Calibre: Siemens kauft Canopus AI für Wafer-Fertigung

Siemens erwirbt Canopus AI mit Sitz in Grenoble, Frankreich. Das gab der deutsche Industrieausrüster am 4. Februar 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Angaben zum Kaufpreis des privaten Start-ups hat Siemens nicht gemacht. Wie Golem aus Expertenkreisen erfahren hat, dürfte der Kaufpreis aber mindestens zwischen 150 und 300 Millionen Euro liegen.
Siemens integriert diese Technologie in die Calibre Fab Solutions, um Fehler bei der Belichtung von Chips (Sub-Nanometer-Bereich) in Echtzeit zu korrigieren. Siemens wolle so Funktionen rechnergestützter Lithografie und physikalischer Fertigungssimulation seiner Calibre-Produkte mit den Mess- und Inspektionstechnologien von Canopus AI kombinieren, sagte Tony Hemmelgarn, President und CEO von Siemens Digital Industry Software. So werde "die Genauigkeit gedruckter Wafer-Muster verbessert, die Ausbeute beschleunigt und die Zeit bis zur Serienreife bei hochmodernen Knoten reduziert" .
Metrospection: Verschmelzung von Inspektion und Metrologie
Canopus AI wurde 2021 gegründet und will die Messtechnik und Inspektion von Wafern und Masken entscheidend voranbringen. Das Software-Framework Metrospection soll Mess- und Prüfabläufe mit KI verbessern. Joël Alanis ist der Chief Executive Officer von Canopus AI, er hat Metrospection vorangetrieben, womit die Verschmelzung von Inspektion und Metrologie, des hochpräzisen Messens, gemeint ist. Die Transaktion wurde laut Siemens beriets am 12. Januar 2026 abgeschlossen.
Siemens kaufte Mentor Graphics im Jahr 2017 für rund 4,5 Milliarden US-Dollar. Das wichtigste Produkt von Mentor Graphics war Calibre, ein zentrales Produkt für die Verifizierung von Chip-Designs. Es ist heute der Industriestandard, den fast jeder große Chiphersteller weltweit nutzt.