Cagebot: Industrieroboter zum Selberbauen

Wem Lego Technic zu schwach und Fischertechnik zu immobil ist, sollte sich ein neues Baukastensystem für Roboter aus Deutschland anschauen. Es kombiniert stabile Bausteine mit bekannter Elektronik.

Artikel von veröffentlicht am
Ein Trike-Roboter des Cagebot-Systems
Ein Trike-Roboter des Cagebot-Systems (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Technik zu erklären und andere in die Nutzung einer Maschine einzuarbeiten, ist schon in der Muttersprache nicht immer leicht. Umso schwieriger war es für Kai Semmig und Ringo Winkelmann, als sie in Taiwan Facharbeiter in die Technik ihres damaligen Arbeitgebers einweisen mussten. Doch sie fanden eine einfache Lösung: Anhand kleiner Modelle wurde das Erläutern einfacher. Daraus entstand ihr Cagebot-Baukastensystem. Die Macher zeigten uns ihre fahrenden Roboter und turmhohen Konstruktionen, und wir schraubten daran herum.

Schrauben statt stecken

Inhalt:
  1. Cagebot: Industrieroboter zum Selberbauen
  2. Programmieren mit Kästchen

Am ehesten erinnert Cagebot an eine Mischung aus Lego Mindstorms und einem Metallbaukasten. Mit Hilfe unterschiedlich langer Bausteine in länglicher und gerundeter Form wird die Grundkonstruktion errichtet. So entsteht beispielsweise ein Fahrzeugchassis mit Rädern. Die Bausteine werden dabei nicht zusammengesteckt, sondern über Verbindungsstücke aus Metall miteinander an deren Enden verschraubt. Die Konstruktion ist äußerst stabil und belastbar.

Ursprünglich sollten die Bausteine aus Aluminium hergestellt werden, so Semmig. Doch das erwies sich als zu teuer. Deshalb bestehen sie jetzt aus faserverstärktem Kunststoff. Und die Löcher in den Bausteinen dienen nicht nur der Gewichtsreduktion, sondern sind im Durchmesser und den Abständen kompatibel zu Lego-Elementen.

  • Das Trike ist einer der Cagebot-Baukästen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das System kombiniert Bausteine und elektronische Komponenten. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Herzstück der Steuerung ist ein Atmega 2560. Dessen GPIO-Pins sind über Buchsenleisten zugänglich. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Verkabelung wird durch ein Bussystem vereinfacht. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Werden die Sensoren eines Smartphones genutzt, kann das Trike auch wie ein Segway fahren. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die deutschsprachige Anleitung hilft beim Zusammenbau. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Software unterstützt die Steuerung eines Modells per Gamepad. (Foto: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Programmierung erfolgt visuell, ... (Foto: Alexander Merz/Golem.de)
  • ... versteckt aber für den Nutzer keine Parameter. Außerdem ist das Steuerungskommando im Klartext einsehbar. (Foto: Alexander Merz/Golem.de)
Das Trike ist einer der Cagebot-Baukästen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Die Elektronik ist vorbereitet

Damit die Konstruktion auch loslegen kann, wird das Fahrzeug mit Motoren und den zugehörigen Treibern ausgestattet und Akkus sowie Entfernungssensoren angeschraubt. Diese Elemente stecken in Gehäusen, die kompatibel sind zu den Bausteinen und die sich ebenfalls ohne Schwierigkeiten anschrauben lassen.

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Schließlich fehlt noch ein letztes Bauteil. Alle elektrischen und elektronischen Komponenten werden mit dem Controller verbunden. Das schwarze kleine Kästchen enthält einen Atmega-2560-Mikrocontroller und führt die GPIO-Anschlüsse des Mikrocontrollers über Pinbuchsen auch nach außen. Doch es ist gar nicht notwendig, sich so intensiv mit der Verkabelung auseinanderzusetzen. Denn ein weißer Anschluss stellt ein Bussystem bereit, über einen Verteiler werden die Komponenten angeschlossen. Darüber erhalten sie auch Strom. Um den Bus nicht mit zu vielen Daten zu belasten, verfügt jede Komponente über eine Logik, die Übertragung beschränkt sich auf Steuerdaten.

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Programmieren mit Kästchen 
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scr1tch 03. Nov 2015

Alles klar, danke für die Infos :)

TheBigLou13 02. Nov 2015

170¤ fürs Einsteigerpaket? Wenn man so einen Baukasten rausbringt sollte man primär zu...

rofl022 30. Okt 2015

Ok, ich hab nur die uralten Motoren mit 6.8V Spannung, die waren etwas zu schwach für...

mfeldt 30. Okt 2015

Mir ging es um den Satz im Artikel. Und in der Tat sind die Bauelemente deutlich teurer...



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