C2C: Autos helfen sich beim Überholen

Forscher aus der Schweiz haben ein System zur Fahrzeugvernetzung entwickelt. Es setzt auf Kooperation der Autos und darauf, Sensordaten zu teilen. Das soll den Straßenverkehr sicherer und effizienter machen.

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Vernetzte Citroens: Ein Assistenzsystem schätzt das Risiko eines Überholmanövers ab.
Vernetzte Citroens: Ein Assistenzsystem schätzt das Risiko eines Überholmanövers ab. (Bild: Alain Herzog/EPFL)

Ein Auto hilft dem anderen: Forscher aus der Schweiz haben ein flexibles Software-Framework für Autos entwickelt. Darüber sollen Fahrzeuge miteinander vernetzt werden, damit sie miteinander interagieren.

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"Heute konzentriert sich die intelligente Fahrzeugentwicklung auf zwei wichtige Themen: die Autonomie und die Zusammenarbeit", sagt Alcherio Martinoli, Leiter des Distributed Intelligent Systems and Algorithms Laboratory (Disal) an der Eigenössichen Technischen Hochschule in Lausanne in der Schweiz. Während sich die Autohersteller eher auf die Autonomie konzentrieren, befasst sich sein Team mit der Kooperation.

Autos teilen Daten

Ausgangspunkt sind kooperative Wahrnehmungsalgorithmen, die Milos Vasic, einer der Disal-Forscher, entwickelt hat. Die Algorithmen nutzen neben den Daten der Sensoren, die das Fahrzeug an Bord hat wie Kameras und Lidar, außerdem Daten, die von anderen Fahrzeugen kommen. Diese Algorithmen sind die Grundlage für das Software-Framework.

Dazu gehört ein Assistenzsystem, das das Risiko eines Überholmanövers abschätzt. Die Bewertung bezieht Faktoren ein wie die eigene Geschwindigkeit sowie die des vorausfahrenden Fahrzeugs, den Überholweg oder die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn entgegenkommt. Dabei nutzt das System auch Daten anderer Fahrzeuge, zum Beispiel die Kamerabilder des vorausfahrenden Fahrzeugs, das ein entgegenkommendes Fahrzeug eher sieht. Eine solche kooperative Wahrnehmung solle das Überholen sicherer und flüssiger machen, sagt Vasic.

Zwei Elektroautos testeten das System

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Die Forscher haben ihre Algorithmen zunächst am Simulator getestet. Im zweiten Schritt haben sie zwei Elektroautos vom Typ Citroen C-Zero mit einer Kamera, einem präzisen Ortungssystem, einem WLAN-Router sowie einem Computer ausgerüstet, um das System unter realen Bedingungen zu testen.

Eine Schwierigkeit bei der Kombination der Daten war die relative Positionsbestimmung. Die beiden Fahrzeuge mussten genau wissen, wie sie sich in Relation zueinander sowie zu Objekten in der Umgebung befanden. Erschien aber ein Fußgänger für beide Autos nicht an der gleichen Stelle, konnte es sein, dass die Autos statt einem Fußgänger zwei sahen. Solche Fehler ließen sich durch den Einsatz weiterer Sensoren wie etwa einem Lidar korrigieren. Eine weitere Schwierigkeit war, dass die Daten in Echtzeit verarbeitet werden mussten.

Bei dem Test kommunizierten zunächst zwei Fahrzeuge untereinander (Car-to-Car, C2C oder Vehicle-to-Vehicle, V2V). Ziel ist, auch mehrere Autos miteinander sowie mit der Infrastruktur (Car- oder Vehicle-to-Infrastructure, C2I oder V2I, übergreifend: Car- oder Vehicle-to-X, C2X, V2X) zu vernetzen. Dadurch soll das Autofahren sicherer und bequemer werden. Außerdem könnte es dazu beitragen, Treibstoff zu sparen und Verkehrsströme besser zu lenken.

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