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Call of Duty Modern Warfare im Test: Bodenständig, realistisch, unreflektiert

Es ist sehr erfrischend, dass wir in Call of Duty Modern Warfare weder Wände hochklettern noch Jetpacks nutzen. Waffen klingen nicht mehr wie Spielzeuge und Kämpfe sind taktischer. Was uns nicht gefällt: eine Kampagne mit Skandalszenen, null Charakterentwicklung und das Kopieren von Battlefield.

Ein Test von und veröffentlicht am
In Call of Duty Modern Warfare spielen wir wieder als klischeehafte Soldaten.
In Call of Duty Modern Warfare spielen wir wieder als klischeehafte Soldaten. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)

Keine Klettereinlagen, keine Charakterklassen, dafür mehr Realismus und Bodenständigkeit: Activision hat mit Call of Duty Modern Warfare bereits vor seinem Release versprochen, wieder mehr zu den Wurzeln zurückzukehren. Das haben wir allerdings schon einmal gehört, wollte das Entwicklerteam von Sledgehammer Games doch schon mit Call of Duty: WWII Kenner der ersten Teile der Serie anlocken. Stattdessen war es eher mehr vom Gleichen - nur ohne Jetpacks, dafür mit noch mehr Lootboxen.

Inhalt:
  1. Call of Duty Modern Warfare im Test: Bodenständig, realistisch, unreflektiert
  2. Battlefield funktioniert in Call of Duty nicht
  3. Verfügbarkeit und Fazit

Das Entwicklerstudio Infinity Ward, das bereits für Call of Duty 4: Modern Warfare verantwortlich war, hat nun auch für die Neuauflage eines der beliebtesten Call-of-Duty-Spiele in die Hand genommen. Dieses Mal wird das Versprechen gehalten. Call Of Duty: Modern Warfare ist ein taktischeres, düsteres und weniger schnelles Spiel, das an die guten alten Zeiten erinnert. Allerdings birgt gerade die Einzelspielerkampagne die Gefahr erneuter politischer Diskussionen, wenn unsere teils grausamen Aktionen als Spezialkommando oder Widerstandskämpfer kaum hinterfragt werden. Dabei ist sie spielerisch eigentlich eine der besseren Geschichten der Serie.

Während der Story schlüpfen wir serientypisch in mehrere Rollen: Als CIA-Agent, als SAS-Soldat und in einigen wenigen Missionen auch als Widerstandskämpferin untersuchen wir einen Giftgasangriff auf die britische Hauptstadt London. Dabei kämpfen wir im fiktiven arabischsprachigen Land Urzikstan, in Großbritannien und in einigen russischen Regionen. Wieder dabei ist der abgehärtete britische Offizier Captain Price, der schon im ersten Call of Duty auftauchte.

Oorah-Patrioten gegen namenlose Russen

Hier bleibt der Ego-Shooter erwartet unoriginell: Wir müssen als westliche Spezialeinheit gegen böse Russen und die an Organisationen wie die Taliban erinnernde Terrorgruppe - hier Al-Qatara genannt - antreten. Das ist Oorah-Patriotismus ungefiltert. Da ist es selbstverständlich, dass unsere Gegenspieler in Horden angreifen, während wir mit wenigen Soldaten, aber Unterstützung durch Drohnen, Kampfhubschrauber, moderne Waffen und Nachtsichtgeräte immer einen enormen Vorteil haben und Gegner eigentlich chancenlos sind.

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Davon abgesehen gehört das Gameplay in der Kampagne zum Besten, was die Serie bisher zu bieten hat. Sie liefert einen Mix aus ruhigen und explosiven Momenten: Auf der einen Seite verteidigen wir eine Botschaft vor Gegnerhorden, auf der anderen Seite greifen wir selbst eine Einrichtung an. Besonders atmosphärisch finden wir die fast schon klaustrophobieweckenden Häuserräumungen, in denen wir Stockwerk für Stockwerk und Raum für Raum säubern müssen. Da kommt echtes Spezialkommando-Feeling auf.

