Programmieren mit Kästchen
Die Programmierung des Systems erfordert hingegen kein Kabel. Per WLAN kann der Controller über einen Computer oder ein Tablet angesprochen werden. Programmiert wird über ein grafisches Interface, das entfernt an Lego Mindstorms erinnert. Ein Programm besteht aus einer Reihe von parametrierbaren Kästchen, die den Programmfluss darstellen. Die Verwertung von Sensoreingaben für Bedingungen und Verzweigungen lässt sich darüber genauso abwickeln wie die darauffolgende Steuerung von Motoren und anderen Aktuatoren. Diese Flussdiagramme werden auf den Controller übertragen und laufen dort selbstständig ab.
Wer allerdings diese Art der visuellen Programmierung sofort mit Spielzeug und Lernprogramm assoziiert, liegt daneben. Die Aufmachung der Programmierumgebung ist vergleichsweise nüchtern, die Dialoge zur Parametereingabe verzichten auf Vereinfachungen oder Erklärungen.
Der Bausatz ist kein Spielzeug
Die Macher zielen auch nicht primär auf Kinder ab. Als Mindestalter empfehlen sie 14 Jahre. Im Vordergrund stehen für sie der Bau robuster Roboter und die Modellierung und Konzeption belastbarer Maschinen. Semmig verweist explizit darauf, dass ihre Encoder-Motoren deutlich kräftiger ausgelegt seien als ihre Lego-Pendants.
Auch einen Vergleich mit Fischertechnik scheut Cagebot nicht. Denn als Unternehmen wollen sie es nicht bei der reinen Abbildung realer Maschinen im Miniformat belassen. Ihr System soll bei der Entwicklung, dem Bau und der Programmierung neuer Maschinen und Roboter helfen, über den reinen Lernanspruch hinaus.
Deshalb unterstützt ihr System auch die Programmierung unabhängig von ihrer eigenen Programmierumgebung. Die entsprechenden Bibliotheken zur Ansteuerung der Elektronikkomponenten von Cagebot können in eigene C-Programme eingebunden werden. Alternativ kann ein Entwickler auch eigene Elektronik über die GPIO-Anschlüsse des Controllers anbinden und direkt programmieren. Oder eine Kombination aus vorgefertigten und eigenen Komponenten. Wie leistungsfähig ihr System ist, zeigen uns die Macher, als sie ein Smartphone an einem zweirädrigen Roboter befestigen und der Roboter mit Hilfe der Sensoren im Smartphone wie ein Segway fahren kann.
Verfügbarkeit und Preis
Der Preis der Bausätze, die über den Shop von Cagebot bestellt werden können, beginnt bei 170 Euro. Die ersten Bausätze sollen Ende November/Anfang Dezember 2015 ausgeliefert werden. Die Hardwarekomponenten sollen als Open Hardware dokumentiert werden, auch die Veröffentlichung von Teilen zur eigenen Herstellung per 3D-Druck ist im Gespräch.
Fazit
Im Vergleich mit Lego Technic und Fischertechnik wirken die Cagebots auf den ersten Blick teuer. Doch bei der Elektronik relativiert sich der Preis schnell. Vor allem aber ist die Stabilität und Belastbarkeit der Cagebot-Konstruktionen beeindruckend. Dem Bau eines selbstfahrenden Weihnachtsbaumständers nach dem Prinzip eines Staubsaugerroboters steht damit nichts mehr im Weg.
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| Cagebot: Industrieroboter zum Selberbauen |
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Alles klar, danke für die Infos :)
170¤ fürs Einsteigerpaket? Wenn man so einen Baukasten rausbringt sollte man primär zu...
Ok, ich hab nur die uralten Motoren mit 6.8V Spannung, die waren etwas zu schwach für...
Mir ging es um den Satz im Artikel. Und in der Tat sind die Bauelemente deutlich teurer...