstoße. Laut Facebook installierten etwa 270.000 Menschen die als Wissenschafts-App bezeichnete Software.

6,2 Millionen US-Dollar für Wählerdaten

Das Trump-Wahlteam habe im Jahr 2016 Cambridge Analytica für 6,2 Millionen US-Dollar angeheuert, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Die Daten stammten direkt aus den Daten der US-Wahlbehörde. Die 50 Millionen Datenprofile entsprachen etwa einem Viertel der US-Wählerschaft und einem Drittel aller in den USA ansässigen Facebook-Nutzer. Ein anonymer Sprecher von Trumps Wahlteam dementierte die Fakten: Es sei das Nationalkomitee der Republikaner für die Kampagne angeheuert worden.

In einem Interview mit dem britischen Magazin The Guardian sagte Christopher Wylie, Mitbegründer von Cambridge Analytica: "Wir haben Facebook ausgenuzt, um Millionen von Nutzerprofilen zu sammeln. Darauf haben wir Modelle aufgebaut, um auf ihre inneren Dämonen abzuzielen. Das war die Grundlage, auf der die gesamte Firma aufbaute." Für ihn war das Unternehmen eine Art Propagandamaschine. "Wenn man alle Informationsströme um seinen Gegenspieler kontrolliert, kann man beeinflussen, wie dieser das Kampfgebiet wahrnimmt und wie sie sich dann verhalten und reagieren", sagt er. Wylie arbeitete bis 2014 bei Cambridge Analytica.

Über diese Strategie habe das Unternehmen auch 15 Millionen US-Dollar an Investitionen erhalten. Diese seien von Robert Mercer gekommen, einem Milliardär mit konservativen Hintergrund. Wylie sei der schwule vegane Kanadier gewesen, der Bannons "Mindfuck-Werkzeug der psychologischen Kriegsführung" aufgebaut hatte, heißt es im Interview.

Facebook habe mittlerweile Cambridge Analytica als Kunden suspendiert. Das Unternehmen habe nach Aufforderung nicht alle betroffenen Daten gelöscht. Das soziale Netzwerk behält sich vor, eventuell weitere rechtliche Maßnahmen einzuleiten.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  2. 4,99€
  3. (-80%) 3,99€

mnementh 23. Mär 2018

Weil es Geschäftsmodell von Facebook ist für solche Trojaner die Schnittstelle zu...

DeathMD 19. Mär 2018

Eine sehr interessante Theorie^^

nixalsverdrussbit 19. Mär 2018

Natürlich nicht, Narr.

nixalsverdrussbit 19. Mär 2018

270.000 Facebook User haben gegen Bezahlung eine Analyse App installiert und der...

snadge 19. Mär 2018

Dazu gab es schon vor zig Monaten einen sehr interessantes Interview mit Michael Kosinski...


Folgen Sie uns
       


Tolino Shine 3 - Hands on

Der Shine 3 ist der neue E-Book-Reader der Tolino-Allianz. Das neue Modell bietet einen kapazitiven Touchscreen und erhält die Möglichkeit, die Farbtemperatur des Displaylichts zu verändern. Der Shine 3 ist für 120 Euro verfügbar.

Tolino Shine 3 - Hands on Video aufrufen
Apple Watch im Test: Auch ohne EKG die beste Smartwatch
Apple Watch im Test
Auch ohne EKG die beste Smartwatch

Apples vierte Watch verändert das Display-Design leicht - zum Wohle des Nutzers. Die Uhr bietet immer noch mit die beste Smartwatch-Erfahrung, auch wenn eine der neuen Funktionen in Deutschland noch nicht funktioniert.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartwatch Apple Watch Series 4 mit EKG und Sturzerkennung
  2. Smartwatch Apple Watch Series 4 nur mit sechs Modellen
  3. Handelskrieg Apple Watch und anderen Gadgets drohen Strafzölle

Athlon 200GE im Test: Celeron und Pentium abgehängt
Athlon 200GE im Test
Celeron und Pentium abgehängt

Mit dem Athlon 200GE belebt AMD den alten CPU-Markennamen wieder: Der Chip gefällt durch seine Zen-Kerne und die integrierte Vega-Grafikeinheit, die Intel-Konkurrenz hat dem derzeit preislich wenig entgegenzusetzen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. AMD Threadripper erhalten dynamischen NUMA-Modus
  2. HP Elitedesk 705 Workstation Edition Minitower mit AMD-CPU startet bei 680 Euro
  3. Ryzen 5 2600H und Ryzen 7 2800H 45-Watt-CPUs mit Vega-Grafik für Laptops sind da

Passwörter: Eine vernünftige Maßnahme gegen den IoT-Irrsinn
Passwörter
Eine vernünftige Maßnahme gegen den IoT-Irrsinn

Kalifornien verabschiedet ein Gesetz, das Standardpasswörter verbietet. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn es setzt beim größten Problem von IoT-Geräten an und ist leicht umsetzbar.
Ein IMHO von Hanno Böck

  1. Retrogaming Maximal unnötige Minis
  2. Streaming Heilloses Durcheinander bei Netflix und Amazon Prime
  3. Sicherheit Ein Lob für Twitter und Github

    •  /