Die Details machen den Datenschutz
CalyxOS unterscheidet sich auf den ersten Blick fast nicht von einem klassischen Android 10 von Google - einzig die Google-Apps fehlen, aber das ist ja Sinn der Sache. Das Design ist ganz in den Calyx-Farben gehalten, statt dem etwas dunkleren, Android-üblichen Grün wird ein erfrischendes Hellgrün verwendet. Wem das nicht zusagt, kann die Oberfläche wie üblich über die Einstellungen anpassen.
Das System ist standardmäßig verschlüsselt und wird mit den Sicherheitschips von Google abgesichert, die beispielsweise das Durchprobieren von Passwörtern (Brute-Force-Angriff) verhindern. Apropos Sicherheit: Systemupdates erhält CalyxOS einmal im Monat, meist gegen Mitte oder Ende des Monats. Darin enthalten sind auch die Sicherheitsupdates, die Google zu Monatsanfang veröffentlicht. Damit steht CalyxOS zwar solide da, kann aber nicht mit der Updategeschwindigkeit von Google oder GrapheneOS mithalten.
Die CalyxOS-Aktualisierungen werden per Seamless Update heruntergeladen und neben dem aktuell verwendeten Betriebssystem installiert. Bei einem Neustart des Gerätes wird die aktualisierte Android-Installation gestartet.
CalyxOS unterstützt die Geräte mindestens so lange wie der Hersteller
Die Geräte sollen mindestens so lange mit Updates unterstützt werden, wie sie auch vom Hersteller supportet werden - im Falle von Google also drei Jahre nach Veröffentlichung des Smartphones. Ob die Geräte vom CalyxOS-Team weitergepflegt werden, wird im Einzelfall entschieden, aktuell wird überlegt, das zu Ende Oktober auslaufende Pixel 2 weiterzupflegen.
Der Nachteil einer längeren Produktpflege ist, dass sich Kernel und Firmware nicht mehr ohne Weiteres aktualisieren lassen - das Android-System selbst jedoch schon. Hinzu kommt natürlich der höhere Aufwand für die Pflege. Dafür kann das Smartphone über die sehr kurze, vom Hersteller vorgesehene Lebensdauer hinaus gerettet werden und die meist noch völlig ausreichende und intakte Hardware weiterverwendet werden. Das ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern vor allem auch für die Umwelt, die mit weniger Elektroschrott belastet wird.
Kleine, aber feine Privacy-Funktionen
Viele kleine Privacy-Funktionen schmücken CalyxOS: Verwendet eine App die Kamera oder das Mikrofon, wird dies in Form eines kleinen Icons in der Statusleiste angezeigt. Mit einem Wisch lässt sich einsehen, welche App gerade aufnimmt. Will man jemanden anrufen, werden neben dem klassischen, unverschlüsselten Anruf Ende-zu-Ende-verschlüsselte Alternativen wie Signal oder Whatsapp vorgeschlagen, vorausgesetzt, die entsprechenden Konten wurden eingerichtet. Wählt man den klassischen Anruf, wird ein gelber Balken eingeblendet, der auf die unsichere Verbindung hinweist.
In den Einstellungen wird unter dem Reiter Datenschutz ein Dashboard angezeigt, das die Apps auflistet, die über den Tag bestimmte Berechtigungen angefragt haben. Auf unserem Testgerät haben beispielsweise zwei Apps innerhalb von 24 Stunden die Kamera genutzt und auf die Kontakte zugegriffen. Abgefragte Zeiträume und Berechtigungen lassen sich anpassen. Ebenfalls in den Einstellungen lässt sich zudem der Internetzugriff der Apps regulieren: WLAN-, Mobilfunk- oder VPN-Zugriff können pro App erlaubt oder verboten werden.
Auch ein Panikbutton lässt sich in CalyxOS aktivieren. Wird dieser gedrückt, werden zuvor festgelegte Aktionen durchgeführt, beispielsweise Apps verborgen oder deinstalliert. Dafür hat CalyxOS die App Ripple des Guardian Project ins System integriert. So können beispielsweise Journalisten ihre Quellen bei einer Kontrolle schützen.
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| Privatsphäre kann so komfortabel sein | CalyxOS: Verfügbarkeit und Fazit |










Hallo, meine Beitrag ist ja nun schon anderthalb Jahre alt. Heute würde ich diesen noch...
Das schwerste bei Custom Roms ist für ich das flashen, das mach ich nicht gerade täglich...
Garantiefragen sind ja nur ein Aspekt. Für den ganzen vorinstallierten Dreck, also jede...
Ich meinte vor allem API-Verbesserungen, von denen man auch ohne Play Services...