An anderer Stelle fliehen wir als untrainierte Widerstandskämpferin aus einem Gefängnis und brauchen beispielsweise spürbar länger, unsere Waffe nachzuladen. Das sind interessante Details, die Infinity Ward einfließen lässt und die unsere Charaktere etwas lebendiger machen. Missionen sind teilweise stark von Filmen inspiriert. Die Verteidigung der Botschaft erinnert an den Militärfilm 13 Hours: Secret Soldiers of Bengazi, während eine andere Nachtmission an die Gefangennahme von Osama Bin Laden erinnert, wie sie im Militärdrama Zero Dark Thirty dargestellt wird. Erfreulich: Modern Warfare spart sich größtenteils übertriebene Levelabschnitte, in denen wir in einer Verfolgungsjagd Gegner abschütteln müssen, während um uns herum Dinge explodieren und Trümmerteile umherfliegen.

Gräueltaten ohne moralische Botschaft

Wir empfinden die Erzählweise allerdings an anderer Stelle teils als plump und sehr unreflektiert. Activision und Infinity Ward scheinen hier Schockmomente nur um des Schocks willen einzubauen, während unsere Charaktere im Laufe der Story davon kaum gezeichnet werden. So hat es keine Auswirkungen auf unsere Spielfigur, wenn wir als menschliche Schilde missbrauchte Frauen abschießen oder einen mit einer Bombe verkabelten Zivilisten über ein Geländer werfen, damit wir nicht selbst explodieren.

  • Wir können uns viele Loadouts erstellen. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Nein, das ist nicht Battlefield 4. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Mit Abschusserien schalten wir wieder Gadgets frei. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Für Frags erhalten wir Erfahrungspunkte. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Nach einem Treffer stöhnt unsere Spielfigur. Sie regeneriert sich nach ein paar Sekunden wieder. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Cyber Attack ist ein neuer taktischer Modus. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Mit Laserpointer lenken wir einen Streubombenangriff ins Ziel. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Fahrzeuge sind viel zu stark. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Wieder mit dabei: Captain Price. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • In einer Mission müssen wir einen Terrorangriff in London aufhalten. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • An unseren Gewehren können wir viele Aufsätze anbringen. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Marker zeigen uns die Richtung. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Gesichter und Texturen sehen gerade im Einzelspieler wesentlich besser aus. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Szenen wie diese prägen unseren Charakter gar nicht - schade. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Gesichter und Texturen sehen gerade im Einzelspieler wesentlich besser aus. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Gesichter und Texturen sehen gerade im Einzelspieler wesentlich besser aus. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Aufsätze haben Vor- und Nachteile. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Die Auswahl an Waffen ist ordentlich. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Auch Perks können wir wählen. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Modern Warfare hat viele bekannte und ein paar neue Spielmodi. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • In Ground War kämpfen wir um strategische Punkte. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Vorsicht: Scharfschützen auf dem Dach (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
Szenen wie diese prägen unseren Charakter gar nicht - schade. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)

Besonders einprägsam ist auch eine Mission, in der wir einen Bösewicht foltern und dessen Familie mit einer Waffe bedrohen. Dort können wir selbst entscheiden, ob wir das Verhör mitmachen wollen oder nicht. Wenn unsere Spielfigur das in der nächsten Szene aber mit einem belanglosen "Wann ziehen wir die Grenze?" kommentiert und später weiter unkommentiert auch Zivilisten erschießt, finden wir das schon arg fahrlässig.

Dass die Russen mit Giftgas Frauen und Kinder ermorden und als plumpe Bösewichte dargestellt werden, hilft da nicht weiter. Dabei zeigen kritisch erzählende Spiele wie Spec Ops: The Line, wie solche teils schrecklichen Gewalttaten einen Charakter prägen und am Ende wahnsinnig machen können. Diese Entwicklung fehlt uns hier sehr.

Dass die Story so unbeholfen erzählt wird, ist noch einmal mehr schade. Denn das Gameplay und die Handhabung der Waffen sind zum ersten Mal seit langem wieder konkurrenzfähig, auch wenn der neue Modus Ground War eigentlich gar nicht funktioniert.

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Battlefield funktioniert in Call of Duty nicht 
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DrDos 03. Nov 2019

Das Wort verbugt gehört bitte noch in die Überschrift.

theSens 01. Nov 2019

Ich gebe zu, meine "Argumentationslinie" war nicht das gelbe vom Ei. Aber sie beharren ja...

motzerator 31. Okt 2019

Letztendlich kommt es doch auf den Spieler an und nicht auf die Spielfigur und da hängt...

Aki-San 31. Okt 2019

Dann sagt das doch genau so. Mehr wollen wir leser ja nicht. Die Aussage "abgekupfert...

Aki-San 31. Okt 2019

Ich finde dies ist seit Jahren das erste Spiel, dass mal wieder kritisch und realistisch...


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