C3S: Die Gema-Vermutung wird verschwinden

Die neue Verwertungsgesellschaft Cultural Commons Collecting Society (C3S) wird durch ihre reine Existenz wohl dafür sorgen, dass Künstler keine Gema-Befreiung mehr nachweisen müssen. Bis es soweit ist, kann aber noch einige Zeit vergehen.

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Die Gema-Vermutung wird es dank der C3S in Zukunft nicht mehr geben.
Die Gema-Vermutung wird es dank der C3S in Zukunft nicht mehr geben. (Bild: C3S)

Als Konkurrenz zur Verwertungsgesellschaft Gema wird die Cultural Commons Collecting Society (C3S) dafür sorgen, dass die Gema-Vermutung irgendwann nicht mehr gilt. Diese Vermutung sorgt dafür, dass unter anderem Aufführungen unabhängiger Künstler Gema-pflichtig sind, da die Gema davon ausgeht, dass die Musik zu ihrem Katalog gehört. Eine Gema-Befreiung muss zunächst nachgewiesen werden. Das gilt auch für anonym gespielte, etwa politische, Musikstücke. Ein Künstler muss seinen Namen angeben, um eine Gema-Befreiung zu erreichen.

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Sobald ein Konkurrent wie die C3S sich auch um die Urheberrechte der Künstler kümmert, könne die Gema nicht mehr einfach vermuten, dass ein Stück tatsächlich ihr zugeordnet ist, sagte ein C3S-Vertreter auf dem 30C3 einem Kongressteilnehmer. Denn es könnte auch sein, dass etwa die neu gegründete C3S das Stück in ihrem Katalog hat. Demzufolge müsste anhand der Playlisten nachgewiesen werden, ob und welche Verwertungsgesellschaft zuständig ist.

Bis das soweit ist, muss die C3S aber zuerst einen nennenswerten Katalog aufbauen. Das kann noch dauern. Dieser Vorgang kann bis zu drei Jahre dauern, wenn die Gema ihre Mitglieder nicht vorher entlässt. Mitgliedern der Gema wird vorerst nicht geraten zu kündigen. Die C3S hat sich erst vor wenigen Monaten als europäische Genossenschaft gegründet und arbeitet derzeit daran, die interne Infrastruktur und die Software aufzubauen. Auch ein Büro soll demnächst bezogen werden. Immerhin hat die C3S mittlerweile rund 120.000 Euro für die Finanzierung gesichert. Bis zur Summe von 200.000 Euro wird das Land Nordrhein-Westfalen jeweils einen weiteren Euro beisteuern.

Die Gema-Vermutung sorgt immer wieder für Streit. Dadurch sammelt die Gema etwa Geld für Auftritte ein, die sie allerdings nie zurückzahlen wird, wenn der Künstler nicht Mitglied der Gema ist. Die Musikpiraten unterlagen zuletzt vor Gericht wegen der Gema-Vermutung. Sie wollten für einen anonymen Song keine Gema-Gebühren entrichten, mussten aber trotzdem zahlen, obwohl der Urheber nicht Gema-Mitglied ist. Eine Berufung beim Bundesgerichtshof wurde wegen des zu geringen Streitwerts von 68 Euro nicht zugelassen.

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Was die C3S im Vergleich zur Gema alles besser machen will, haben wir in einem Interview mit C3S-Gründungsmitglied Meik Michalke kurz nach deren Gründung erfragt.

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Rulf 03. Mär 2014

ich weis es nicht genau, aber sowas ist sicher im einigungsvertrag geregelt worden...

Das Original 31. Dez 2013

das halbe BGB basiert auf solchen vermutungen. gesetze basieren immeer auf common sense...

Natchil 30. Dez 2013

Ich verstehe diesen ganzen Sinn nicht. Kein Mensch zahlt weilt sie es sonst nirgends...

Anonymer Nutzer 30. Dez 2013

C3S x) Und ja sie wird kommen :-)



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