Cablegate: Bradley Manning gesteht Dokumentenweitergabe

Bradley Manning hat vor einem US-Militärgericht zugegeben, dass er die Quelle von Wikileaks gewesen ist. Er habe mit den Dokumenten eine Debatte über die US-Politik anzetteln wollen, sagte er. Durch sein Geständnis drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

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Bradley Manning nach der Verhandlung am 28. Februar 2013: schuldig in minderschweren Anklagepunkten
Bradley Manning nach der Verhandlung am 28. Februar 2013: schuldig in minderschweren Anklagepunkten (Bild: Mark Wilson/Getty Images)

Bradley Manning hat vor dem Militärgericht in Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland zugegeben, der Plattform Wikileaks Tausende geheime US-Dokumente zugespielt zu haben. Der inzwischen 25-Jährige gab einen Teil der ihm zur Last gelegten Vergehen zu.

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Manning habe sich in 10 von 22 Anklagepunkten für schuldig bekannt, berichtet die New York Times. Er habe zugegeben, geheime Dokumente an Wikileaks weitergegeben zu haben. Darunter war ein Video, das einen Hubschrauberangriff im Irak zeigt, bei dem mehrere Zivilisten getötet wurden, sowie weitere Protokolle aus dem Irak und aus Afghanistan sowie etwa 250.000 Depeschen von US-Diplomaten.

Keine Unterstützung des Feindes

Das gelte jedoch nicht für die schwersten Anklagepunkte, Spionage und Unterstützung des Feindes, berichtet der US-Fernsehsender NBC. In diesen plädierte er auf nicht schuldig.

Manning verlas bei der Verhandlung eine Erklärung, in der er erzählte, wie er sich zum Militär gemeldet habe, als Geheimdienstanalyst in den Irak gekommen sei und wie er dort beschlossen habe, bestimmte Dokumente der amerikanischen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seiner Ansicht nach sollten diese Dokumente der Öffentlichkeit, vor allem in den USA, zugänglich sein. Sein Ziel sei gewesen, über das Geschehen im Irak und in Afghanistan aufzuklären. Damit habe er eine Debatte über die Rolle des Militärs und die US-Außenpolitik im Allgemeinen entfachen wollen.

Peinlich, aber nicht schädlich

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Er habe darauf geachtet, welche Art von Informationen er weitergegeben habe, und darauf, dass niemand gefährdet werde. Er sei der Ansicht gewesen, dass die Veröffentlichung der diplomatischen Depeschen den USA keinen Schaden zufügen würde, wohl aber, dass sie peinlich sein könne.

Manning hatte die Dokumente Anfang 2010 zu Wikileaks hochgeladen, als er auf Urlaub in den USA war. Er suchte dazu eine Filiale der US-Buchhandelskette Barnes & Noble, da das Haus seiner Tante, wo er wohnte, nach einem Schneesturm ohne Internetzugang war. Bevor er die Dokumente Wikileaks gab, habe er zuerst die Tageszeitungen Washington Post und New York Times kontaktiert, erzählte Manning.

Kein Interesse, kein Rückruf

Die Journalistin bei der Washington Post sei ihm zu wenig interessiert erschienen. Die New York Times habe auf seinen Anruf nicht geantwortet. Nach Angaben der Zeitung hatte Manning einen Ombudsmann angerufen, der nicht in die aktuelle Berichterstattung eingebunden ist. Er habe eine Nachricht auf dessen Anrufbeantworter hinterlassen, aber keinen Rückruf erhalten. Daraufhin habe er sich für Wikileaks entschieden, nach seiner Rückkehr in den Irak habe er weitere Dokumente auf die Plattform hochgeladen, darunter auch das Hubschraubervideo, mit dem Wikileaks weltweit bekanntwurde.

Manning wurde 2010 festgenommen, nachdem er sich im Chat dem Hacker Adrian Lamo anvertraut hatte. Lamo verständigte daraufhin die US-Behörden. Seither sitzt Manning in Untersuchungshaft, wobei die Bedingungen, denen er im US-Militärgefängnis von Quantico ausgesetzt war, internationale Proteste auslösten. Manning wurde 2012 von einem Militärgericht angeklagt.

Bleibt es bei den zehn Anklagepunkten, in denen er sich schuldig bekannt hat, drohen ihm im Höchstfall 20 Jahre Gefängnis. Sollten die anderen, schwerer wiegenden Anklagepunkte aufrechterhalten bleiben, könnte Manning zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden.

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powerman5000 02. Mär 2013

Das wurde auch in der DDR praktiziert, ist gar nicht mal solange her. Kann auch...

teenriot 02. Mär 2013

Und was hat das mit Manning und dem Aufdecken von Kriegsverbrechen zu tun? Soll...

teenriot 02. Mär 2013

Kein Militär der Welt darf foltern. Die Menschenrechte gelten für jeden, jederzeit, ohne...



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